„Der papierne Freund“

Ein Interview mit Herausgeber Wolf Kaiser über die Bedeutung von Tagebüchern für die Erinnerungskultur zum Holocaust

Cover "Der papierene Freund"
c metropol

Tagebücher spielen auf meinem Blog immer wieder eine Rolle, mal sind sie fiktiv, mal tatsächliche Quellen und ediert herausgegeben. Mit „Der papierene Freund. Holocaust-Tagebücher jüdischer Kinder und Jugendlicher“ erschien im Mai 2022 im Metropol Verlag ein Sammelband, der Auszüge unterschiedlicher Tagebücher von Kindern und Jugendlichen, die den Holocaust erlebt haben, vereint.

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Geschichte des Rassismus

„Stamped“ von Jason Reynolds und Ibram X. Kendi

Cover "Stamped"
c dtv

Stamped. Rassismus und Antirassismus in Amerika“ ist ein besonderes Jugendbuch, da es die Adaption eines 600-Seiten Werkes von Ibram X. Kendi für jüngere Leserinnen ist. Die Geschichte des Rassismus hat Jason Reynolds, seines Zeichens bekannter Jugendbuchautor, auf 250 Seiten inklusive Anhängen heruntergebrochen.

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Als Zwangsarbeiter nach Deutschland

“Tagebuch eines Zwangsarbeiters” von Jan Bazuin

Cover Jan Bazuin "Tagebuch eines Krieges"
c CH Beck

Jan Bazuin ist 1944 19 Jahre alt. Er lebt in Rotterdam, ist verliebt. Alles könnte gut sein. Doch der Krieg ist schon so weit in seine Normalität eingesunken, dass er den Alltag oft genug als “nichts besonderes” beschreibt. Sein “Tagebuch eines Zwangsarbeiters” liefert eindrücklich Zeugnis davon ab, was es hieß aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht zu werden, um hier zu arbeiten.

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Ein Umsturz in der Architektur

Illustrierte Biographie „Gaudí. Architekt der Fantasie“

Cover "Gaudi. Architekt der Fantasie"

Jubiläen sind immer so eine Sache – zack, purzeln die Veröffentlichungen nur so aus dem Buchregal. In diesem Falle jedoch spielt es gar nicht so eine große Rolle, dass Gaudí dieses Jahr 170 Jahre alt geworden wäre. Viel wichtiger ist, dass seine Lebensgeschichte große Fragen beantwortet und Mut macht. Susan B. Katz und Linda Schwalbe haben sich bei „Gaudí. Architekt der Fantasie“ für eine sehr textreduzierte, dafür umso farbintensivere Erzählweise erschienen.

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Frauenwahlrecht und noch mehr

“Die Stimme der Frauen” von Caroline Stevan und Elīna Brasliņa

Cover "Die Stimme der Frauen"
c Helvetiq

Nach dem Sammelsurium letzte Woche kommt jetzt ein feministisches Buch ab 8 Jahren, das sich am Thema Frauenwahlrecht entlanghangelt. Tatsächlich ist “Die Stimme der Frauen” von Caroline Steven und Elīna Brasliņa aber viel mehr als eine reine Geschichte des Wählens. Vielmehr ist es der Versuch, knapp und verständlich auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft der Moderne zu schauen.

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Sammelalbum weiblicher Idole

„100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“

Cover "100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht"
c bpb

Ich habe diese bpb-Ausgabe erst spät entdeckt, mich aber umso mehr gefreut – „100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“ klang vielversprechend und das Konzept ist in der Tat toll. Sabine Kranz und Annegret Ritter haben hier einen Band herausgegeben, in dem 100 Pionierinnen vorgestellt werden. Jede Doppelseite ist gleich aufgeteilt, mit einer kurzen Biographie, einem Zitat sowie der Auskunft, warum die jeweilige Illustratorin diese Frau ausgewählt hat. Denn auf der rechten Seite haben unterschiedlichste Illustratorinnen die Heldinnen des Bandes illustriert. Zur Kontextualisierung läuft am unteren Seitenrand ein Infostreifen mit, der allgemeine Entwicklungen zu Frauenrechten kenntlich macht.

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Stalins Großer Terror im Comic

Olga Lawrentjewas „Surwilo“

Cover "Surwilo. Eine russische Familiengeschichte"
c avant Verlag

Die Enkelkinder gehen mit der Großmutter zum Pilzesammeln und die Sprache kommt auf die eigene Familiengeschichte – so gerahmt erzählt Olga Lawrentjewa in „Surwilo. Eine russische Familiengeschichte“ nicht nur die Geschichte ihrer Großmutter, sondern eine Biographie, die exemplarisch für so viele in Russland steht und die Langzeitfolgen des Stalinistischen Regimes sichtbar macht.

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Kinderrettung in Zeiten des Krieges

„Nicky und Vera“ von Peter Sís

Cover "Nicky & Vera"
c Gerstenberg

Die Willkür von Leben und Tod ist manchmal so banal wie erschütternd. In „Nicky und Vera“ wird sie besonders deutlich. Peter Sís erzählt vom jungen Nicholas Winston, der 1938 fast 700 jüdische Kinder aus Tschechien rettete. Das Bilderbuch funktioniert vor allem deshalb gut, weil Sís auf mehreren Ebenen erzählt und von Anfang an erklärt, warum er die Geschichte relevant findet. So an die Hand genommen ist „Nicky und Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder, die er rettete“ ein tolles Buch für Menschen ab 5 Jahren, um sich mit diesem Teil der Geschichte auseinanderzusetzen.

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Zeitzeuginbericht zu Schindlers Liste

„Ich überlebte“ von Rena Finder

Cover "Ich überlebte"
c Hanser

Rena Finder ist 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern von der deutschen Besatzung gezwungen wird, in das Ghetto von Krakau zu ziehen. In „Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste“ erzählt sie – aufgezeichnet von Joshua M. Greene – wie sie den Holocaust dennoch überlebte. Der eingängige Bericht wird vom Verlag für Menschen ab 12 Jahren empfohlen.

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Wozu Archäologie?

„Wilde Wikinger in Sicht“ ist der dritte Teil der „Dusty Diggers“-Reihe

c Seemann Henschel

Ich habe auch schon die ersten beiden Teile der „Dusty Diggers“-Reihe von Silke Vry und Marie Geissler besprochen. „Wilde Wikinger in Sicht“ bringt alle Erfolgselemente der ersten beiden Bände mit und erklärt Menschen ab 8 Jahren erneut, was Archäologie kann – am konkreten Beispiel der mittelalterlichen Siedlung Haithabu.

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