Kaffeeanbau und freie Liebe

“Im Land der Kaffeeblüten” von Laura Antoni

Cover "Im Land der Kaffeeblüten"
c Thienemann

Zwei Jugendliche, die wenig Lust auf Schule haben und zudem von ihren Eltern durch die Gegend verfrachtet werden, ohne wenig eigenen Einfluss zu haben. 2011 treffen sie in Bremen aufeinander, machen zusammen ein Schulprojekt und stoßen auf eine wundersame gemeinsame Familiengeschichte in Guatemala 1902. Laura Antoni thematisiert in “Im Land der Kaffeeblüten” globalen Handel, Selbstbestimmung und deutschen Kolonialismus spannend als Liebesroman.

Auf der einen Seite ist die Handlung dabei trivial – zwei unglücklich verliebte junge Frauen im Guatemala des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die eine ist die Tochter eines deutschen Kaffeefinca-Besitzers und in einen der Indios verliebt, die die Plantage beackern müssen, die andere ist die Tochter eines Forscher*innenehepaars und verliebt in den Adoptivsohn ihrer Eltern. Auf dem Hintergrund der Familiengeschichte erzählt Antoni über die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung, Rassismus und die Frage weiblicher und generell sexueller Selbstbestimmung. Dass das Buch dabei wie ein gut geplotteter Liebesroman funktioniert, muss ja nicht unbedingt stören. Leider ist das Buch nur noch antiquarisch erhältlich, ist aber grundsätzlich als kurzweilige Lektüre durchaus empfehlenswert!

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