Ziviler Ungehorsam und gewaltfreier Widerstand – Vom Leben Martin Luther Kings

Cover I have a Dream. Das Leben des Martin Luther King

Martin Luther King ist sicherlich der bekannteste Bürgerrechtler der USA. Doch seine Biographie beginnt nicht mit ihm, sondern mit Barack Obama und das ist genau richtig. Denn auch wenn die Ermordung Kings gerade einmal fünfzig Jahre zurück liegt, scheinen doch Ewigkeiten zwischen Kings Tod 1968 und der Wahl Obamas zum Präsidenten der USA zu liegen. Umso wichtiger ist es, sich genau diesen Sprung bewusst zu machen. Zu fragen, wie diese Wahl überhaupt möglich wurde. Und das ist sicherlich King und seinen Mitstreiter*innen zu verdanken. Das wird – bei aller Vorsicht in Bewertungen, die Alois Prinz in seiner Biographie “I have a Dream” über King, die der Verlag Gabriel ab einem Alter von 13 Jahren empfiehlt, deutlich.

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Die Schultern, auf denen wir stehen.

Marta Breen und Jenny Jordahl lassen uns kämpfende Frauen feiern

Cover Rebellische Frauen von Marta Breen und Jenny Jordahl

Manchmal ist es gut, sich bewusst zu machen, wie weit wir schon gekommen sind, um daraus Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Nach diesem Prinzip erzählen Marta Breen und Jenny Jordahl über „Rebellische Frauen“ und nehmen uns mit durch 150 Jahre Frauenbewegung (mit kleinem Ausflug in die griechische Antike). Was den beiden in ihrem Comic gelingt, ist eine verschmitzte und offene, die Missstände anprangernde Streitschrift über die Rechte von Frauen.

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An der Grenze des Erträglichen: Dorit Linkes „Jenseits der blauen Grenze“

Cover "Jenseits der blauen Grenze"

Was treibt einen Menschen an, alles zurückzulassen und das eigene Leben zu riskieren für einen Neuanfang? Dorit Linkes Roman „Jenseits der blauen Grenze“ beginnt ohne Vorwarnung mitten im Geschehen und genauso schonungslos wie der Einstieg ist auch der Rest des Romans für Leser*innen ab 14 Jahren. Er nimmt uns mit in das Leben von Jugendlichen in der DDR und auf ihre Flucht vor Unterdrückung und dem Gefühl des Eingesperrt-Seins. Denn wir begleiten Hanna und Andreas auf ihrer Flucht über die Ostsee. Schwimmend wollen die beiden den Westen erreichen und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Warum sie bereit sind, dieses Risiko einzugehen, erzählt der Roman im zweiten, geschickt im Wechsel eingeflochtenen, Erzählstrang.

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Erfolgsgeschichten sichtbar machen: „Frauenpower made in Europe“ porträtiert herausragende Vorbilder

Cover Frauenpower made in Europe

Als ich letzten Sommer in Helsinki vor dem „Rebel Girls“-Bücherstapel stand und sich darum herum zig Publikationen zu starken Frauen in Finnland reihten, war ich einerseits hoch erfreut, andererseits keimte ein wenig die Frage in mir hoch, ob solche nationalstaatlichen Einschränkungen wirklich Sinn der Sache sind. Wie schön also, wenn nun ein Frauenvorbild-Band den Fokus ganz bewusst weitet. Das machen Petra Bachmann und Inka Vigh in „Frauenpower made in Europe“, das von arsEdition ab 10 Jahren empfohlen wird.

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Neue Perspektive für historische Themen

Filip Kolek (Reprodukt/avant) über Geschichtliches im Comic für Kinder und Jugendliche

Zeichnung Filip Kolek. © Anne Becker
Filip Kolek bei der Arbeit. © Anne Becker

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog „Nieder mit Hitler!“ von Jochen Voit und Hamed Eshrat vorgestellt (hier geht’s zur Rezension). Das Buch ist im avant-Verlag erschienen und ich wollte gerne wissen, wie bei einem Verlag, der auf Comics spezialisiert ist, generell mit historischen Themen umgegangen wird. Filip Kolek ist seit 2012 für die Öffentlichkeitsarbeit von Reprodukt und avant zuständig und hat mir einen kleinen Einblick in die Verlagsarbeits- und Comic-Welt gewährt.

