Das Überleben als Abenteuer

Suzanne Maudets “Dem Tod davongelaufen”

1945/1946 verfasst ist dieser autobiographische Bericht – nicht ganz ein Tagebuch also, aber noch relativ nah dran an den Geschehnissen und sehr unmittelbar in der Erzählhaltung. Susanne Maudet erzählt in “Dem Tod davongelaufen” von acht Mitgefangenen und sich selbst. Die neun haben sich im Frauenaußenlager Leipzig-Schönefeld des KZ Buchenwald bei der Zwangsarbeit für den Rüstungskonzern HASAG kennengelernt. Als die Frauen auf einen Todesmarsch geschickt werden, entschließen sie sich im April 1945 zu fliehen.

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Tanzen als Widerstand

“Swing High” von Cornelia Franz

Cover "Swing High" von Cornelia Franz
c Gerstenberg

Henri liebt England, hat Freund*innen dort, findet das Nationale klein und eng und spießig. Doch der 16-jährige lebt im Hamburg des Nationalsozialismus und es herrscht Krieg mit Großbritannien. Wohin mit der Wut auf all die Engstirnigkeit? Henri findet Trost im Jazz. Doch Cornelia Franz erzählt in “Swing High. Tanzen gegen den Sturm“, wie genau die Liebe zur Musik für Henri zum noch größeren Problem wird.

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Sibylla Schwarz, Dichterin des Barock

Max Baitingers Comicbiographie „Sibylla“

Cover "Sibylla"
c Reprodukt

Wie wird eine 1621 geborene Frau zur Dichterin? Was bedeutet weibliches Schreiben und das in Zeiten des Krieges? Max Baitinger erzählt Sibylla Schwarz‘ Leben in seinem Comic „Sibylla“ bildlich-poetisch auf der Metaebene.

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Glaube und Religion

„Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“ von Navid Kermani

Cover "Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen"
c Hanser

Zugegeben, das neue Jugendbuch Navid Kermanis passt nicht hundertprozentig in diesen Blog, ist es doch vor allem ein Buch über Glaube und Religion. Doch da es ein kluges Buch über diese Themen ist, kommt es nicht ohne historische Rückbezüge aus und so habe ich mir trotzdem erlaubt, „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“ hier zu besprechen. Das Buch wird vom Verlag für Menschen ab 14 Jahren empfohlen.

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Militarismus und Männlichkeit

“Der Krieg ist ein Menschenfresser”

c Hanser

Warum sollte irgendjemand in den Krieg ziehen? Bei Ferdinand jedenfalls ist es nicht die so oft beschworene Kriegsbegeisterung, die in 1914 dazu bringt, sich freiwillig zu melden. Er ist verliebt und glaubt, dass Anni ihn nur zurücklieben kann, wenn er ein Held wird. Elisabeth Zöller hinterfragt in “Der Krieg ist ein Menschenfresser” Rollenbilder und entlarvt vor der Folie des Ersten Weltkriegs den deutschen Militarismus für Menschen ab 14 Jahren.

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Schiffskatastrophe in New York

„Slocum” von Jan Soeken

Cover "Slocum"
c avant verlag

Dieser Comicband des Avant-Verlags ist als Masterarbeit entstanden und das zweite veröffentlichte Comic von Jan Soeken. Auf 120 Seiten schildert er hier ein Schiffsunglück, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. „Slocum. Schiffbruch auf dem East River“ erzählt die Geschichte einer Katastrophe, die sich im Jahr 1904 ereignete, und fragt dabei vor allem nach der Sinnhaftigkeit von Hierarchie und der Unausweichlichkeit von Unglücken dieser Art.

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Die „Große Hungersnot“ in Irland

„Grace“ ein literarisches Epos von Paul Lynch

Cover "Grace" von Paul Lynch
c Oktaven

Eigentlich erscheint „Grace“ bei Oktaven im Erwachsenensegment, aber da die Heldin Grace selbst erst 14 ist, als ihre Mutter sie aus dem Haus wirft, denke ich, dass fortgeschrittenere, literarisch interessierte Jugendliche dieses Buch gerne lesen dürften. 1845 beginnt die „Große Hungersnot“ in Irland. Durch die bis dahin unbekannte Kartoffelfäule geht die Ernte ein und zurück bleiben hungernde Menschen, vor allem als die Missernten sich Jahr für Jahr wiederholen.

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Homosexualität in der Nachkriegsgeschichte

Matthias Lehmanns „Parallel“

Cover "Parallel"
c Reprodukt

Was bedeutet es, sich ein Leben lang zu verstecken? Erst vor sich selbst, dann aber vor allen anderen? Die eigenen Wünsche und Vorlieben nicht ausleben zu können? Matthias Lehmann erzählt in „Parallel“ die Lebensgeschichte Karl Klings, der sich einerseits nach einer eigenen Familie sehnt, andererseits seine Liebe zu Männern nicht aufgeben kann und will.

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Ein Comic über Widerstand in Auschwitz

„Rapport W. Freiwillig als Häftling in Auschwitz“

c Splitter Verlag

Witold Pilecki lässt sich im September 1940 unter dem Tarnnamen Thomasz Serafínski in Auschwitz einschleusen. Über ein nach und nach aufgebautes Netzwerk gelingt es ihm, Nachrichten über das Lager nach außen zu schmuggeln und den polnischen Widerstand im Konzentrationslager aufzubauen. 2000 wurde sein Rapport in Polen veröffentlich, später in vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland und Frankreich. Gaétan Nocq setzte den Rapport W nun als Comic um. Er erfuhr über Isabelle Davion von den Aufzeichnungen. Die Historikerin hat die Entstehung des Comics wissenschaftlich begleitet und zudem ein ausführliches Nachwort verfasst.

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Leben für Andere und die Medizin

Kuwana Haulseys „Der Engel von Harlem“

Cover "Der Engel von Harlem"
c Urachhaus

May Edward Chinn war die erste Schwarze Ärztin New Yorks. Kuwana Hulsey widmet ihr mit „Der Engel von Harlem“ ein Portrait, das aus Sicht der Ärztin selbst berichtet, zunächst verschlungen wie alle Erinnerungen und dann immer klarer und an Fahrt aufnehmend, je deutlicher sie selbst ihr Ziel erkennt.

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