Künstlerbiographie in Bildern

Das Albrecht Dürer Kunst-Comic nimmt mit ins Mittelalter

„Kunst-Comic“ betiteln Mona Horncastle und Barbara Yelin ihre Werke zu van Gogh und Albrecht Dürer (erschienen bei Prestel). Den Band zu Dürer habe ich mir genauer angeschaut. „Kunst-Comic“ trifft es dabei wirklich gut, weil der Band über den reinen Comic hinausgeht und unterschiedliche Darstellungsformen sinnvoll verknüpft, um das Leben Albrecht Dürers zu erzählen.

Wie entschlossen Dürer gewesen sein muss, als Künstler zu arbeiten, wird deutlich, als er entgegen der Familientradition und trotz abgeschlossener Ausbildung nicht Goldschmied wird. Stattdessen lässt er sich in unterschiedlichen Werkstätten weiter ausbilden und verfeinert seine Kunst auf Reisen. Vor allem aber gelingt dem Nürnberger eines: Er erkennt den Zeitgeist. Der Angst vor der Jahrhundertwende zwischen 15. und 16. Jahrhundert begegnet er mit einem Werk zur Apokalypse – und erlangt dadurch Bekanntheit auch in der einfachen Bevölkerung. Und wir Leser*innen erfahren neben den Details aus Dürers Leben auch jede Menge über die Lebensverhältnisse um 1500.

Abbildungen von Dürers Werk

Horncastle und Yelin setzen dabei auf die enge Verschmelzung unterschiedlicher Elemente. Halbseitige Fließtexte wechseln sich mit doppelseitigen Comics ab, die jeweils Elemente des vorangegangenen aufnehmen. Das Tollste aber: Das Buch bildet auch Auszüge aus Dürers Werk ab, so dass die Ausführungen zu seiner Kunst und seinem Kunstverständnis gleich am Bild selbst nachvollzogen werden können. Eine besonders große Rolle spielt dabei natürlich sein Monogramm und der Urheberrechtsstreit, den er ausfocht und gewann.

Kontextualisierung mit Zeitgenoss*innen

Im Anschluss an die eigentliche Lebenserzählung erfolgt eine Kurzzusammenfassung im Comicstil und dann eine Wiedergabe Dürers bekanntester Werke mit Hinweisen, wo diese im Original betrachtet werden können. Spannend ist auch die Kontextualisierung durch Kurzvorstellungen von Dürers Zeitgenoss*innen, die die Umbrüche wie etwa die Kolonialisierung etc. deutlich machen. Für eine Biographie ist damit schon viel Stoff geliefert. Allerdings wären daher Hinweise zur weiteren Lektüre umso spannender gewesen – und die Rolle der Frauen hätte mich als Leserin auch stärker interessiert, gerade weil Dürers Frau Agnes zwar immer wieder erwähnt wird, jedoch eher extrem unsympathisch daher kommt.

Gestaltung 5/5
Sprache 5/5
Didaktik 5/5
weiterführende Tipps 3/5
Handlung 5/5

Mona Horncastle (Text), Barbara Yelin (Bilder): Albrecht Dürer. Kunst-Comic. Ab 9 Jahren. München: Prestel 2011. ISBN: 978-3-791-370705. € 14,99.

Auf der Verlagsseite ist der Titel leider gerade nicht zu finden, aber hier gibt’s noch einen kleinen youtube-Trailer zur Entstehung des Werkes: https://www.youtube.com/watch?v=zrmjkqlClKY

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