Nachkriegstaumel

“Heul doch nicht, du lebst ja noch” von Kirsten Boie

Cover Heul doch nicht, du lebst ja noch
c Oetinger Verlag

Mit “Heul doch nicht, du lebst ja noch” beschäftigt sich Kirsten Boie erneut mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen unmittelbaren Folgen. Für Menschen ab 14 Jahren beschreibt sie schonungslos den Sommer 1945 in Hamburg und zeigt damit, dass ein Waffenstillstand noch lange nicht das Ende des Krieges bedeutet.

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Die Kuba-Krise und die englische Kleinstadt

„Feuerschlucker“ von David Almond

Cover "Feuerschlucker"
c Hanser

Bobby steht an einer Schwelle. Bald wird er die weiterführende Schule besuchen und sich damit aus seinem vertrauten Leben in der englischen Kleinstadt am Meer entfernen. Doch nicht nur das macht ihm Angst, da ist auch die Krankheit seines Vaters. Und der drohende Atomkrieg. David Almond schafft in „Feuerschlucker“ über Bobbys Erfahrung ein beeindruckendes Alltagspanorama von der Angst vor dem Atomkrieg, mit der Kubakrise 1962 als Höhepunkt.

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Abenteuer im emanzipierten Germanien

“Octavia. Tochter Roms” von Thobias Goldfarb

Cover "Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien"
c Ars Edition

Für eine gute Abenteuergeschichte bin ich immer zu haben – und wenn dann auch noch ein Mädchen im Mittelpunkt steht, dass seinen schlauen Kopf durchsetzt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Tobias Goldfarb hat mit “Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien” ein richtig spannendes Buch für Menschen ab 10 Jahren hingelegt. Es ist der erste Band einer vielversprechenden Reihe.

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Eine deutsch-französische Beziehung

Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe”

Cover "Geliebte Berthe"
c Piper Verlag

Ob Erbfeind oder deutsch-französische Freundschaft: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland tauchen immer wieder im Geschichtsunterricht auf. Was genau ihr Wandel allerdings jenseits der europäischen Integration auf persönlicher Ebene bedeutet, bleibt dabei gelegentlich schwer zu fassen. In Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe” wird genau das deutlich für Menschen ab 12.

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1989 für Kinder

“Fritzi war dabei” von Hanna Schott und Gerda Raidt

Cover "Fritzi war dabei"
c Klett Kinderbuch

Schön blöd, wenn die beste Freundin nicht aus dem Urlaub zurückkehrt. Wenn sich überhaupt so viel verändert. Und es doch nicht möglich ist, so richtig nachzufragen. Ein Glück, dass Fritzi einen kleinen Bruder hat – Hanno kann und darf gelegentlich nachfragen. Und die nicht auf den Kopf gefallene Fritzi reimt sich den Rest zusammen, so dass Menschen ab 8 Jahren (und beim Vorlesen auch früher) in “Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte” jede Menge über die friedliche Revolution 1989 lernen.

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Tanzen als Widerstand

“Swing High” von Cornelia Franz

Cover "Swing High" von Cornelia Franz
c Gerstenberg

Henri liebt England, hat Freund*innen dort, findet das Nationale klein und eng und spießig. Doch der 16-jährige lebt im Hamburg des Nationalsozialismus und es herrscht Krieg mit Großbritannien. Wohin mit der Wut auf all die Engstirnigkeit? Henri findet Trost im Jazz. Doch Cornelia Franz erzählt in “Swing High. Tanzen gegen den Sturm“, wie genau die Liebe zur Musik für Henri zum noch größeren Problem wird.

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Kaffeeanbau und freie Liebe

“Im Land der Kaffeeblüten” von Laura Antoni

Cover "Im Land der Kaffeeblüten"
c Thienemann

Zwei Jugendliche, die wenig Lust auf Schule haben und zudem von ihren Eltern durch die Gegend verfrachtet werden, ohne wenig eigenen Einfluss zu haben. 2011 treffen sie in Bremen aufeinander, machen zusammen ein Schulprojekt und stoßen auf eine wundersame gemeinsame Familiengeschichte in Guatemala 1902. Laura Antoni thematisiert in “Im Land der Kaffeeblüten” globalen Handel, Selbstbestimmung und deutschen Kolonialismus spannend als Liebesroman.

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Ein Gangster-Roman vom allerfeinsten

„Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom“

Cover "Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom"
c Gerstenberg

Ein wenig erinnert „Die erstaunlichen Abenteuer des Aaron Broom“ an Emil und die Detektive oder ähnliche Geschichten, nur amerikanisch ist es natürlich und ein wenig ruppiger geht es zu, denn hier gibt es echte Leichen. Denn der zwölfjährige Aaron Broom muss seinen Vater in St. Louis vor dem Gefängnis retten und deckt dabei maffiöse Strukturen auf.

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Militarismus und Männlichkeit

“Der Krieg ist ein Menschenfresser”

c Hanser

Warum sollte irgendjemand in den Krieg ziehen? Bei Ferdinand jedenfalls ist es nicht die so oft beschworene Kriegsbegeisterung, die in 1914 dazu bringt, sich freiwillig zu melden. Er ist verliebt und glaubt, dass Anni ihn nur zurücklieben kann, wenn er ein Held wird. Elisabeth Zöller hinterfragt in “Der Krieg ist ein Menschenfresser” Rollenbilder und entlarvt vor der Folie des Ersten Weltkriegs den deutschen Militarismus für Menschen ab 14 Jahren.

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Rassensegregation und Lynchjustiz

„Nelle und Tru. Eine Weihnachtsgeschichte“

Cover "Tru & Nelle. Eine Weihnachtsgeschichte"
c Urachhaus

Zugegeben: Ich war etwas skeptisch mit diesem Buch. Zwar habe ich vor einiger Zeit den ersten Band „Tru und Nelle“ besprochen, aber ob sich aus dem harten Stoff der Rassensegregation und Lynchjustiz in den amerikanischen Südstaaten wirklich „Eine Weihnachtsgeschichte“ machen ließe? G. Neri hat es geschafft, und das, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen oder die Dinge zu beschönigen.

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