Frauenwahlrecht und noch mehr

“Die Stimme der Frauen” von Caroline Stevan und Elīna Brasliņa

Cover "Die Stimme der Frauen"
c Helvetiq

Nach dem Sammelsurium letzte Woche kommt jetzt ein feministisches Buch ab 8 Jahren, das sich am Thema Frauenwahlrecht entlanghangelt. Tatsächlich ist “Die Stimme der Frauen” von Caroline Steven und Elīna Brasliņa aber viel mehr als eine reine Geschichte des Wählens. Vielmehr ist es der Versuch, knapp und verständlich auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft der Moderne zu schauen.

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Sammelalbum weiblicher Idole

„100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“

Cover "100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht"
c bpb

Ich habe diese bpb-Ausgabe erst spät entdeckt, mich aber umso mehr gefreut – „100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“ klang vielversprechend und das Konzept ist in der Tat toll. Sabine Kranz und Annegret Ritter haben hier einen Band herausgegeben, in dem 100 Pionierinnen vorgestellt werden. Jede Doppelseite ist gleich aufgeteilt, mit einer kurzen Biographie, einem Zitat sowie der Auskunft, warum die jeweilige Illustratorin diese Frau ausgewählt hat. Denn auf der rechten Seite haben unterschiedlichste Illustratorinnen die Heldinnen des Bandes illustriert. Zur Kontextualisierung läuft am unteren Seitenrand ein Infostreifen mit, der allgemeine Entwicklungen zu Frauenrechten kenntlich macht.

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Ein Hund als Lebensretter

„Die Geschichte von Bodri“ von Hédi Fried

Cover "Die Geschichte von Bodri"
c Bohem

Hédi Fried ist eine Überlebende des Holocaust. Und sie ist eine von denjenigen mutigen Mahnerinnen, die ihre Geschichte erzählen. Gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus sowie die Diskriminierung anderer Minderheiten. Hatte sie bisher eher für Erwachsene geschrieben, ist „Die Geschichte von Bodri“ nun ein Buch für Menschen ab 8 Jahren.

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Stalins Großer Terror im Comic

Olga Lawrentjewas „Surwilo“

Cover "Surwilo. Eine russische Familiengeschichte"
c avant Verlag

Die Enkelkinder gehen mit der Großmutter zum Pilzesammeln und die Sprache kommt auf die eigene Familiengeschichte – so gerahmt erzählt Olga Lawrentjewa in „Surwilo. Eine russische Familiengeschichte“ nicht nur die Geschichte ihrer Großmutter, sondern eine Biographie, die exemplarisch für so viele in Russland steht und die Langzeitfolgen des Stalinistischen Regimes sichtbar macht.

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Kinderrettung in Zeiten des Krieges

„Nicky und Vera“ von Peter Sís

Cover "Nicky & Vera"
c Gerstenberg

Die Willkür von Leben und Tod ist manchmal so banal wie erschütternd. In „Nicky und Vera“ wird sie besonders deutlich. Peter Sís erzählt vom jungen Nicholas Winston, der 1938 fast 700 jüdische Kinder aus Tschechien rettete. Das Bilderbuch funktioniert vor allem deshalb gut, weil Sís auf mehreren Ebenen erzählt und von Anfang an erklärt, warum er die Geschichte relevant findet. So an die Hand genommen ist „Nicky und Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder, die er rettete“ ein tolles Buch für Menschen ab 5 Jahren, um sich mit diesem Teil der Geschichte auseinanderzusetzen.

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Abenteuer im emanzipierten Germanien

“Octavia. Tochter Roms” von Thobias Goldfarb

Cover "Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien"
c Ars Edition

Für eine gute Abenteuergeschichte bin ich immer zu haben – und wenn dann auch noch ein Mädchen im Mittelpunkt steht, dass seinen schlauen Kopf durchsetzt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Tobias Goldfarb hat mit “Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien” ein richtig spannendes Buch für Menschen ab 10 Jahren hingelegt. Es ist der erste Band einer vielversprechenden Reihe.

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Als Kind im Frohndienst

„Starkes Ding“ von Lika Nüssli

Cover "Starkes Ding"
c Edition Moderne

Starkes Ding“ ist eines dieser Bücher, die in meinem Kopf mit einigen Vorurteilen aufgeräumt haben. Zugegebenermaßen habe ich mich nie besonders intensiv mit der Schweizer Geschichte auseinandergesetzt und ich trage das übliche Klischee des Wohlstandes mit mir herum. Lika Nüssli jedoch erzählt in „Starkes Ding“ die Geschichte ihres Vaters, der als Kind auf einem anderen Hof leben und arbeiten musste, um so zur Ernährung der Familie beizutragen.

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Zeitzeuginbericht zu Schindlers Liste

„Ich überlebte“ von Rena Finder

Cover "Ich überlebte"
c Hanser

Rena Finder ist 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern von der deutschen Besatzung gezwungen wird, in das Ghetto von Krakau zu ziehen. In „Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste“ erzählt sie – aufgezeichnet von Joshua M. Greene – wie sie den Holocaust dennoch überlebte. Der eingängige Bericht wird vom Verlag für Menschen ab 12 Jahren empfohlen.

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Wozu Archäologie?

„Wilde Wikinger in Sicht“ ist der dritte Teil der „Dusty Diggers“-Reihe

c Seemann Henschel

Ich habe auch schon die ersten beiden Teile der „Dusty Diggers“-Reihe von Silke Vry und Marie Geissler besprochen. „Wilde Wikinger in Sicht“ bringt alle Erfolgselemente der ersten beiden Bände mit und erklärt Menschen ab 8 Jahren erneut, was Archäologie kann – am konkreten Beispiel der mittelalterlichen Siedlung Haithabu.

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Eine deutsch-französische Beziehung

Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe”

Cover "Geliebte Berthe"
c Piper Verlag

Ob Erbfeind oder deutsch-französische Freundschaft: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland tauchen immer wieder im Geschichtsunterricht auf. Was genau ihr Wandel allerdings jenseits der europäischen Integration auf persönlicher Ebene bedeutet, bleibt dabei gelegentlich schwer zu fassen. In Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe” wird genau das deutlich für Menschen ab 12.

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