Nachklapp Frankfurter Buchmesse 2018

Der Pavillon des Buchmesse Gastlandes 2018: Georgien.

Jede Menge Gewusel und Buchverrückte, Neuentdeckungen und Altbewährtes zum erneut bestaunen, spannende Diskussionen und lustige Begegnungen: Frankfurter Buchmesse halt. Ich war dies Jahr nur am Donnerstag da, konnte aber zwei spannende Veranstaltungen erleben.

Besonders inspirierend war ein Interview mit “Good Night Stories for Rebell Girls” Autorin Francesca Cavallo am Stand der Frankfurter Rundschau. – Da ich die Bücher aber ohnehin rezensieren will, kommt dazu nächste Woche noch einmal ein genauerer Bericht (jetzt abrufbar hier).

Auf der Suche nach dem jungen Leser FAZZweites Highlight in Sachen Kinderbuch war die Diskussion “Auf der Suche nach den jungen Lesern von morgen” mit Anke Kuhl, Ole Könnecke und Axel Scheffler, moderiert von Fridtjof Küchemann am Stand der FAZ. Natürlich ist es immer schön, drei so prominente (und tolle! ) Illustrator*innen zu erleben, aus Sicht der Veranstaltung wäre ein etwas kontroverseres Feld aber vielleicht sinnvoller gewesen. Denn Kuhl, Könnecke und Scheffler sind alle etabliert auf dem Markt, haben ihre Verlage und sind relativ frei in ihrem Arbeiten. – Da war es dann zwar wohltuend, ihre Einschätzungen über den Markt zu hören, wirklich diskutiert wurde aber nicht.

So stellte Kuhl fest, dass gerade die großen Verlage zunehmend versuchten, einfach für jeden das richtige Buch zu haben und diagnostizierte “das Problem der haltungslosen Verlage”. Gemeint ist das Problem, dass ein und derselbe Verlag einerseits pinke Glitzertitel verlegt, um zwei Auslagen weiter für Geschlechtergerechtigkeit und emanzipiertes Aufwachsen einzutreten. Auch Axel Scheffler bemerkte, dass er manchmal schockiert sei, wenn er durch deutsche Buchhandlungen laufe, in Großbritannien sei da das Niveau doch höher.

Im Gespräch um Lizenzverkäufe und die eigene Anpassung an den Markt plädierte Könnecke dafür, nicht zu sehr an die möglichen Verkäufe zu denken. Er arbeite gerade an einem Western und sei sich recht sicher, dass dieser nicht in die USA verkauft werde. Steht zu hoffen, dass es immer Illustrator*innen und Autor*innen geben wird, die sich diesen Funken Unangepasstheit erhalten – und Verlage, die das mittragen.

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