Neonazis und Auswege

„Drei Steine“ beschreibt die 1980er in Dortmund

Cover "Drei Steine"
c Nils Oskamp / panini

Nils Oskamp hat mit der Graphic Novel „Drei Steine“ ein sehr persönliches autobiographisches Comic-Buch vorgelegt, in dem er über seine eigene Jugend in Dortmund berichtet. An seiner Schule werben Mitschüler neue Mitglieder für rechte Vereinigung an. Altnazis unterrichten völkische Inhalte und der Ich-Erzähler bleibt lange vollkommen allein in seinem Widerspruch und Aufbegehren gegen die braune Ideologie.

Selbst als er verprügelt wird, steht ihm niemand bei. Die Eltern sehen ihn einfach als Problemkind, der große Bruder will nichts mit seinem Ärger zu tun haben. Nur Tom, eigentlich ein Freund des Bruders, stellt sich auf die Seite des Erzählers. Trotzdem eskaliert die Gewaltspirale zunächst weiter. Bis der Erzähler einen Waffenstillstand erzwingt und er am Ende vor allem eines kann: Raus aus Dortmund.

Im Nachwort erzählt Nils Oskamp über die Entstehung des Buches. Anschließend gibt Alice Lanzke für die Amadeu Antonio Stiftung einen Überblick über die rechte Szene und ihre Entwicklung in Dortmund.

Aus reiner Leserinnenperspektive wären gelegentlich ein wenig mehr Grautöne schn gewesen – waren wirklich alle so glasklar auf den jeweiligen Seiten? Andererseits ist das natürlich Wunschdenken und es geht ja hier ganz eindeutig und klar gekennzeichnet um einen persönlichen Bericht. So subjektiv Oskamps Blick auf die Ereignisse auch sein mag, so sehr macht er die Gefahr von dauerhaften rechten Strukturen und die Probleme des „Wegsehens“ deutlich. Das Buch kann als Gesprächsanregung dienen, vor allem aber ist es ein wirkmächtiger Appell, die Augen nicht vor Konflikten zu verschließen, die direkt vor unserer Nase passieren.

Gestaltung 5/5
Sprache 4/5
Didaktik 4/5
weiterführende Tipps 3/5
Nils Oskamp: Drei Steine. Panini Comics 2016. ISBN 978-3-9579-8646-7, €19,99.

https://paninishop.de/drei-steine-comics/drei-steine/yddrei001
Mehr zum Buch findet ihr auch hier: https://www.dreisteine.com

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