Gary Northfield: Julius Zebra. Ärger mit den Ägyptern

Cover Julius Zebra bei den ÄgypternZugegeben, wer fundiertes Detailwissen über das alte Ägypten sucht, der ist bei Julius Zebra an der falschen Adresse. Hier stehen Witz und Abenteuer ganz eindeutig im Vordergrund und die schock-kugelrunden Riesenaugen des Zebras auf dem Cover sind Programm für den Rest des Buches. Da Northfield selbst für die Illustrationen sorgt, kann er Bild- und Textelemente fließend verbinden, der Erzähltext geht nahtlos in kleine Comicelemente über, bei komplexeren Zeichnungen füllen die auch schon einmal eine Doppelseite, meistens bleibt es aber bei einer Sprechblase.

Dabei wirken die Illustrationen mit kräftigem Strich karikaturenhaft überdreht, hervorquellende Augen und Panik sind der rote Faden dieser Abenteuergeschichte. Denn Julius Zebra strandet zusammen mit seinen tierischen Freunden nach schwerem Sturm in Ägypten. Da wird er auf einmal für einen Pferdegott gehalten und steckt dann richtig in Schwierigkeiten, als sein Schwindel auffliegt.

Buch als PharaoJulius Zebra. Ärger mit den Ägyptern ist der zweite Teil der Julius Zebra-Reihe, weitere sollen folgen. Wieder begegnen wir Kaiser Hadrian und lernen so zumindest etwas über die Herrschaftsgefüge des Römischen Reiches. Auch die Götterverehrung in Ägypten wird beleuchtet und natürlich spielt Cleopatras Tod eine Rolle. Leider bleibt aber Vieles im folklorehaft-abenteuerlichen, etwa wenn es um verfluchte Pharaonengräber geht. Der Schlussteil des Buches versucht mit einer kurzen Erklärung der römischen Zahlen, die hier die Seiten nummerieren, und einer Einführung in die Welt der Hieroglyphen ein Gegengewicht zu schaffen. Dass das Buch gerade Menschen gefällt, die sonst nicht so viel lesen, ist aufgrund der Comicelemente sowie des sehr flotten, eher dialoglastigen Erzählstils durchaus vorstellbar. Dass die Figuren sich zudem alle gerne übereinander aufregen und lustig machen und Actionszenen fest dazu gehören, mag genauso begeistern. Für Gerneleser*innen dürfte der Text dafür an vielen Stellen eher enttäuschend sein, da Raum für ein Mitdenken zwischen den Zeilen fehlt, von einer Anekdote zur nächsten gehastet wird, die Augen schon wieder bereit, vor Aufregung aus dem Zebrakopf zu springen.

Cover der verschiedenen Julius Zebra BändeFazit: Julius Zebra mutet zwar gezielt historisch an, nutzt das Vergangene aber eher als Kulisse, aus der es sich bei Bedarf bedient, um neuen Schwung für die nächste Actionpirouette zu gewinnen. Für Lesemuffel, die außerdem noch nicht allzu viel Kenntnis über die Antike haben, dürfte diese Reihe ansprechend sein. Besonders, wenn sie sonst höchtens mal einen Comic lesen und Action mögen. Wer zu Ägypten als römischer Provinz fundierter schmökern möchte, dem sei eher abgeraten.

Gary Northfield: Julius Zebra. Ärger mit den Ägyptern. Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger. Cbt 2017. ISBN 978-3-570-16490-7 . €11,00.

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