Knorrige Altlasten und Bonner Republik

Hannah Brinkmanns “Gegen mein Gewissen”

Cover "Gegen mein Gewissen"
c Hannah Brinkmann

Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog “Heimat” vorgestellt – eine Suche nach der eigenen Familiengeschichte. Die Graphic Novel “Gegen mein Gewissen” von Hannah Brinkmann verfolgt einen ähnlich persönlichen Ansatz, gleichwohl ist die Geschichte stringenter erzählt: Es geht um den jungen Hermann Brinkmann, der 1973 zur Bundeswehr eingezogen wird und sich in der Folge das Leben nimmt. Einzig im Rahmen macht Hannah Brinkmann deutlich, dass sie von ihrer eigenen Familie erzählt, als sie im Vorwort beschreibt, wie sie zum ersten Mal von ihrem Onkel hört, und im Nachwort die Recherche und die Haltung der Familie dazu rekapituliert.

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Vom Suchen der eigenen Vergangenheit

Nora Krugs „Heimat“

Cover "Heimat" von Nora Krug
c Nora Krug / Penguin

Es ist ein schwerer, ein wuchtiger Band. Aber schwer und wuchtig sind auch die Fragen, mit denen Nora Krug loszieht auf eine Spurensuche. Fernab der Heimat, ausgewandert in die USA, beginnt sie sich zu fragen, was das eigentlich ist. Heimat. Und vor allem, wie sie als Deutsche sich zur deutschen Vergangenheit verhalten soll. Sie merkt, dass sie – wie so viele von uns – kaum etwas über ihre Vorfahren weiß. „Heimat“ erzählt daher die Geschichte einer akribischen Recherche. Und der großen Frage nach Schuld und Unschuld und wie wir diese weiter tragen.

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Fußball als Hintergrundfolie der deutsch-deutschen Geschichte

Ein Interview mit Philippe Collin

Cover "Das Spiel der Brüder Werner"
c Splitter Verlag

Nach längerer Zeit gibt es endlich mal wieder ein Interview. Philippe Collins zweiter Comicband „Das Spiel der Brüder Werner“ ist gerade frisch erschienen und er hat sich die Zeit genommen, mir ein paar Fragen zu seinem Rechercheweg und seiner Arbeit zu beantworten. Vorab aber einige Worte zum Buch: Der Band setzt mit den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ein und zeigt zwei auf sich allein gestellte Brüder. Die Waisen Konrad und Andreas landen eher zufällig in Leipzig und geraten dort – aus Not und Erpressbarkeit heraus – in den Rekrutierungsfängen der Stasi.

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Demokratie feiern – Demokrat*innen feiern

„Das Parlament. 45 Leben für die Demokratie“

Cover "Das Parlament"
c bpb

In Zeiten von Demos, die mit Demokratieliebe wirklich kaum noch etwas zu tun haben, gleichzeitig das Recht der freien Meinungsäußerung jedoch merkwürdig verquer und einseitig nach oben halten, scheinen Bücher wie dieses umso dankens- und lesenswerter. Simon Schwartz hat in „Das Parlament“ 45 biographische Kurzportraits von Menschen versammelt, die sich für die parlamentarische Demokratie in Deutschland eingesetzt haben.

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Wie Ideen beginnen

„Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal“ von Dirk Walbrecker

Cover "Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal"
c Edition Koendgen

Wie entwickelt ein Industriellensohn kommunistische Ideale? Was führt uns überhaupt auf unseren Lebensweg, zu unseren Überzeugungen? Diesen Fragen geht Dirk Walbrecker in seiner Darstellung der Jugend Friedrich Engels‘ in Wuppertal nach. Der Roman “Auf Bruch” ist konsequent aus der Perspektive Engels‘ geschrieben und endet 1837 mit dem Abgang vom Gymnasium und damit einhergehend dem Beginn der beruflichen Laufbahn.

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Ein richtig echtes Wendebuch, nur ohne Wende

„Das Mauerschweinchen“ erzählt Kindheit im geteilten Berlin

Cover "Das Mauerschweinchen"
c cbj

Wie ist das eigentlich, in einer geteilten Stadt aufzuwachsen? Katja Ludwigs Protagonist*innen kriegen das aus allernächster Nähe mit. Denn Aron und Nora wohnen auf der Wolliner Straße, die von der Mauer geteilt wird. Während Nora vom Westen auf die Mauer schaut und ständig neue Witze auf die Betonwände gesprüht sieht, ist Aron im Osten zuhause und blickt auf einen Hochsicherheitsapparat.

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Neonazis und Auswege

„Drei Steine“ beschreibt die 1980er in Dortmund

Cover "Drei Steine"
c Nils Oskamp / panini

Nils Oskamp hat mit der Graphic Novel „Drei Steine“ ein sehr persönliches autobiographisches Comic-Buch vorgelegt, in dem er über seine eigene Jugend in Dortmund berichtet. An seiner Schule werben Mitschüler neue Mitglieder für rechte Vereinigung an. Altnazis unterrichten völkische Inhalte und der Ich-Erzähler bleibt lange vollkommen allein in seinem Widerspruch und Aufbegehren gegen die braune Ideologie.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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