Wie Ideen beginnen

„Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal“ von Dirk Walbrecker

Cover "Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal"
c Edition Koendgen

Wie entwickelt ein Industriellensohn kommunistische Ideale? Was führt uns überhaupt auf unseren Lebensweg, zu unseren Überzeugungen? Diesen Fragen geht Dirk Walbrecker in seiner Darstellung der Jugend Friedrich Engels‘ in Wuppertal nach. Der Roman “Auf Bruch” ist konsequent aus der Perspektive Engels‘ geschrieben und endet 1837 mit dem Abgang vom Gymnasium und damit einhergehend dem Beginn der beruflichen Laufbahn.

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Ein richtig echtes Wendebuch, nur ohne Wende

„Das Mauerschweinchen“ erzählt Kindheit im geteilten Berlin

Cover "Das Mauerschweinchen"
c cbj

Wie ist das eigentlich, in einer geteilten Stadt aufzuwachsen? Katja Ludwigs Protagonist*innen kriegen das aus allernächster Nähe mit. Denn Aron und Nora wohnen auf der Wolliner Straße, die von der Mauer geteilt wird. Während Nora vom Westen auf die Mauer schaut und ständig neue Witze auf die Betonwände gesprüht sieht, ist Aron im Osten zuhause und blickt auf einen Hochsicherheitsapparat.

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Die Pest als Ende aller Sicherheit

Sally Nicholls‘ „Keiner kommt davon“

Cover "Keiner kommt davon"
c Hanser

Zugegeben, der Untertitel „Eine Geschichte vom Überleben“ nimmt zumindest in Bezug auf unsere Erzählerin Isabel ein wenig die Spannung. Trotzdem ist „Keiner kommt davon“ eines dieser Bücher, die schnellstmöglich durchgesuchtet werden müssen. Sally Nicholls beschreibt in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren intensiv und berührend, wie 1349 die Pest das Dorf Ingleforn in England erreicht und Isabels Welt vollkommen aus den Fugen gerät.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Wenn Krankheit zuschlägt

Makiia Luciers „Das Fieber“ über die Spanische Grippe

Cover "Das Fieber"
c Königskinder

Ich muss zugeben: Es ist schon ein Weilchen her, dass ich dieses Buch (und zudem nur auf Englisch) gelesen habe. Aber angesichts der Corona-Aufregung musste ich in letzter Zeit häufiger daran denken, wie Makiia Lucier in „Das Fieber“ über den Ausbruch der Spanischen Grippe erzählt. Das Jugendbuch ab 14 Jahren ist tatsächlich so spannend, dass ich mich auch ein paar Jahre später noch daran erinnern kann.

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Vergangenheit als Hörabenteuer

Die Hörspielreihe rund um Fred von Birge Tetzner

Ich habe ja vor einiger Zeit „Fred bei den Wikingern“ als Buch sehr begeistert hier rezensiert. Nachdem ich mit der Autorin Birge Tetzner auch noch ein spannendes Interview rund um den Unterschied zwischen Hörbuch/Hörspiel und „echtem“ Buch führen konnte (findet ihr hier), habe ich nun endlich auch mal in den Ursprung der Fredreihe, nämlich die Hörspiele, hineingehört.

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Brieffreundschaft im geteilten Berlin: “Mauerpost”

Cover "Mauerpost"
c cbj

Es ist eine Konstellation, die die Irrwitzigkeit des geteilten Berlins auf Alltagsbasis vor Augen führt: Eine Fünfzehnjärige auf der einen Seite der Mauer. Im Osten Berlins wachsen in ihr die Zweifel an dem System, in dem sie lebt. Da vermittelt die nette Oma Ursel aus ihrem Haus ihr eine Brieffreundschaft nach Westberlin. Ihre Brieffreundin, die dreizehnjährige Ines, ist die Enkelin von Ursel und hat ihre Oma noch nie im Leben gesehen. Erst ist es nur der Reiz des Anderen, der die Mädchen schreiben lässt. Doch schnell merken die beiden, dass sie sich viel mehr zu sagen haben. „Mauerpost“ vereint ihre Geschichte vom geteilten Berlin.

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History-Mystery- Schmöker-Hurra:

Emma Carrolls „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“

Cover Nacht über Frost Hollow Hall (Emma Carroll)
c Thienemann Verlag / Verena Körting

Im Interview mit Katharina Ebinger hatte die Programmleiterin von Thienemann erzählt, dass vor allem die historischen Schmöker von Emma Carroll gut laufen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Hier kommt jetzt also eine Sammelrezension von „Nacht über Frost Hollow Hall“ und „Das Geheimnis der roten Schatulle“. – Eins sei gleich schonmal gesagt: Carroll liebt offensichtlich düstere Familiengeheimnisse.

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Es fliegt. Oder nicht?! Stephan Martin Meyer und Thorwald Spangenberg experimentieren mit „Leonardos Flugmaschinen“

Cover "Leonardos Flugmaschinen", ein Bilderbuch von Gerstenberg Verlag

Fliegen ist und bleibt ein Faszinosum – selbst in Zeiten, in denen Flugreisen traurige, klimaschädliche Alltäglichkeit haben, ist der Traum vom Schweben weiterhin in vielen Köpfen und werden die Pionierleistungen von Menschen gefeiert, die der Schwerkraft trotzten (zum Beispiel in Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ oder Amelia Earhardt in der Little People Big Dreams-Reihe). Genau dieser Faszination widmen sich aber auch Stephan Martin Meyer und Thorwald Spangenberg in ihrem Buch „Leonardos Flugmaschinen“, das sich an Menschen ab 8 Jahren richtet, auf zwei Ebenen.

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