Tanzen als Widerstand

“Swing High” von Cornelia Franz

Cover "Swing High" von Cornelia Franz
c Gerstenberg

Henri liebt England, hat Freund*innen dort, findet das Nationale klein und eng und spießig. Doch der 16-jährige lebt im Hamburg des Nationalsozialismus und es herrscht Krieg mit Großbritannien. Wohin mit der Wut auf all die Engstirnigkeit? Henri findet Trost im Jazz. Doch Cornelia Franz erzählt in “Swing High. Tanzen gegen den Sturm“, wie genau die Liebe zur Musik für Henri zum noch größeren Problem wird.

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Kaffeeanbau und freie Liebe

“Im Land der Kaffeeblüten” von Laura Antoni

Cover "Im Land der Kaffeeblüten"
c Thienemann

Zwei Jugendliche, die wenig Lust auf Schule haben und zudem von ihren Eltern durch die Gegend verfrachtet werden, ohne wenig eigenen Einfluss zu haben. 2011 treffen sie in Bremen aufeinander, machen zusammen ein Schulprojekt und stoßen auf eine wundersame gemeinsame Familiengeschichte in Guatemala 1902. Laura Antoni thematisiert in “Im Land der Kaffeeblüten” globalen Handel, Selbstbestimmung und deutschen Kolonialismus spannend als Liebesroman.

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Sibylla Schwarz, Dichterin des Barock

Max Baitingers Comicbiographie „Sibylla“

Cover "Sibylla"
c Reprodukt

Wie wird eine 1621 geborene Frau zur Dichterin? Was bedeutet weibliches Schreiben und das in Zeiten des Krieges? Max Baitinger erzählt Sibylla Schwarz‘ Leben in seinem Comic „Sibylla“ bildlich-poetisch auf der Metaebene.

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Tröpfelnder Aufstand und blutiges Ende

Manfred Mais „Nichts als die Freiheit!“

Cover "Nichts als die Freiheit!"
c dtv

Wenn ich mich richtig erinnere, hat der deutsche Bauernkrieg bei mir im Geschichtsunterricht keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Ist auch wirklich nicht meine „Lieblingsepoche“, aber „Nichts als die Freiheit!“ von Manfred Mai habe ich gerne gelesen. Es ist ein kompaktes Sachbuch gemischt mit kleinen Dialogen für Menschen ab 10 Jahren – vermute ich, denn leider ist das Buch nur noch antiquarisch erhältlich und die Verlagsempfehlung nicht einsehbar.

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Homosexualität in der Nachkriegsgeschichte

Matthias Lehmanns „Parallel“

Cover "Parallel"
c Reprodukt

Was bedeutet es, sich ein Leben lang zu verstecken? Erst vor sich selbst, dann aber vor allen anderen? Die eigenen Wünsche und Vorlieben nicht ausleben zu können? Matthias Lehmann erzählt in „Parallel“ die Lebensgeschichte Karl Klings, der sich einerseits nach einer eigenen Familie sehnt, andererseits seine Liebe zu Männern nicht aufgeben kann und will.

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Familiäre Vergangenheitsbewältigung

„Der Duft der Kiefern“ von Bianca Schaalburg

Cover "Der Duft der Kiefern"

Spurensuchen in der eigenen Familie liegen im Trend. Wie war meine Familie involviert? Was wussten meine Großeltern über den Holocaust? Ich habe vor einiger Zeit begeistert das Buch „Heimat“ besprochen. Nun legt Bianca Schaalburg ihre erste Graphic Novel vor. „Der Duft der Kiefern“ ist eine Familiengeschichte, die über die Nazizeit hinaus geht und auch nach erinnerungskulturellen Entwicklungen der BRD der Nachkriegszeit erzählt.

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Engagiertes Leben gegen Nazis

Der Comic zu Beate und Serge Klarsfeld

Cover Beate und Serge Klarsfeld
c Carlsen

Der biographische Comic „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ setzt bei der wohl bekanntesten Aktion ein, nämlich dem Moment, als Beate Klarsfeld am 7. November 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigt. Von hier aus spannen Pascal Bresson und Sylvain Dorange die Geschichte der Beziehung sowie der Arbeit der Klarsfelds aus, die maßgeblich vom gemeinsamen Kampf gegen Alt-Nazis geprägt ist, die bisher der juristischen Verfolgung entgangen waren.

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Schokolade und Familiengeheimnisse

„Zartbittertod“ greift deutsche Kolonialgeschichte auf

Cover "Zartbittertod"
c cbt

Dass intensiv über die deutsche koloniale Vergangenheit debattiert wird, ist eine begrüßenswerte Entwicklung der letzten Jahre. Erst kürzlich hat die Bundesregierung endlich die Verbrechen an Herero und Name als Völkermord anerkannt – ein erster Schritt. Elisabeth Herrmann greift dieses Kapitel der deutschen Geschichte in ihrem Thriller „Zartbittertod“ für Menschen ab 14 gekonnt auf. Schade nur: Irgendwie fehlt es dann doch an Tiefe.

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Rassismus-Ausstellung in Dresden

Der Ausstellungsbegleitband

Cover "Rassismus. Die Erfindung von Menschenrassen" (Wallstein)
c Wallstein

Der Untertitel gibt das Programm schon gut vor: „Rassismus. Die Erfindung der Menschenrassen“ – der von Susanne Wernsing, Christian Geulen und Klaus Vogel herausgegebene Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Deutschen Hygienemuseum in Dresden liefert viel Material, um über die Konstruktion von „Rasse“ und die Entstehung von Rassismus nachzudenken, auch ohne die Ausstellung gesehen zu haben. Der Band liegt nun auch als BpB-Ausgabe vor.

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In den Mühlen der Jugendfürsorge der DDR

„Verraten“ von Grit Poppe

Cover "Verraten" von Grit Poppe
c Dressler

Es ist 1986 und der GAU in Tschernobyl erschüttert die Welt – oder eben auch nicht, je nachdem, welche Medien man konsumiert. Aber das ist nicht das einzige Moment, das Sebastians Alltag und seinen Glauben an die DDR ins Wanken bringt. Seine Mutter ist gestorben und plötzlich landet er einem „Durchgangsheim“, das sich gut und gerne als Gefängnis beschreiben lässt. Grit Poppe erzählt in „Verraten“, wie leicht es war in die Mühlen des DDR-Unrechtsregimes zu geraten und wie schwierig ein Leben war, in dem Vertrauen gleichsam den eigenen Untergang bedeuten konnte.

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