Eine deutsch-französische Beziehung

Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe”

Cover "Geliebte Berthe"
c Piper Verlag

Ob Erbfeind oder deutsch-französische Freundschaft: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland tauchen immer wieder im Geschichtsunterricht auf. Was genau ihr Wandel allerdings jenseits der europäischen Integration auf persönlicher Ebene bedeutet, bleibt dabei gelegentlich schwer zu fassen. In Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe” wird genau das deutlich für Menschen ab 12.

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Der Erste Weltkrieg als Schmöker?

“Weg in die Dunkelheit” von Dominik Sandbrook

c cbj

Ein einzigartiges Gesamtbild des Ersten Weltkrieges in einer fundierten, mitreißenden und dramatischen Erzählung für Leser*innen ab 10 Jahren.” Nicht weniger verspricht der Verlag von der Lektüre Dominic Sandbrooks “Weg in die Dunkelheit. Der Erste Weltkrieg”. Es ist der erste Band der “Weltgeschichte(n)”-Reihe, den ich gelesen habe – und es wird wohl auch der letzte gewesen sein.

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Sinnlosigkeit im Krieg

Olaf Fritsches „Wüstenmatrosen“

Cover Wüstenmatrosen
c Dressler

„Wüstenmatrosen“ von Olaf Fritsche ist eines der Bücher, auf die ich durch Monika Rox-Helmers Untersuchung zum Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur im Geschichtsunterricht aufmerksam geworden bin. Es ist mittlerweile nur noch antiquarisch erhältlich und erzählt anhand der Odyssee der Besatzung der „Emden“ von der Sinnlosigkeit des Krieges.

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Militarismus und Männlichkeit

“Der Krieg ist ein Menschenfresser”

c Hanser

Warum sollte irgendjemand in den Krieg ziehen? Bei Ferdinand jedenfalls ist es nicht die so oft beschworene Kriegsbegeisterung, die in 1914 dazu bringt, sich freiwillig zu melden. Er ist verliebt und glaubt, dass Anni ihn nur zurücklieben kann, wenn er ein Held wird. Elisabeth Zöller hinterfragt in “Der Krieg ist ein Menschenfresser” Rollenbilder und entlarvt vor der Folie des Ersten Weltkriegs den deutschen Militarismus für Menschen ab 14 Jahren.

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Best of: Kinder- und Jugendliteratur zum Ersten Weltkrieg

Illustration Buch Erster Weltkrieg

Hier kommt mal wieder eine kleine Zusammenstellung von Büchern zu einem Thema, die mir besonders gut gefallen haben. Nachdem ich vor einiger Zeit einen entsprechenden Artikel zum Zweiten Weltkrieg geschrieben habe, kommt hier eine Sammlung zum Ersten Weltkrieg. Wenn ihr über die Kategorien nach dem Thema sucht, findet ihr übrigens noch weitere Texte. Zusätzliche Tipps in den Kommentaren oder per Tweet sind herzlich Willkommen!

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Kindheit und Krieg

Rosalie. Als mein Vater im Krieg war

Cover "Rosalie. Als mein Vater im Krieg war"
c Gerstenberg

Vorweg ein kleiner Disclaimer: Ich habe dieses Buch zuerst für die JuLit in der Rubrik Fundstücke besprochen.

Dieses kleine Bändchen von Gerstenberg hat es in sich: Ein wohldosierter Text von Timothée Fombelle, der sich sicher gut für die eigenständige Lektüre ab der zweiten Klasse eignet, und Isabelle Arsenaults stimmungsvolle Illustrationen, die sich in „Rosalie. Als mein Vater im Krieg war“ um ein kleines Mädchen und den Ersten Weltkrieg drehen. Doch nicht nur das: Rosalies Geschichte stellt große Fragen nach Eigenständigkeit und Bevormundung. Und nach dem Umgang mit Verlust, Angst und Liebe.

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Zufallsfund Vergangenheit

Maja Nielsen verwebt in „Tatort Eden 1919“ gestern und heute

Cover "Tatort Eden 1919"
c Gerstenberg

Biko kann seinen großen Traum erfüllen: Er ist als Quereinsteiger in die Berliner Artist*innenschule aufgenommen worden. Voller Vorfreude fährt er nach Berlin. Es ist der Sommer 2015. Der Berliner Hauptbahnhof ist nicht nur wuselig wie immer, es kommen auch viele Geflüchtete an. Biko wird wegen seiner Hautfarbe fälschlicherweise auch für einen unbegleiteten Minderjährigen gehalten und schafft es nicht recht, sich der Situation zu entziehen. Auch weil er seine Helferin Lizzie so ausgesprochen sympathisch findet, dass er kein Wort herausbekommt. Dies ist die Ebene der Gegenwart, doch schon bald geht es in die Vergangenheit: Da gibt es nämlich in der Schule einen alten Koffer, der eigentlich nur ein Requisit sein soll, Biko und seine Mitschüler*innen aber schon bald in den Bann Rosa Luxemburgs und an den “Tatort Eden 1919” zieht.

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Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

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Der Erste Weltkrieg in Belgien

„Alles wird gut, immer“ von Kathleen Vereecken

Cover "Alles wird gut, immer"
c Gerstenberg

Alice ist glücklich. Sie liebt ihre Geschwister, ihre Eltern sowieso. Und gerade hat sie die ganze Welt geschenkt bekommen! Der kleine Globus aus Blech, in dem sich Kostbarkeiten verstecken lassen, wird zum Leitmotiv der Bewältigung in Kathleen Vereeckens Roman für Menschen ab 10 Jahren zum Ersten Weltkrieg: „Alles wird gut, immer“.

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Vom Suchen der eigenen Vergangenheit

Nora Krugs „Heimat“

Cover "Heimat" von Nora Krug
c Nora Krug / Penguin

Es ist ein schwerer, ein wuchtiger Band. Aber schwer und wuchtig sind auch die Fragen, mit denen Nora Krug loszieht auf eine Spurensuche. Fernab der Heimat, ausgewandert in die USA, beginnt sie sich zu fragen, was das eigentlich ist. Heimat. Und vor allem, wie sie als Deutsche sich zur deutschen Vergangenheit verhalten soll. Sie merkt, dass sie – wie so viele von uns – kaum etwas über ihre Vorfahren weiß. „Heimat“ erzählt daher die Geschichte einer akribischen Recherche. Und der großen Frage nach Schuld und Unschuld und wie wir diese weiter tragen.

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