Leben für Andere und die Medizin

Kuwana Haulseys „Der Engel von Harlem“

Cover "Der Engel von Harlem"
c Urachhaus

May Edward Chinn war die erste Schwarze Ärztin New Yorks. Kuwana Hulsey widmet ihr mit „Der Engel von Harlem“ ein Portrait, das aus Sicht der Ärztin selbst berichtet, zunächst verschlungen wie alle Erinnerungen und dann immer klarer und an Fahrt aufnehmend, je deutlicher sie selbst ihr Ziel erkennt.

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Religion und Herrschaft

Kristina Gehrmanns Graphic Novel über Mary Tudor

Cover Bloody Mary
c Carlsen

Eine Bloody Mary ist vielen von uns im Alltag wohl eher als Drink geläufig (und auch da eher aus alten Flugzeug-Filmen) denn als die Herrscherin Mary I oder Mary Tudor, die von 1553 bis 1558 über England und Irland herrschte. Kristina Gehrmann widmet dem Leben der ambivalenten Königin nun mit “Bloody Mary. Die Geschichte der Mary Tudor” ein Comic, das nicht nur etwas für Fans des britischen Königshauses sein dürfte.

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Aufständische Frauen

Rebecca Halls „Wake. The Hidden History of Women-Led Slave Revolts”

c Simon&Schuster / Martínez

Es ist ein wenig außer der Reihe, dass ich hier ein englischsprachiges Buch vorstelle, aber als ich auf Rebecca Halls „Wake“ aufmerksam wurde, konnte ich nicht widerstehen – einerseits weil das Thema unfassbar wichtig ist (und randständig mein aktuelles Forschungsprojekt berührt) und andererseits weil ich es spannend finde, wie eine Historikerin ihre Arbeit in ein Comic umsetzen und reflektieren kann.

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Geschichte der Sklaverei

Zora Neale Hurstons Oral History “Barracoon”

Cover Barracoon
c Penguin

Zora Neale Hurston war Anthropologin. Ihre Sammlung “Barracoon” erschien erst postum und schildert ihre Begegnungen mit Oluale Kossola, der in den USA Cudjo Lewis gennant wurde. Er war einer der Menschen, die illegal auf dem letzten Sklaventransport über den Atlantik die Vereinigten Staaten von Amerika erreichten.

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Die „erste Graphic Novel“

Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“

Cover "Ein Vertrag mit Gott"
c Carlsen

Im Comicladen um die Ecke wurde mir dieser Sammelband wärmstens ans Herz gelegt – und wer diesen Riesenwälzer aufschlägt, erfährt schnell, warum. Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“ gilt als Begründer des Genres Graphic Novel. Und so haben wir es dieses Mal in zweierlei Hinsicht mit historischem Stoff zu tun – auf der einen Seite ist der Comic selbst ein historisches Dokument, auf der anderen Seite wird das New York der 1920er und 1930er Jahre protraitiert.

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Schokolade und Familiengeheimnisse

„Zartbittertod“ greift deutsche Kolonialgeschichte auf

Cover "Zartbittertod"
c cbt

Dass intensiv über die deutsche koloniale Vergangenheit debattiert wird, ist eine begrüßenswerte Entwicklung der letzten Jahre. Erst kürzlich hat die Bundesregierung endlich die Verbrechen an Herero und Name als Völkermord anerkannt – ein erster Schritt. Elisabeth Herrmann greift dieses Kapitel der deutschen Geschichte in ihrem Thriller „Zartbittertod“ für Menschen ab 14 gekonnt auf. Schade nur: Irgendwie fehlt es dann doch an Tiefe.

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In den Mühlen der Jugendfürsorge der DDR

„Verraten“ von Grit Poppe

Cover "Verraten" von Grit Poppe
c Dressler

Es ist 1986 und der GAU in Tschernobyl erschüttert die Welt – oder eben auch nicht, je nachdem, welche Medien man konsumiert. Aber das ist nicht das einzige Moment, das Sebastians Alltag und seinen Glauben an die DDR ins Wanken bringt. Seine Mutter ist gestorben und plötzlich landet er einem „Durchgangsheim“, das sich gut und gerne als Gefängnis beschreiben lässt. Grit Poppe erzählt in „Verraten“, wie leicht es war in die Mühlen des DDR-Unrechtsregimes zu geraten und wie schwierig ein Leben war, in dem Vertrauen gleichsam den eigenen Untergang bedeuten konnte.

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Erwachsenwerden durch Abschiede

Karin Bruders „Zusammen allein“

Cover "Zusammen allein"
c Reihe Hanser

Rumänien Ende der 80er Jahre – das sozialistische System wird zunehmend brüchig, jedoch keineswegs weniger brutal. Immer mehr Menschen stellen Ausreiseanträge. Unter ihnen auch Agnes‘ Eltern. In „Zusammen allein“ erzählt Karin Bruder vom Alltag in der Ceaușescu-Diktatur, vor allem aber von der Frage: Was macht das Leben in ständiger Anpassung mit den Menschen?

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Die Sinnlosigkeit des Tötens

Kirsten Boies “Dunkelnacht” und die Endphasenverbrechen des Zweiten Weltkriegs

Cover "Dunkelnacht"
c Oetinger

Kirsten Boie ist dafür bekannt, dass sie alle Register des Kinder- und Jugendbuchs bedienen kann. Von locker-leicht bis schwer und tiefgründig ist alles dabei. Vor einigen Wochen hatte ich schon “Ringel, Rangel, Rosen” zu den 1950er Jahren in Hamburg vorgestellt. Hier soll es nun um das relativ frisch erschienene “Dunkelnacht” gehen, das für Menschen ab 15 Jahren von Endphasenverbrechen in einer bayerischen Kleinstadt erzählt.

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Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

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