Militarismus und Männlichkeit

“Der Krieg ist ein Menschenfresser”

c Hanser

Warum sollte irgendjemand in den Krieg ziehen? Bei Ferdinand jedenfalls ist es nicht die so oft beschworene Kriegsbegeisterung, die in 1914 dazu bringt, sich freiwillig zu melden. Er ist verliebt und glaubt, dass Anni ihn nur zurücklieben kann, wenn er ein Held wird. Elisabeth Zöller hinterfragt in “Der Krieg ist ein Menschenfresser” Rollenbilder und entlarvt vor der Folie des Ersten Weltkriegs den deutschen Militarismus für Menschen ab 14 Jahren.

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Schiffskatastrophe in New York

„Slocum” von Jan Soeken

Cover "Slocum"
c avant verlag

Dieser Comicband des Avant-Verlags ist als Masterarbeit entstanden und das zweite veröffentlichte Comic von Jan Soeken. Auf 120 Seiten schildert er hier ein Schiffsunglück, von dem ich bisher noch nie gehört hatte. „Slocum. Schiffbruch auf dem East River“ erzählt die Geschichte einer Katastrophe, die sich im Jahr 1904 ereignete, und fragt dabei vor allem nach der Sinnhaftigkeit von Hierarchie und der Unausweichlichkeit von Unglücken dieser Art.

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Die „Große Hungersnot“ in Irland

„Grace“ ein literarisches Epos von Paul Lynch

Cover "Grace" von Paul Lynch
c Oktaven

Eigentlich erscheint „Grace“ bei Oktaven im Erwachsenensegment, aber da die Heldin Grace selbst erst 14 ist, als ihre Mutter sie aus dem Haus wirft, denke ich, dass fortgeschrittenere, literarisch interessierte Jugendliche dieses Buch gerne lesen dürften. 1845 beginnt die „Große Hungersnot“ in Irland. Durch die bis dahin unbekannte Kartoffelfäule geht die Ernte ein und zurück bleiben hungernde Menschen, vor allem als die Missernten sich Jahr für Jahr wiederholen.

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Homosexualität in der Nachkriegsgeschichte

Matthias Lehmanns „Parallel“

Cover "Parallel"
c Reprodukt

Was bedeutet es, sich ein Leben lang zu verstecken? Erst vor sich selbst, dann aber vor allen anderen? Die eigenen Wünsche und Vorlieben nicht ausleben zu können? Matthias Lehmann erzählt in „Parallel“ die Lebensgeschichte Karl Klings, der sich einerseits nach einer eigenen Familie sehnt, andererseits seine Liebe zu Männern nicht aufgeben kann und will.

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Ein Comic über Widerstand in Auschwitz

„Rapport W. Freiwillig als Häftling in Auschwitz“

c Splitter Verlag

Witold Pilecki lässt sich im September 1940 unter dem Tarnnamen Thomasz Serafínski in Auschwitz einschleusen. Über ein nach und nach aufgebautes Netzwerk gelingt es ihm, Nachrichten über das Lager nach außen zu schmuggeln und den polnischen Widerstand im Konzentrationslager aufzubauen. 2000 wurde sein Rapport in Polen veröffentlich, später in vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland und Frankreich. Gaétan Nocq setzte den Rapport W nun als Comic um. Er erfuhr über Isabelle Davion von den Aufzeichnungen. Die Historikerin hat die Entstehung des Comics wissenschaftlich begleitet und zudem ein ausführliches Nachwort verfasst.

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Leben für Andere und die Medizin

Kuwana Haulseys „Der Engel von Harlem“

Cover "Der Engel von Harlem"
c Urachhaus

May Edward Chinn war die erste Schwarze Ärztin New Yorks. Kuwana Hulsey widmet ihr mit „Der Engel von Harlem“ ein Portrait, das aus Sicht der Ärztin selbst berichtet, zunächst verschlungen wie alle Erinnerungen und dann immer klarer und an Fahrt aufnehmend, je deutlicher sie selbst ihr Ziel erkennt.

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Religion und Herrschaft

Kristina Gehrmanns Graphic Novel über Mary Tudor

Cover Bloody Mary
c Carlsen

Eine Bloody Mary ist vielen von uns im Alltag wohl eher als Drink geläufig (und auch da eher aus alten Flugzeug-Filmen) denn als die Herrscherin Mary I oder Mary Tudor, die von 1553 bis 1558 über England und Irland herrschte. Kristina Gehrmann widmet dem Leben der ambivalenten Königin nun mit “Bloody Mary. Die Geschichte der Mary Tudor” ein Comic, das nicht nur etwas für Fans des britischen Königshauses sein dürfte.

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Aufständische Frauen

Rebecca Halls „Wake. The Hidden History of Women-Led Slave Revolts”

c Simon&Schuster / Martínez

Es ist ein wenig außer der Reihe, dass ich hier ein englischsprachiges Buch vorstelle, aber als ich auf Rebecca Halls „Wake“ aufmerksam wurde, konnte ich nicht widerstehen – einerseits weil das Thema unfassbar wichtig ist (und randständig mein aktuelles Forschungsprojekt berührt) und andererseits weil ich es spannend finde, wie eine Historikerin ihre Arbeit in ein Comic umsetzen und reflektieren kann.

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Geschichte der Sklaverei

Zora Neale Hurstons Oral History “Barracoon”

Cover Barracoon
c Penguin

Zora Neale Hurston war Anthropologin. Ihre Sammlung “Barracoon” erschien erst postum und schildert ihre Begegnungen mit Oluale Kossola, der in den USA Cudjo Lewis gennant wurde. Er war einer der Menschen, die illegal auf dem letzten Sklaventransport über den Atlantik die Vereinigten Staaten von Amerika erreichten.

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Die „erste Graphic Novel“

Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“

Cover "Ein Vertrag mit Gott"
c Carlsen

Im Comicladen um die Ecke wurde mir dieser Sammelband wärmstens ans Herz gelegt – und wer diesen Riesenwälzer aufschlägt, erfährt schnell, warum. Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“ gilt als Begründer des Genres Graphic Novel. Und so haben wir es dieses Mal in zweierlei Hinsicht mit historischem Stoff zu tun – auf der einen Seite ist der Comic selbst ein historisches Dokument, auf der anderen Seite wird das New York der 1920er und 1930er Jahre protraitiert.

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