Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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Archäologie auf die Ohren

Michael Wehrhahns Hörreportage über Heinrich Schliemann

Cover Hörbuch "Heinrich Schliemann. Auf den Spuren Trojas"
c Headroom

Heinrich Schliemann ist wohl eine der Figuren, die wirklich als schillernd beschrieben werden kann. War er ein naiver Abenteurer? Oder ein rücksichtsloser Betrüger? War er genial oder ein Amateur mit viel Glück? Im Hörspiel “Heinrich Schliemann. Auf den Spuren Trojas” geht Michael Wehrhahn Schliemanns Figur für Kinder ab 8 Jahren auf den Grund.

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Der Preis des Widerstands

Wilma Geldorfs „Reden ist Verrat“

Cover "Reden ist Verrat"
c Gerstenberg

Gegen die Deutschen muss vorgegangen werden, daran gibt es für Freddie keinen Zweifel. Als sie und ihre Schwester Truus gefragt werden, ob sie Teil einer niederländischen Widerstandsgruppe werden wollen, sagen sie daher zu. Doch wie weit dürfen wir für dich richtige Sache gehen? Mit dieser Frage setzt sich Wilma Geldorf in „Reden ist Verrat“ auseinander. Das Jugendbuch ist ab 14 Jahren empfohlen, aus meiner Sicht ist es aber ein absoluter All-Ager!

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Das Kriegsende in der Jugendliteratur

Die Anthologie „Gestern war noch Krieg“

Cover "Gestern war noch Krieg"
c Thienemann-Esslinger

Natürlich machen sich über das Problem der fehlenden Zeitzeug*innen gerade Institutionen, die sich mit politischer Bildung beschäftigen, besonders viele Gedanken. Die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg hat nun mit Dr. Jürgen Hübner und Martin Verg die Anthologie „Gestern war noch Krieg“ herausgegeben. Geordnet nach Themen werden dabei Ausschnitte aus Jugendbüchern von prominenten Autor*innen wie Christine Nöstlinger, Uri Orlev oder Anke Bär rund um das Jahr 1945 wiedergegeben.

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Autobiographisches Erzählen

Eva Erben schreibt über ihr Überleben der Judenverfolgung

Cover "Mich hat man vergessen"
c Gulliver / Beltz&Gelberg

Mich hat man vergessen“ ist ein dünnes Bändchen aus der Gulliver-Reihe. Das liegt daran, dass Eva Erben zunächst gar kein Buch schreiben wollte, sondern einen Vortrag für die Klasse ihres Sohnes vorbereitet hat. Sie wollte den Jugendlichen erzählen, wie sie die Judenverfolgung der Nationalsozialisten überlebt hat. Im Jugendbuch ab 12 Jahren erzählt sie ihre Geschichte noch ein wenig weiter. Überleben wird hier zum Weiterleben, trotz allem und allem zum Trotz.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Wenn Krankheit zuschlägt

Makiia Luciers „Das Fieber“ über die Spanische Grippe

Cover "Das Fieber"
c Königskinder

Ich muss zugeben: Es ist schon ein Weilchen her, dass ich dieses Buch (und zudem nur auf Englisch) gelesen habe. Aber angesichts der Corona-Aufregung musste ich in letzter Zeit häufiger daran denken, wie Makiia Lucier in „Das Fieber“ über den Ausbruch der Spanischen Grippe erzählt. Das Jugendbuch ab 14 Jahren ist tatsächlich so spannend, dass ich mich auch ein paar Jahre später noch daran erinnern kann.

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Vom Fliehen, Verlieren und Ankommen

Alan Gratz‘ erzählt in „Vor uns das Meer“ drei Fluchtgeschichten

Cover "Vor uns das Meer"

Es ist eine universelle Wahrheit, die Alan Gratz uns in „Vor uns das Meer“ erzählt: Wer flieht, der macht das nicht aus Spaß oder Lust auf Luxus. Es ist ein großer Schritt, alles Bekannte, Geliebte zurückzulassen und sein Leben zu riskieren, um vielleicht ein besseres Leben zu gewinnen. Sonst aber unterscheiden sich die drei Geschichten in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren aberr fundamental, obwohl sie eng miteinander verwoben sind.

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Held*innen und Vorbilder – endlich auch mal für Jungs??

Cover "Ausgezeichnet"
c Prestel

Die Rebel Girls (Rezension hier) haben es vorgemacht: Mit tollen Vorbildern lassen sich Kinderzimmer erobern. Richten sich die Rebel Girls ganz bewusst an Mädchen, um ihnen den Mut zu geben, groß zu träumen, hat Prestel aktuell zwei ähnliche Formate im Programm. Ein Band richtet sich an Frauen und Männer (Ausgezeichnet! 50 Preise für außergewöhnliche Menschen) und der andere ganz gezielt an Jungen (Boy oh Boy! 30 wahre Helden).

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Flucht und Vertreibung als Teil einer Familiensaga

„Das Jahr der Wölfe“ von Willi Fährmann

Cover "Das Jahr der Wölfe"
c Arena Verlag

Beim Stöbern durch den Bücherschrank ist mir „Das Jahr der Wölfe“ in die Hände gefallen. Das Buch habe ich selbst in der Schule gelesen, irgendwann in der Mittelstufe. Der Roman erzählt vom Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem aber von der Flucht der Familie Bienmann vom Hof in Ostpreußen nach Berlin und letztlich Westfalen. Und irgendwie kam es mir passend vor, es jetzt noch einmal in die Hand zu nehmen.

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