Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

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Von Gut und Böse und Tod

Els Beertens „Als gäbe es einen Himmel“

Cover "Als gäbe es einen Himmel"
c Fischer Verlage

„Wo man singt, da lass dich nieder…“ Diese einfache Weisheit kennen wir wohl alle. Sie spielt an auf das Verbindende von Musik. Doch was, wenn die gemeinsame Liebe zum Klang nicht mehr genügt? Wenn überhaupt die Liebe nicht mehr reicht? Wenn der Liebste zum Nazi wird und freiwillig für die Besatzer an der Ostfront kämpfen will? Els Beerten erzählt in „Als gäbe es keinen Himmel“ vom besetzten Belgien und der Frage, was Krieg mit Menschen macht.

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Zwischen Mythos und Geschichte

Rosemary Sutcliffs „Die Laternenträger“

Cover "Die Laternenträger"
c Urachhaus

Aquila ist jung, als die römischen Legionen aus Britannien abgerufen werden. Und nicht nur das, er ist zerrissen – erst im letzten Moment entscheidet er sich, zu desertieren und in Britannien, seiner Heimat, zu bleiben, um sie zu verteidigen. Rosemary Sutcliff bewegt sich mit „Die Laternenträger“ zwischen Mythos und Wahrheit und schildert die Neuordnung Britanniens nach dem Rückzug Roms.

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Fußball als Hintergrundfolie der deutsch-deutschen Geschichte

Ein Interview mit Philippe Collin

Cover "Das Spiel der Brüder Werner"
c Splitter Verlag

Nach längerer Zeit gibt es endlich mal wieder ein Interview. Philippe Collins zweiter Comicband „Das Spiel der Brüder Werner“ ist gerade frisch erschienen und er hat sich die Zeit genommen, mir ein paar Fragen zu seinem Rechercheweg und seiner Arbeit zu beantworten. Vorab aber einige Worte zum Buch: Der Band setzt mit den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ein und zeigt zwei auf sich allein gestellte Brüder. Die Waisen Konrad und Andreas landen eher zufällig in Leipzig und geraten dort – aus Not und Erpressbarkeit heraus – in den Rekrutierungsfängen der Stasi.

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Wie Ideen beginnen

„Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal“ von Dirk Walbrecker

Cover "Auf Bruch. Der junge Engels im Wupper-Tal"
c Edition Koendgen

Wie entwickelt ein Industriellensohn kommunistische Ideale? Was führt uns überhaupt auf unseren Lebensweg, zu unseren Überzeugungen? Diesen Fragen geht Dirk Walbrecker in seiner Darstellung der Jugend Friedrich Engels‘ in Wuppertal nach. Der Roman “Auf Bruch” ist konsequent aus der Perspektive Engels‘ geschrieben und endet 1837 mit dem Abgang vom Gymnasium und damit einhergehend dem Beginn der beruflichen Laufbahn.

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Ein richtig echtes Wendebuch, nur ohne Wende

„Das Mauerschweinchen“ erzählt Kindheit im geteilten Berlin

Cover "Das Mauerschweinchen"
c cbj

Wie ist das eigentlich, in einer geteilten Stadt aufzuwachsen? Katja Ludwigs Protagonist*innen kriegen das aus allernächster Nähe mit. Denn Aron und Nora wohnen auf der Wolliner Straße, die von der Mauer geteilt wird. Während Nora vom Westen auf die Mauer schaut und ständig neue Witze auf die Betonwände gesprüht sieht, ist Aron im Osten zuhause und blickt auf einen Hochsicherheitsapparat.

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Die Pest als Ende aller Sicherheit

Sally Nicholls‘ „Keiner kommt davon“

Cover "Keiner kommt davon"
c Hanser

Zugegeben, der Untertitel „Eine Geschichte vom Überleben“ nimmt zumindest in Bezug auf unsere Erzählerin Isabel ein wenig die Spannung. Trotzdem ist „Keiner kommt davon“ eines dieser Bücher, die schnellstmöglich durchgesuchtet werden müssen. Sally Nicholls beschreibt in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren intensiv und berührend, wie 1349 die Pest das Dorf Ingleforn in England erreicht und Isabels Welt vollkommen aus den Fugen gerät.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Wenn Krankheit zuschlägt

Makiia Luciers „Das Fieber“ über die Spanische Grippe

Cover "Das Fieber"
c Königskinder

Ich muss zugeben: Es ist schon ein Weilchen her, dass ich dieses Buch (und zudem nur auf Englisch) gelesen habe. Aber angesichts der Corona-Aufregung musste ich in letzter Zeit häufiger daran denken, wie Makiia Lucier in „Das Fieber“ über den Ausbruch der Spanischen Grippe erzählt. Das Jugendbuch ab 14 Jahren ist tatsächlich so spannend, dass ich mich auch ein paar Jahre später noch daran erinnern kann.

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