Von Gut und Böse und Tod

Els Beertens „Als gäbe es einen Himmel“

Cover "Als gäbe es einen Himmel"
c Fischer Verlage

„Wo man singt, da lass dich nieder…“ Diese einfache Weisheit kennen wir wohl alle. Sie spielt an auf das Verbindende von Musik. Doch was, wenn die gemeinsame Liebe zum Klang nicht mehr genügt? Wenn überhaupt die Liebe nicht mehr reicht? Wenn der Liebste zum Nazi wird und freiwillig für die Besatzer an der Ostfront kämpfen will? Els Beerten erzählt in „Als gäbe es keinen Himmel“ vom besetzten Belgien und der Frage, was Krieg mit Menschen macht.

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Zwischen Mythos und Geschichte

Rosemary Sutcliffs „Die Laternenträger“

Cover "Die Laternenträger"
c Urachhaus

Aquila ist jung, als die römischen Legionen aus Britannien abgerufen werden. Und nicht nur das, er ist zerrissen – erst im letzten Moment entscheidet er sich, zu desertieren und in Britannien, seiner Heimat, zu bleiben, um sie zu verteidigen. Rosemary Sutcliff bewegt sich mit „Die Laternenträger“ zwischen Mythos und Wahrheit und schildert die Neuordnung Britanniens nach dem Rückzug Roms.

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Von der Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen

„They Called Us Enemy” erzählt George Takeis Lebensgeschichte

Cover "They Called Us Enemy"
c cross cult

Dieser Comic füllt Wissenslücken. Und ist verdammt toll gemacht. In der Rahmenhandlung von “They Called Us Enemy” erzählt George Takei auf einem Diskussionsabend rückblickend über sein Leben. Und genau diese Rückblenden lesen wir direkt als Comic mit. Wir erfahren, wie er und seine Geschwister die Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen im Zweiten Weltkrieg in den USA erlebten.

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Jahresrückblick 2020

Das Logo-Buch auf einem Weihnachtsstern sitzend.
c Kira G.

Beim Scrollen durch die Texte habe ich mich gerade ein bisschen erschreckt, wie viele Bücher ich schon wieder fast vergessen hatte (obwohl ein Blick aufs Cover genügt, um sie wieder nach vorne zu holen). Aber da gibt es ein paar, die sind mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Interessanterweise fast alle zur deutschen Geschichte und vor allem dem Nationalsozialismus… Hier kommt mein Best-Of für dieses Jahr:

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Woher kommt dieser Mut?

Sharon Camerons “Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete”

Cover "Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete"
c insel

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe dieses Buch durchgesuchtet. Und hatte die ganze Zeit einen Klumpen aus Angst und Anspannung im Bauch. Sharon Cameron erzählt in “Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete. Nach einer wahren Geschichte” von Stefania und Helena Podgórska, Max Diamant und zwölf weiteren Jüd*innen, die die nationalsozialistische Besatzung Polens auf dem Dachboden der Podgórskas überleben.

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Mathematik als Abenteuer

Ada und die Zahlen-Knack-Maschine

Cover "Ada und die Zahlenknack-Maschine"
c Nord-Süd

Wie wäre das, als Mädchen nicht zur Schule gehen zu dürfen? Und dann aber das Glück zu haben, dass die eigene Mutter reich genug ist, um für Privatlehrer zu sorgen? Und wenn diese wiederum den eigenen Spaß an Bildung und vor allem Mathe fördern? Zoë Tucker Rachel Katstaller nehmen uns im Kinderbuch ab 5 Jahren „Ada und die Zahlen-Knack-Maschine“ mit auf die Reise in das Leben der Ada Lovelace.

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Übernatürlicher Grusel und kriminalistischer Spürsinn

Dietlof Reiches „Die Hexenakte“

Cover "Die Hexenakte"
c Hanser

Was passiert, wenn Geschichte plötzlich in die Gegenwart ragt? Und wie können wir eigentlich Genaueres über die Vergangenheit erfahren? „Die Hexenakte“ von Dietlof Reiche erzählt das spannend und baut gerade die Recherchewege clever mit ein. Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Ich habe mich dennoch an eine Besprechung gewagt (und die Ausgabe der „Krimis für junge Leser“-Reihe der Zeit gelesen).

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Druck und Verantwortung des Genies

Mikael Ross’ “Goldjunge – Beethovens Jugendjahre”

Cover Goldjunge
c avant verlag

Was bedeutet es, außergewöhnlich begabt zu sein und zugleich die Zerbrechlichkeit und Schönheit dieser Gabe nicht frei und spielerisch entwickeln zu dürfen, sondern von Anfang an wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt zu sein? Was passiert, wenn ein ärmliches Genie auf Adel trifft? Das alles betrachtet Mikael Ross in seiner frisch erschienenen Graphic Novel “Goldjunge. Beethovens Jugendjahre“.

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Mir ging es darum, sie zu kennen

Wilma Geldof über ihre Recherche zu „Reden ist Verrat“, Wahrheit und historische Jugendliteratur

Portrait Wilma Geldof
Wilma Geldof

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog Wilma Geldofs „Reden ist Verrat“ besprochen. Das Buch setzt sich mit Freddie Oversteegens Geschichte als aktives Mitglied des niederländischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg auseinander. Ich mochte den Roman unglaublich gerne und bin darum sehr dankbar, dass Wilma Geldof mir einige Fragen zu ihrem Rechercheweg beantwortet hat.

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Knorrige Altlasten und Bonner Republik

Hannah Brinkmanns “Gegen mein Gewissen”

Cover "Gegen mein Gewissen"
c Hannah Brinkmann

Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog “Heimat” vorgestellt – eine Suche nach der eigenen Familiengeschichte. Die Graphic Novel “Gegen mein Gewissen” von Hannah Brinkmann verfolgt einen ähnlich persönlichen Ansatz, gleichwohl ist die Geschichte stringenter erzählt: Es geht um den jungen Hermann Brinkmann, der 1973 zur Bundeswehr eingezogen wird und sich in der Folge das Leben nimmt. Einzig im Rahmen macht Hannah Brinkmann deutlich, dass sie von ihrer eigenen Familie erzählt, als sie im Vorwort beschreibt, wie sie zum ersten Mal von ihrem Onkel hört, und im Nachwort die Recherche und die Haltung der Familie dazu rekapituliert.

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