Demokratie feiern – Demokrat*innen feiern

„Das Parlament. 45 Leben für die Demokratie“

Cover "Das Parlament"
c bpb

In Zeiten von Demos, die mit Demokratieliebe wirklich kaum noch etwas zu tun haben, gleichzeitig das Recht der freien Meinungsäußerung jedoch merkwürdig verquer und einseitig nach oben halten, scheinen Bücher wie dieses umso dankens- und lesenswerter. Simon Schwartz hat in „Das Parlament“ 45 biographische Kurzportraits von Menschen versammelt, die sich für die parlamentarische Demokratie in Deutschland eingesetzt haben.

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Der Erste Weltkrieg jenseits der Front als Comic

„Der Krieg der Knirpse“ von Régis Hautière und Hardoc

Cover Krieg der Knirpse 1
c Panini Comics

Die Lulus sind noch jung, als der Erste Weltkrieg ausbricht. So jung, dass der Abt, der ihr Kinderheim leitet, ihnen nichts von der Bedrohung durch den Krieg erzählt hat. Als das Heim in Valencourt plötzlich geräumt werden muss, sind die vier Jungen gerade auf Streiftour durch den Wald. Ihr Fehlen wird zu spät bemerkt, die Evakuierung findet ohne sie statt. Und so beginnt der “Krieg der Knirpse“. Wir begleiten die vier, wie sie sich Jahr für Jahr durch den Ersten Weltkrieg schlagen.

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Wie Ideen beginnen

„Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal“ von Dirk Walbrecker

Cover "Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal"
c Edition Koendgen

Wie entwickelt ein Industriellensohn kommunistische Ideale? Was führt uns überhaupt auf unseren Lebensweg, zu unseren Überzeugungen? Diesen Fragen geht Dirk Walbrecker in seiner Darstellung der Jugend Friedrich Engels‘ in Wuppertal nach. Der Roman “Auf Bruch” ist konsequent aus der Perspektive Engels‘ geschrieben und endet 1837 mit dem Abgang vom Gymnasium und damit einhergehend dem Beginn der beruflichen Laufbahn.

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Neonazis und Auswege

„Drei Steine“ beschreibt die 1980er in Dortmund

Cover "Drei Steine"
c Nils Oskamp / panini

Nils Oskamp hat mit der Graphic Novel „Drei Steine“ ein sehr persönliches autobiographisches Comic-Buch vorgelegt, in dem er über seine eigene Jugend in Dortmund berichtet. An seiner Schule werben Mitschüler neue Mitglieder für rechte Vereinigung an. Altnazis unterrichten völkische Inhalte und der Ich-Erzähler bleibt lange vollkommen allein in seinem Widerspruch und Aufbegehren gegen die braune Ideologie.

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Die Pest als Ende aller Sicherheit

Sally Nicholls‘ „Keiner kommt davon“

Cover "Keiner kommt davon"
c Hanser

Zugegeben, der Untertitel „Eine Geschichte vom Überleben“ nimmt zumindest in Bezug auf unsere Erzählerin Isabel ein wenig die Spannung. Trotzdem ist „Keiner kommt davon“ eines dieser Bücher, die schnellstmöglich durchgesuchtet werden müssen. Sally Nicholls beschreibt in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren intensiv und berührend, wie 1349 die Pest das Dorf Ingleforn in England erreicht und Isabels Welt vollkommen aus den Fugen gerät.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Autobiographisches Erzählen

Eva Erben schreibt über ihr Überleben der Judenverfolgung

Cover "Mich hat man vergessen"
c Gulliver / Beltz&Gelberg

Mich hat man vergessen“ ist ein dünnes Bändchen aus der Gulliver-Reihe. Das liegt daran, dass Eva Erben zunächst gar kein Buch schreiben wollte, sondern einen Vortrag für die Klasse ihres Sohnes vorbereitet hat. Sie wollte den Jugendlichen erzählen, wie sie die Judenverfolgung der Nationalsozialisten überlebt hat. Im Jugendbuch ab 12 Jahren erzählt sie ihre Geschichte noch ein wenig weiter. Überleben wird hier zum Weiterleben, trotz allem und allem zum Trotz.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Vom Fliehen, Verlieren und Ankommen

Alan Gratz‘ erzählt in „Vor uns das Meer“ drei Fluchtgeschichten

Cover "Vor uns das Meer"

Es ist eine universelle Wahrheit, die Alan Gratz uns in „Vor uns das Meer“ erzählt: Wer flieht, der macht das nicht aus Spaß oder Lust auf Luxus. Es ist ein großer Schritt, alles Bekannte, Geliebte zurückzulassen und sein Leben zu riskieren, um vielleicht ein besseres Leben zu gewinnen. Sonst aber unterscheiden sich die drei Geschichten in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren aberr fundamental, obwohl sie eng miteinander verwoben sind.

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Flucht und Vertreibung als Teil einer Familiensaga

„Das Jahr der Wölfe“ von Willi Fährmann

Cover "Das Jahr der Wölfe"
c Arena Verlag

Beim Stöbern durch den Bücherschrank ist mir „Das Jahr der Wölfe“ in die Hände gefallen. Das Buch habe ich selbst in der Schule gelesen, irgendwann in der Mittelstufe. Der Roman erzählt vom Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem aber von der Flucht der Familie Bienmann vom Hof in Ostpreußen nach Berlin und letztlich Westfalen. Und irgendwie kam es mir passend vor, es jetzt noch einmal in die Hand zu nehmen.

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