Ein Gangster-Roman vom allerfeinsten

„Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom“

Cover "Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom"
c Gerstenberg

Ein wenig erinnert „Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom“ an Emil und die Detektive oder ähnliche Geschichten, nur amerikanisch ist es natürlich und ein wenig ruppiger geht es zu, denn hier gibt es echte Leichen. Denn der zwölfjährige Aaron Broom muss seinen Vater in St. Louis vor dem Gefängnis retten und deckt dabei maffiöse Strukturen auf.

Es sind A.E. Hotchners persönliche Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise, die der zur Entstehungszeit 99-jährige, mittlerweile leider verstorbene, Autor in diesen Krimi für Kinder ab 10 Jahren einwob. Und so wundert es nicht, dass zwar keine Rechercheinfos gegeben werden, dass Buch aber trotzdem ausgesprochen satt an historischem Hintergrund wirkt.

Räuberpistole und Wirtschaftskrise

Aarons Vater betritt als Vertreter einen Juwelierladen, als sich hinter ihm ein zweiter Mann hineindrängelt und den Laden ausraubt – Aarons Vater wird festgenommen und Aaron weiß: wenn der Vater wieder frei kommen soll, dann muss er sich darum kümmern. En passant wird immer wieder deutlich, wie hart die Weltwirtschaftskrise in den USA die Menschen traf, wie viele Selbstmorde passierten, der gesamte Alltag umstrukturiert werden musste. Aaron kann von Glück sagen, dass er immer wieder Menschen trifft, die ihm unter die Arme greifen. Und so findet er nach und nach heraus, was es mit dem Raubüberfall wirklich auf sich hat.

Wer amerikanische Räuberpistolen liebt, ist hier bestens bedient. Das Buch ist aber auch eine gute Grundlage für die Diskussion von Werten, Wirtschaftssystemen oder demokratischen Gesellschaften und was wir darunter verstehen.

Sprache 5/5
Handlung 5/5
Gestaltung 5/5
weiterführende Tipps 0/5

A.E. Hotchner (Text) / Tim Köhler (Illustration): Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom. Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Malich. Gerstenberg 2021. Ab 10 Jahren. ISBN: 978-3-8369-6073-1, €16.

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