Abenteuer im emanzipierten Germanien

“Octavia. Tochter Roms” von Thobias Goldfarb

Cover "Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien"
c Ars Edition

Für eine gute Abenteuergeschichte bin ich immer zu haben – und wenn dann auch noch ein Mädchen im Mittelpunkt steht, dass seinen schlauen Kopf durchsetzt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Tobias Goldfarb hat mit “Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien” ein richtig spannendes Buch für Menschen ab 10 Jahren hingelegt. Es ist der erste Band einer vielversprechenden Reihe.

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Als Kind im Frohndienst

„Starkes Ding“ von Lika Nüssli

Cover "Starkes Ding"
c Edition Moderne

Starkes Ding“ ist eines dieser Bücher, die in meinem Kopf mit einigen Vorurteilen aufgeräumt haben. Zugegebenermaßen habe ich mich nie besonders intensiv mit der Schweizer Geschichte auseinandergesetzt und ich trage das übliche Klischee des Wohlstandes mit mir herum. Lika Nüssli jedoch erzählt in „Starkes Ding“ die Geschichte ihres Vaters, der als Kind auf einem anderen Hof leben und arbeiten musste, um so zur Ernährung der Familie beizutragen.

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Zeitzeuginbericht zu Schindlers Liste

„Ich überlebte“ von Rena Finder

Cover "Ich überlebte"
c Hanser

Rena Finder ist 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern von der deutschen Besatzung gezwungen wird, in das Ghetto von Krakau zu ziehen. In „Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste“ erzählt sie – aufgezeichnet von Joshua M. Greene – wie sie den Holocaust dennoch überlebte. Der eingängige Bericht wird vom Verlag für Menschen ab 12 Jahren empfohlen.

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Wozu Archäologie?

„Wilde Wikinger in Sicht“ ist der dritte Teil der „Dusty Diggers“-Reihe

c Seemann Henschel

Ich habe auch schon die ersten beiden Teile der „Dusty Diggers“-Reihe von Silke Vry und Marie Geissler besprochen. „Wilde Wikinger in Sicht“ bringt alle Erfolgselemente der ersten beiden Bände mit und erklärt Menschen ab 8 Jahren erneut, was Archäologie kann – am konkreten Beispiel der mittelalterlichen Siedlung Haithabu.

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Eine deutsch-französische Beziehung

Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe”

Cover "Geliebte Berthe"
c Piper Verlag

Ob Erbfeind oder deutsch-französische Freundschaft: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland tauchen immer wieder im Geschichtsunterricht auf. Was genau ihr Wandel allerdings jenseits der europäischen Integration auf persönlicher Ebene bedeutet, bleibt dabei gelegentlich schwer zu fassen. In Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe” wird genau das deutlich für Menschen ab 12.

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Technikbegeisterung und Gigantismus

„Mit Volldampf über den Atlantik“ von David Macaulay

Cover "Mit Volldampf über den Atlantik"
c Gerstenberg

David Macaulay bettet seine Geschichte der Dampfschifffahrt in eine persönliche Erzählung ein: Als kleiner Junge reiste er mit dem Dampfschiff „United States“ von England in die USA, wo sein Vater einen neuen Job antrat. Es ist dieser persönliche, kindliche Blick, die eigene (Technik-)Begeisterung, die diesem liebevoll gestalteten Buch besonderen Reiz verleihen. „Mit Volldampf über den Atlantik. Dampfmaschinen, schnelle Schiffe und eine Reise in die Neue Welt“ ist vom Verlag für Menschen ab 8 Jahren empfohlen.

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Der Erste Weltkrieg als Schmöker?

“Weg in die Dunkelheit” von Dominik Sandbrook

c cbj

Ein einzigartiges Gesamtbild des Ersten Weltkrieges in einer fundierten, mitreißenden und dramatischen Erzählung für Leser*innen ab 10 Jahren.” Nicht weniger verspricht der Verlag von der Lektüre Dominic Sandbrooks “Weg in die Dunkelheit. Der Erste Weltkrieg”. Es ist der erste Band der “Weltgeschichte(n)”-Reihe, den ich gelesen habe – und es wird wohl auch der letzte gewesen sein.

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Faszination Schmetterling

“Maria Sibylla Merian” von Maja Nielsen und Sophie Schmid

Cover "Maria Sibylla Merian"
c Gerstenberg

Frauen als Naturforscherinnen? Dass es das schon vor Jane Goodall gab, dürfte nur wenigen bekannt sein. Und dann geht es hier auch noch um Insekten – da quietschen Mädchen normalerweise doch nur! Was ich sagen will: Maja Nielsens und Sophie Schmids “Maria Sibylla Merian. Die Reise ins verborgene Reich der Schmetterlinge” ist ein rundum tolles Buch – ein feministischer Appell für Natur- und Artenschutz.

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1989 für Kinder

“Fritzi war dabei” von Hanna Schott und Gerda Raidt

Cover "Fritzi war dabei"
c Klett Kinderbuch

Schön blöd, wenn die beste Freundin nicht aus dem Urlaub zurückkehrt. Wenn sich überhaupt so viel verändert. Und es doch nicht möglich ist, so richtig nachzufragen. Ein Glück, dass Fritzi einen kleinen Bruder hat – Hanno kann und darf gelegentlich nachfragen. Und die nicht auf den Kopf gefallene Fritzi reimt sich den Rest zusammen, so dass Menschen ab 8 Jahren (und beim Vorlesen auch früher) in “Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte” jede Menge über die friedliche Revolution 1989 lernen.

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Das Überleben als Abenteuer

Suzanne Maudets “Dem Tod davongelaufen”

1945/1946 verfasst ist dieser autobiographische Bericht – nicht ganz ein Tagebuch also, aber noch relativ nah dran an den Geschehnissen und sehr unmittelbar in der Erzählhaltung. Susanne Maudet erzählt in “Dem Tod davongelaufen” von acht Mitgefangenen und sich selbst. Die neun haben sich im Frauenaußenlager Leipzig-Schönefeld des KZ Buchenwald bei der Zwangsarbeit für den Rüstungskonzern HASAG kennengelernt. Als die Frauen auf einen Todesmarsch geschickt werden, entschließen sie sich im April 1945 zu fliehen.

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