Ein Lobgesang des Lebensmuts

Roxane van Iperen berichtet über jüdische Frauen im niederländischen Widerstand

Cover "Ein Versteck unter Feinden"
c Hoffmann und Campe

Eigentlich ist „Ein Versteck unter Feinden“ ein Buch für Erwachsene, dennoch ist es eine geradezu perfekte Ergänzung zu „Reden ist Verrat“, das ich vor kurzem hier besprochen habe. Darum will ich es doch zumindest kurz vorstellen. Roxane van Iperen kam auf persönlichen Pfaden zu dieser Geschichte: Sie zog in ein im Wald verborgenes Haus nahe Amsterdam und fand immer mehr Details über dieses „hohe Nest“ (‘t hoge nest) heraus: Dort hatten sich im Zweiten Weltkrieg mehrere Menschen versteckt.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Anne Frank im Comic

Das Tagebuch als Adaption und eine Biographie

Cover "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman und David Polonsky
c Fischer Verlag

Anne Frank ist sicherlich eines der berühmtesten Opfer des Holocaust. Dank ihres Tagebuchs ist es uns möglich, zumindest eine Ahnung davon zu bekommen, was es bedeutet, verfolgt zu werden. Anne Franks Aufzeichnungen sowie das Anne Frank Haus in Amsterdam regen immer wieder zu Adaptionen ihrer Geschichte an. Das Bilderbuch „Anne Franks Baum“ habe ich hier schon einmal vorgestellt. Nun soll es um zwei Comic-Bücher gehen, die sich mit Anne Frank beschäftigen: Sid Jacobsons und Ernie Colóns „Das Leben von Anne Frank“ sowie die Adaption ihres Tagebuchs als Graphic Diary von Ari Folman und David Polonsky.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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Der Preis des Widerstands

Wilma Geldorfs „Reden ist Verrat“

Cover "Reden ist Verrat"
c Gerstenberg

Gegen die Deutschen muss vorgegangen werden, daran gibt es für Freddie keinen Zweifel. Als sie und ihre Schwester Truus gefragt werden, ob sie Teil einer niederländischen Widerstandsgruppe werden wollen, sagen sie daher zu. Doch wie weit dürfen wir für dich richtige Sache gehen? Mit dieser Frage setzt sich Wilma Geldorf in „Reden ist Verrat“ auseinander. Das Jugendbuch ist ab 14 Jahren empfohlen, aus meiner Sicht ist es aber ein absoluter All-Ager!

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Das Kriegsende in der Jugendliteratur

Die Anthologie „Gestern war noch Krieg“

Cover "Gestern war noch Krieg"
c Thienemann-Esslinger

Natürlich machen sich über das Problem der fehlenden Zeitzeug*innen gerade Institutionen, die sich mit politischer Bildung beschäftigen, besonders viele Gedanken. Die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg hat nun mit Dr. Jürgen Hübner und Martin Verg die Anthologie „Gestern war noch Krieg“ herausgegeben. Geordnet nach Themen werden dabei Ausschnitte aus Jugendbüchern von prominenten Autor*innen wie Christine Nöstlinger, Uri Orlev oder Anke Bär rund um das Jahr 1945 wiedergegeben.

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Die Befreiung Berlins als Comic

Zur Umsetzung von Klaus Kordons „Der erste Frühling“ als Graphic Novel

Cover "Der erste Frühling" als Comic
c Carlsen

Zugegeben, dieser Comic ist schon ein wenig älter – 2007 erschien er bei Carlsen und ist auf der Verlagsseite schon gar nicht mehr zu finden. Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs aber zum 75. Mal jährt, dachte ich, dass eine Besprechung dieser Graphic Novel, die sich mit dem Kriegsende befasst, wert ist. Zumal Christoph Heuer und Gerlinde Althoff Klaus Kordons „Der erste Frühling“ wirklich meisterhaft in diese Erzählart übertragen haben.

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Jugend in Totalitarismus und Krieg

„Wo die Freiheit wächst“ erzählt von der Suche nach Freiheit im Nationalsozialismus

Cover Wo die Freiheit wächst
c arsEdition

Ein Briefroman. Und dann auch noch so ein dicker Wälzer. Doch diese Vorurteile zählen hier nichts. Jedes Wort, jeder Satz, jede Seite von „Wo die Freiheit wächst“ (ab 14 Jahren) ist lesenswert. Frank Maria Reifenberg schafft es in diesem Jugendbuch über die Edelweißpiraten, uns die Realität des Zweiten Weltkriegs so nahe zu bringen, dass sie weh tut.

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Eine Frau in der Wissenschaft

Lise Meitners Leben als unaufgeregte Biographie

Cover "Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters"
c Residenz Verlag

Oft werden uns Frauen, die sich ihren Platz in der Welt erst erkämpfen müssen, genau so dargestellt: Als Kämpferinnen und mutige Pionierinnen. David Rennert und Tanja Traxler widerstehen dieser Versuchung des einfachen Schwarz-Weiß. In ihrer Biographie über Lise Meitner, die eine der Entdecker*innen der Kernspaltung war, zeigen sie eine Frau voller menschlicher Ambivalenzen. Gerade darum ist “Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters” ein tolles Buch, das sich zwar nicht explizit an Jugendliche richtet, auf jeden Fall aber von diesen gelesen werden sollte.

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Mut braucht Angst

Eine Flucht vor den Nazis für Kinder erzählt

Cover "Über die Grenze" von Maja Lunde
c Urachhaus

Selten werden auf dem deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkt historische Erzählungen aus anderer als deutscher Perspektive erzählt – „Verloren in Eis und Schnee“ war ein Beispiel (Rezension hier). Umso toller ist es nun, dass wir der Frankfurter Buchmesse mit Norwegen als Gastland sowie Maja Lundes Starstatus auch in Deutschland (Die Geschichte der Bienen) zu verdanken haben, dass ihr Kinderbuch „Über die Grenze“ für Menschen ab 9 Jahren bei Urachhaus erschienen ist.

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