Abenteuer im emanzipierten Germanien

“Octavia. Tochter Roms” von Thobias Goldfarb

Cover "Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien"
c Ars Edition

Für eine gute Abenteuergeschichte bin ich immer zu haben – und wenn dann auch noch ein Mädchen im Mittelpunkt steht, dass seinen schlauen Kopf durchsetzt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Tobias Goldfarb hat mit “Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien” ein richtig spannendes Buch für Menschen ab 10 Jahren hingelegt. Es ist der erste Band einer vielversprechenden Reihe.

Octavia und ihr Vater mussten fluchtartig Rom verlassen, nachdem ihre eigensinnige Mutter nicht mehr von einem Tempelbesuch zurückgekehrt war. Octavia will ihre Mutter unbedingt wiederfinden, doch nun hängt sie mit ihrem Vater in Germanien fest. Dann überstürzen sich die Ereignisse: Durch eine Intrige wird Octavia vom Heerführer Varus zur Verräterin erklärt. Nur mit Hilfe ihrer Freunde, allen voran dem Germanen Odo, kann sie fliehen. Doch ihr Vater wird in eine Strafkolonie versetzt. Und Varus geht immer härter gegen die Germanen vor. Octavia wird unversehens in die machtpolitischen Geschehnisse hineingezogen und muss mehr als einmal um ihr Leben und das ihrer Freunde fürchten.

Geschlechterrollen in Rom und Germanien

Das Starke am Buch: Durch das gelegentliche Einstreuen historischer Begriffe, die im Anhang erklärt sind, entsteht ein gutes Gefühl aus Authentizität, bauliche Strukturen und kulturelle Eigenheiten werden ganz beiläufig im Text eingewoben und belasten den schön konstruierten Spannungsbogen an keiner Stelle. Besonders getragen wird die Geschichte aber natürlich von den sympathischen Protagonist*innen. Mir hat zudem sehr gut gefallen, dass immer wieder Geschlechterrollen ganz explizit erwähnt und diskutiert werden, genauso wie die Vorteile von Völkerfreundschaft und friedlichem Zusammenleben im Vergleich zu Krieg und Feldzügen.

Ein wirklich toller Roman rund um die Varus-Schlacht, der zum Glück noch weiter geführt wird. Wo es dann hingeht sei hier zwar nicht verraten, wohl aber, dass ich ihn auf jeden Fall lesen werde.

Sprache 5/5
Handlung 5/5
Didaktik 4/5
weiterführende Tipps 3/5
Gestaltung 4/5

Tobias Goldfarb: Octavia. Tochter Roms. Gefahr in Germanien. Ab 10 Jahren. ArsEdition 2022. ISBN: 978-3-8458-4410-7, €14.

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