Mut braucht Angst

Eine Flucht vor den Nazis für Kinder erzählt

Cover "Über die Grenze" von Maja Lunde
c Urachhaus

Selten werden auf dem deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkt historische Erzählungen aus anderer als deutscher Perspektive erzählt – „Verloren in Eis und Schnee“ war ein Beispiel (Rezension hier). Umso toller ist es nun, dass wir der Frankfurter Buchmesse mit Norwegen als Gastland sowie Maja Lundes Starstatus auch in Deutschland (Die Geschichte der Bienen) zu verdanken haben, dass ihr Kinderbuch „Über die Grenze“ für Menschen ab 9 Jahren bei Urachhaus erschienen ist.

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Künstlerbiographie in Bildern

Das Albrecht Dürer Kunst-Comic nimmt mit ins Mittelalter

„Kunst-Comic“ betiteln Mona Horncastle und Barbara Yelin ihre Werke zu van Gogh und Albrecht Dürer (erschienen bei Prestel). Den Band zu Dürer habe ich mir genauer angeschaut. „Kunst-Comic“ trifft es dabei wirklich gut, weil der Band über den reinen Comic hinausgeht und unterschiedliche Darstellungsformen sinnvoll verknüpft, um das Leben Albrecht Dürers zu erzählen.

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Eine Welt aus den Fugen

Dorit Linkes „Wir sehen uns im Westen“

Cover "Wir sehen uns im Westen" von Dorit Linke

Das Jubiläumsjahr 2019 sorgt dafür, dass jeder Kinder- und Jugendbuchverlag, der etwas auf sich hält ein „Wendebuch“ bringt (guckt euch dazu auch mal das Interview mit der Geschichtsdidaktikerin Dr. Rox-Helmer an, hier im Blog). Neueste Geschichte für Jugendliche erzählt – „Grenzgänger“ zum Beispiel habe ich hier schon besprochen, andere Projekte aus dieser Zeit folgen noch. Es gibt aber natürlich auch Autor*innen, die sich jenseits von Trends sowieso schon mit dem Thema Ost- und Westdeutschland auseinandersetzen. Eine davon ist Dorit Linke, deren „Jenseits der blauen Grenze“ ich hier schon begeistert besprochen habe. Mit „Wir sehen uns im Westen“ hat sie nun ein kurzes und knappes Juwel zum 9. November 1989 geschaffen.

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Perspektive, Fiktionalisierung und Erzählformen

Ein Interview mit Dr. Monika Rox-Helmer zu Geschichtsdidaktik und Kinder- und Jugendliteratur

Portrait Dr. Monika Rox-Helmer
Dr. Monika Rox-Helmer

In diesem Blog geht es ja viel darum zu reflektieren, ob und wie Kinder- und Jugendliteratur historisches Wissen vermitteln kann. Was liegt daher näher, als mit einer Geschichtsdidaktikerin über das Thema zu sprechen? Dr. Monika Rox-Helmer ist Studienrätin an der Uni Gießen. Historische Jugendbücher und deren Lektüre im Geschichtsunterricht gehören zu ihren Forschungsschwerpunkten.

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Vom Hörbuch zum Buch: „Fred bei den Wikingern“

Cover Fred bei den Winkingern - Ein Junge auf einem Wikingerschiff bei schwerem Seegang
c ultramar

Es ist ein eher ungewöhnlicher Weg, den ultramar gegangen ist: Nach zahlreichen Anfragen von begeisterten Hörer*innen sind die Hörbuchmacher*innen nun dazu übergegangen, aus den Hörabenteuern von Fred, der immer wieder in unterschiedliche Zeiten reist und so über das Leben vergangener Tage berichten kann, ein Buch zu machen. Begonnen haben Sie mit „Fred bei den Wikingern“. – Und sie haben dabei alle Vorteile ausgeschöpft, die dieses Medium so mit sich bringt.

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Weltgeschichte kollektiv gedacht

Cover "Wir und unsere Geschichte"
c Moritz Verlag

Wir und unsere Geschichte“ – der Titel mutet sprachlich etwas schwierig an. Sollte das „wir“ nicht am Ende stehen? Aber schnell wird klar: Diese Überschrift ist programmatisch zu begreifen. Yvan Pommaux und Christophe Ylla-Sommers legen mit diesem großformatigen Bilderbuch ab 9 Jahren eine Weltgeschichte vor, die vor allem eines in den Fokus nimmt: Uns.

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History-Mystery- Schmöker-Hurra:

Emma Carrolls „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“

Cover Nacht über Frost Hollow Hall (Emma Carroll)
c Thienemann Verlag / Verena Körting

Im Interview mit Katharina Ebinger hatte die Programmleiterin von Thienemann erzählt, dass vor allem die historischen Schmöker von Emma Carroll gut laufen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Hier kommt jetzt also eine Sammelrezension von „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“. – Eins sei gleich schonmal gesagt: Carroll liebt offensichtlich düstere Familiengeheimnisse.

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Anderssein, Glücklichwerden: Familienleben im England des frühen 20. Jahrhunderts

Cover Rindert Kromhout Brüder für Immer Mixtvision
Cover: Brüder für immer c Mixtvision

„Adel verpflichtet“ heißt es so schön. Aber Kreativität nicht auch? Überhaupt: Familie? Wie ob und warum wir uns aus den Schatten unserer Verwandten befreien können oder wollen, darum geht es in diesen beiden großartigen Romanen von Rindert Kromhout. Der Niederländer setzt sich mit der Bloomsbury Groop, zu deren bekanntesten Mitgliedern wohl Virginia Woolf zählt, auseinander und zwar aus Perspektive der Kinder dieser berühmten, kreativen, freien Menschen. Dabei stellt er einerseits ganz zentrale Fragen, etwa danach, was Liebe oder Freiheit für jeden Einzelnen von uns bedeuten. Nebenher schildert er das Leben im frühen 20. Jahrhundert. Die zeitgeschichtlichen Verwerfungen, den Krieg.

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Graue Vorzeit mal in bunt: „Wie man ein Mammut jagt“ erklärt die Vor- und Frühgeschichte

Cover c Seemanns Bilderbande

Im Interview mit Katharina Ebinger (hier im Blog) von Thienemann kam heraus, dass es relativ wenig Kinderbücher zur Frühgeschichte gibt. Darum habe ich mir eines der wenigen Beispiele gleich mal genauer angeschaut: Wie schon beim hier rezensierten Mittelalter-Mit-Mach-Buch hat Seemanns Bilderbande mit einem Museum, in diesem Fall dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte, kooperiert. Bernhard Heeb, Kathrin Buchmann und Silvia Nettekoven führen mit „Wie man ein Mammut jagt“ Menschen ab 8 Jahren in die Vor- und Frühgeschichte ein.

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“Ein wissenschaftlicher Text ist viel einfacher zu schreiben.”

Aline Sax über die Unterschiede ihrer Arbeit als Historikerin und als Autorin.

Portrait Aline Sax (c Koen Broos)
Aline Sax © Koen Broos

Die belgische Autorin Aline Sax ist Historikerin und schreibt in ihren Kinder- und Jugendbüchern über historische Themen. Zwei ihrer Texte habe ich hier schon besprochen: Das Mädchen und der Soldat und ihr neuestes Buch auf deutsch, Grenzgänger. Beide Texte haben mich sehr berührt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Aline bereit war, mir ein Interview zu geben, in dem es viel darum geht, wie sich wissenschaftliches und fiktionales Schreiben unterscheiden und warum wir so von Geschichte und Geschichten fasziniert sind.

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