Schatzfieber!

„Verborgene Schätze, versunkene Welten“ macht Lust auf die Vergangenheit und Abenteuer

Cover "Verborgene Schätze, versunkene Welten"
c Gerstenberg

Die Autorin Silke Vry hat selbst Archäologie studiert und das ist „Verborgene Schätze, versunkene Welten“ anzumerken. In diesem Buch ab 10 Jahren versammelt sie 21 Kapitel über berühmte Archäologen und ihre Forschungen. Der liebevoll gestaltete Band fasziniert umso mehr, da Martin Haake die spannende, lockerleichte Erzählform Vrys kongenial mit lebendigen Illustrationen versieht. Beides auf einmal macht Lust auf Reisen und Abenteuer.

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Das Kriegsende in der Jugendliteratur

Die Anthologie „Gestern war noch Krieg“

Cover "Gestern war noch Krieg"
c Thienemann-Esslinger

Natürlich machen sich über das Problem der fehlenden Zeitzeug*innen gerade Institutionen, die sich mit politischer Bildung beschäftigen, besonders viele Gedanken. Die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg hat nun mit Dr. Jürgen Hübner und Martin Verg die Anthologie „Gestern war noch Krieg“ herausgegeben. Geordnet nach Themen werden dabei Ausschnitte aus Jugendbüchern von prominenten Autor*innen wie Christine Nöstlinger, Uri Orlev oder Anke Bär rund um das Jahr 1945 wiedergegeben.

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Zurück in die 90er – Chaos, beste Freunde und warum manchmal auch das nicht hilft

Cover "Die Furchtlosen Fünf" von Anna McPartlin
c rowohlt

Jeremy ist dreizehn und ziemlich vom Leben geplagt – tausendunddrei Allergien und ein bisschen angstgestört und dann auch noch der ätzendste große Bruder der Welt. Aber zum Glück hat er seine Freunde, allen voran Johnny J. Kein Wunder, dass er für die alles riskieren würde, oder? Anna McPartlin versetzt uns mit “Die Furchtlosen Fünf tun das Falsche, aber richtig!” in das Irland der 90er Jahre und wir merken: Wow, dreißig Jahre machen echt einen Unterschied!

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Deutsche Geschichte mit Zeitzeug*innen

„Mein Mauerfall“ erzählt die Nachkriegsgeschichte

Cover - Mein Mauerfall
c arsEdition

Erst der Untertitel „Von der Teilung Deutschlands bis heute“ setzt „Mein Mauerfall“ ins richtige Bild, denn um den geht es wirklich nur am Rande. Stattdessen erzählt Juliane Breinl in diesem Kinderbuch ab 10 Jahren von der Vor- und Nachgeschichte des Mauerfalls und nimmt direkt Bezug auf das 30-jährige Jubiläum. Wie schon bei „Mein Opa, sein Holzbein und der große Krieg“ und „Paul und der Krieg“ setzt arsEdition hier auf Quellennähe. Leider ist die Geschichte aber weniger persönlich umgesetzt und verliert sich so im Spagat zwischen verschiedenen Ebenen.

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History-Mystery- Schmöker-Hurra:

Emma Carrolls „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“

Cover Nacht über Frost Hollow Hall (Emma Carroll)
c Thienemann Verlag / Verena Körting

Im Interview mit Katharina Ebinger hatte die Programmleiterin von Thienemann erzählt, dass vor allem die historischen Schmöker von Emma Carroll gut laufen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Hier kommt jetzt also eine Sammelrezension von „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“. – Eins sei gleich schonmal gesagt: Carroll liebt offensichtlich düstere Familiengeheimnisse.

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Erfolgsgeschichten sichtbar machen: „Frauenpower made in Europe“ porträtiert herausragende Vorbilder

Cover Frauenpower made in Europe

Als ich letzten Sommer in Helsinki vor dem „Rebel Girls“-Bücherstapel stand und sich darum herum zig Publikationen zu starken Frauen in Finnland reihten, war ich einerseits hoch erfreut, andererseits keimte ein wenig die Frage in mir hoch, ob solche nationalstaatlichen Einschränkungen wirklich Sinn der Sache sind. Wie schön also, wenn nun ein Frauenvorbild-Band den Fokus ganz bewusst weitet. Das machen Petra Bachmann und Inka Vigh in „Frauenpower made in Europe“, das von arsEdition ab 10 Jahren empfohlen wird.

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Die Welt als Warenstrom: Peter Frankopans „Die Seidenstraßen. Eine Weltgeschichte für Kinder“

Cover Frankopan und Packer: Die Seidenstraßen

Der Elfenbeinturm der Historiker*innen, oft ist er schmal und hoch und einsam. Und dann gibt es doch immer wieder ein paar mutige, die sich irgendwie hinaus und hinunter schwingen, um mit anderen über das zu reden, was sie da tun. Peter Frankopan, Professor für Globalgeschichte an der Oxford University, ist das spätestens seit 2015 gut gelungen, als sein Buch „Silk Roads“ vom Daily Telegraph zum Geschichtsbuch des Jahres ernannt wurde. Auch die deutschen Feuilletons feierten die deutsche Übersetzung „Licht aus dem Osten“ (hier ein Link zur ZEIT). Noch ungewöhnlicher ist dann jedoch, dass Frankopan sich nicht zu schade ist, diese Weltgeschichte auch noch einmal für Kinder zu erzählen – und sich das Cover gleichsam am “Erwachsenenbuch” anlehnt. Es ist ein wundersames Buch zum Staunen geworden, nicht zuletzt dank der Illustrationen von Neil Packer. Vom Rowohlt Verlag wird „Die Seidenstraßen“ ab 10 Jahren empfohlen.

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Volker Mehnert / Claudia Lieb: Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne

Cover Alexander von Humboldt

Biographien sind immer eine Gratwanderung zwischen Heldenverehrung und kritischer Hinterfragung. Sie können sich stark auf das Private oder aber auf das rein Öffentliche beziehen, in aller Regel jedenfalls bilden sie nur einen Bruchteil der Persönlichkeit ab, über die sie berichten. Auf eine ganz bestimmte Art trifft das auch auf die Biographie Alexander von Humboldts zu, die 2018 bei Gerstenberg erschien. Trotzdem ist dieses Buch ab 10 Jahren lesenswert. Und wie!

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Brodersen/Stern: Eine Erdbeere für Hitler

Cover eine Erdbeere für HitlerKinder- und Jugendliteratur über den Nationalsozialismus gibt es reichlich – mal mit mehr, mal mit weniger moralisch erhobenem Zeigefinger. „Eine Erdbeere für Hitler“ (ab 10 Jahre) wird daher sicherlich nicht das letzte Buch zu diesem Thema sein, dass ich hier rezensieren werde. Die Herangehensweisen bei der Darstellung des Nationalsozialismus und des Holocaust sind dabei vollkommen unterschiedlich. Eines der bekanntesten fiktiven Werke der letzten Jahre dürfte von „The Boy in the Striped Pyjamas“ von John Boyne sein, das ja auch verfilmt wurde. Hier wird in der Fiktion bewusst eine vollkommen naiv-kindliche Perspektive gewählt, die die Schrecken der Konzentrationslager durch die Kontrastierung von zwei Jungenleben dies- und jenseits der Grenze des Stacheldrahts umso grausamer erfahrbar werden lässt. Brodersen/Stern: Eine Erdbeere für Hitler weiterlesen