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Die Mauer als Brücke. Aline Sax legt mit „Grenzgänger“ eine Familiensaga zum geteilten Berlin vor

Coverbild "Grenzgänger" von Aline Sax

Dass die Mauer als Brücke fungiert, stimmt natürlich nur auf Ebene des Plots. Das Bollwerk zwischen Ost- und Westberlin spaltet scharf die Leben der Familie Niemöller, wirkt wie eine offene Wunde in den Biographien der Protagonist*innen und ist der rote Faden, der die Geschichten in „Grenzgänger“ miteinander verknüpft, denn Aline Sax erzählt auf mehreren Zeitebenen für Jugendliche ab 14 Jahren vom Leben im Unrechtssystem der DDR.

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Wer, wenn nicht wir? Der Insel Verlag startet die „Little People, Big Dreams“-Reihe nun auch auf Deutsch

Cover Frida Kahlo aus der Little People Big Dreams-Reihe

Was braucht es, um Großes zu erreichen? Nicht viel, wenn wir der „Little People, Big Dreams“-Reihe glauben wollen. Vor allem braucht es dann nämlich Träume und die Zuversicht, diese erreichen zu können. Tiefer verborgen gibt es aber auch noch eine andere Botschaft: Vorbilder wären natürlich auch nicht schlecht. Und die stellt die Reihe, die der Insel Verlag dankenswerterweise nun ins Deutsche übersetzen lässt, uns Band für Band vor. Zwei der ersten sechs Titel, nämlich den Band zu Frida Kahlo sowie den zu Coco Chanel habe ich mir für diesen Blog genauer angeschaut.

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„Wir fanden das absolut zumutbar“ – Lektorin Katharina Ebinger im Interview

Die Anglistin Katharina Ebinger ist seit 2014 Programmleiterin für die Verlage Thienemann, Gabriel und Aladin.

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog „Verloren in Eis und Schnee“ von Davide Morosinotto (Thienemann) vorgestellt. Ich fand das Buch auch deshalb außergewöhnlich für den Kinder- und Jugendbuchmarkt, weil es den Zweiten Weltkrieg aus Sicht sowjetischer Kinder aus Leningrad darstellt und nicht aus deutscher Perspektive. Grund genug, beim Thienemann-Verlag nachzufragen, wie dort mit historischen Themen umgegangen wird. Von Verlagsentscheidungen, Lektoratserfahrungen und historischen Themen auf dem deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkt erzählt Katharina Ebinger im Interview.

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Die Mischung macht’s: „Erik der Wikingerjunge“ zwischen Fiktion und Sachbuch

Cover Erik der Wikingerjunge Schwieger und Steimann

„Wikinger“ sind in der popkulturellen Erinnerungslandschaft gefühlt omnipräsent. Kaum ein skandinavischer Ort in Küstennähe, in dem nicht Wikingertouren aller Art gebucht werden können – gerne auch mit behorntem Helm auf dem Kopf. Genau bei solchen Vorstellungen holt uns Autor Frank Schwieger ab und lädt dazu ein, unsere bisherigen Ideen von den Wikingerinnen zu hinterfragen. Mit „Erik der Wikingerjunge“ wählen Schwieger und die Illustratorin Janna Steimann den Weg zwischen Fiktion und Sachbuch und richten sich an Kinder ab 8 Jahren.

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Wahre Geschichte schonend erzählt: Helen Bates „Peter in Gefahr“

Cover Peter in Gefahr

Was bedeutet es, als jüdisches Kind im Budapest des Zweiten Weltkriegs aufzuwachsen? „Peter in Gefahr. Mut und Hoffnung im Zweiten Weltkrieg“ beantwortet diese Frage, ohne sie offen zu stellen. Helen Bate erzählt in diesem Kinderbuch ab 7 Jahren, das eigentlich eher eine Graphic Novel ist, aus Perspektive Peters vom Überleben des Holocausts in Verstecken. Sehr Vieles bleibt dabei Unausgesprochen – Stärke und Schwäche des Buches zugleich.

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