Wenn Krankheit zuschlägt

Makiia Luciers „Das Fieber“ über die Spanische Grippe

Cover "Das Fieber"
c Königskinder

Ich muss zugeben: Es ist schon ein Weilchen her, dass ich dieses Buch (und zudem nur auf Englisch) gelesen habe. Aber angesichts der Corona-Aufregung musste ich in letzter Zeit häufiger daran denken, wie Makiia Lucier in „Das Fieber“ über den Ausbruch der Spanischen Grippe erzählt. Das Jugendbuch ab 14 Jahren ist tatsächlich so spannend, dass ich mich auch ein paar Jahre später noch daran erinnern kann.

Cleo steht an einem für Jugendliche und junge Erwachsene typischen Umschlagpunkt: Wie soll es weitergehen mit ihr? Soll sie einfach heiraten? Oder doch studieren? Liebt sie überhaupt? Diese Probleme werden sehr bald von schwerwiegenderen Fragen eingeholt. Denn im Herbst 1918 erreicht die Spannische Grippe auch Cleos Lebenswelt. Entgegen aller Ratschläge und Vorschriften bleibt sie nicht einfach in ihrem Zimmer, sondern hilft, wird sogar zur Krankenschwester. Über Cleo erfahren wir den Egoismus genauso wie die Selbstlosigkeit, die diese Epidemie in den Menschen zum Vorschein bringt. Und wir lernen ein wenig mehr über eine Krankheit, die deutlich unbekannter ist als die Pest, obwohl sie uns zeitlich eigentlich viel näher ist.

„Das Fieber“ ist spannend und berührend und eben gerade nicht – auch wenn das Cover ein wenig danach aussieht – eine historische Schnulze, sondern ein Buch, das mit starken Charakteren und der alles entscheidenden Frage aufwartet: Was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben?

Sprache 5/5
Handlung 5/5

Makiia Lucier: Das Fieber. Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier. Ab 14 Jahren. Hamburg: Königskinder 2015. ISBN: 978-3-646-92752-8. € 12,99. ePub.

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