Ein klassisches Vexierspiel und die Absurdität der Mauer

Helen Endemanns „Todesstreifen“

Cover "Todesstreifen" von Helen Endemann
c rowohlt rotfuchs

Zugegeben, es braucht ein bisschen, bis Helen Endemanns Geschichte rund um Marc und Ben und das geteilte Berlin Fahrt aufnimmt. Das liegt vor allem daran, dass sie ihren Leser*innen ab 13 erst einmal jede Menge Hintergrundwissen mitgeben will, das leicht enzyklopädisch mitgegeben wird. Aber nach den ersten beiden Kapiteln von „Todesstreifen“ nimmt die Story rasend an Tempo auf und wird ein richtiger Thriller: Werden am Ende sowohl Ben als auch Marc es schaffen, dem repressiven System der DDR zu entkommen?

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Jugend in Totalitarismus und Krieg

„Wo die Freiheit wächst“ erzählt von der Suche nach Freiheit im Nationalsozialismus

Cover Wo die Freiheit wächst
c arsEdition

Ein Briefroman. Und dann auch noch so ein dicker Wälzer. Doch diese Vorurteile zählen hier nichts. Jedes Wort, jeder Satz, jede Seite von „Wo die Freiheit wächst“ (ab 14 Jahren) ist lesenswert. Frank Maria Reifenberg schafft es in diesem Jugendbuch über die Edelweißpiraten, uns die Realität des Zweiten Weltkriegs so nahe zu bringen, dass sie weh tut.

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So eine Bruderschaft der Vagabunden fehlt heute

Bea Davies im Interview über ihr Projekt „Der König der Vagabunden“ und das Zeichnen historischer Comics

Portrait Beatrice Davies
Bea Davies

Hier im Blog habe ich schon einige Autor*innen gesprochen und sie danach gefragt, wie sie mit dem Unterschied von Fakt und Fiktion umgehen. Beim Thema Comic und Zeichnen stellt sich diese Frage natürlich noch einmal auf eine ganz andere Weise. Darum habe ich mich riesig gefreut, dass Bea Davies bereit war, mir ein Interview zu ihrem aktuellen Projekt „Der König der Vagabunden“ zu geben. Das Comic erzählt die Lebensgeschichte von Gregor Gog, der die „Bruderschaft der Vagabunden“ gründete und die erste Straßenzeitung der Welt entwickelte.

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Ruhrpott ohne Romantik

Ralf Rothmanns „Milch und Kohle“

Cover Milch und Kohle Büchergilde
Büchergilde

Simon ist 15 und viel jünger sollten die, die seine Geschichte lesen, wohl auch nicht sein, denn „Milch und Kohle“ ist kein ausgewiesener Jugendroman. Dennoch habe ich ihn in diese Serien aufgenommen, weil die Büchergilde eine ausgesprochen wunderbar gestaltete Ausgabe des Textes von Ralf Rothmann herausgebracht hat, die durch die ausdrucksvollen Illustrationen von Jörg Hülsmann das Ruhrgebiet der 1960er Jahre greif- und erlebbar macht.

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Jahresrückblick 2019 – und kleiner Ausblick 2020

Buch-Logo mit Weihnachtskerze
c Kira Grote

2019 geht zu Ende und ich gucke auf das erste volle Kalenderjahr bloggen zurück. Ich habe viele tolle Entdeckungen gemacht, die mich begeistert haben. Darunter fällt auf jeden Fall das Interview mit der Autorin Dorit Linke sowie ihre Bücher. Überhaupt gab es in diesem Jubiläumsjahr natürlich unheimlich viel Literatur zum Mauerfall (für Jüngere besonders toll: Hüben Drüben) zu entdecken und ich kann versprechen, dass da auch noch was nachkommt – habe einfach nicht geschafft, alles zu lesen.

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Eine Frau in der Wissenschaft

Lise Meitners Leben als unaufgeregte Biographie

Cover "Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters"
c Residenz Verlag

Oft werden uns Frauen, die sich ihren Platz in der Welt erst erkämpfen müssen, genau so dargestellt: Als Kämpferinnen und mutige Pionierinnen. David Rennert und Tanja Traxler widerstehen dieser Versuchung des einfachen Schwarz-Weiß. In ihrer Biographie über Lise Meitner, die eine der Entdecker*innen der Kernspaltung war, zeigen sie eine Frau voller menschlicher Ambivalenzen. Gerade darum ist “Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters” ein tolles Buch, das sich zwar nicht explizit an Jugendliche richtet, auf jeden Fall aber von diesen gelesen werden sollte.

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Träume, Ängste, Alltagsfreuden

„Hübendrüben“ macht Ost und West knallbunt vergleichbar

Cover Hübendrüben
c Klett Kinderbuch

Hübendrüben“ wird als “ultimativ witziges” Erzählbilderbuch beworben und hat tatsächlich einiges zu bieten. Cousin Max wohnt im Westen, Cousine Maja im Osten und wir dürfen in diesem Kinderbuch ab 7 Jahren von Franziska Gehm und Horst Klein, das im Klett Kinderbuchverlag erschienen ist, lernen, was genau das eigentlich bedeutet.

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Zurück in die 90er – Chaos, beste Freunde und warum manchmal auch das nicht hilft

Cover "Die Furchtlosen Fünf" von Anna McPartlin
c rowohlt

Jeremy ist dreizehn und ziemlich vom Leben geplagt – tausendunddrei Allergien und ein bisschen angstgestört und dann auch noch der ätzendste große Bruder der Welt. Aber zum Glück hat er seine Freunde, allen voran Johnny J. Kein Wunder, dass er für die alles riskieren würde, oder? Anna McPartlin versetzt uns mit “Die Furchtlosen Fünf tun das Falsche, aber richtig!” in das Irland der 90er Jahre und wir merken: Wow, dreißig Jahre machen echt einen Unterschied!

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„Forschung ist nie zu Ende“

Ein Interview mit Birge Tetzner

Portrait der Autorin Birge Tetzner, c Barbara Schmidt
Birge Tetzer, c Barbara Schmidt

Vor ein paar Wochen habe ich ja sehr begeistert von „Fred bei den Wikingern“ berichtet. Besonders spannend fand ich, dass das Buch zunächst als Hörbuch existierte. Darum bin ich sehr froh, dass Birge Tetzner von ultramar media, die die Geschichten rund um Fred schreibt, bereit war, mit mir über ihre Arbeitsweise zu sprechen.

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Deutsche Geschichte mit Zeitzeug*innen

„Mein Mauerfall“ erzählt die Nachkriegsgeschichte

Cover - Mein Mauerfall
c arsEdition

Erst der Untertitel „Von der Teilung Deutschlands bis heute“ setzt „Mein Mauerfall“ ins richtige Bild, denn um den geht es wirklich nur am Rande. Stattdessen erzählt Juliane Breinl in diesem Kinderbuch ab 10 Jahren von der Vor- und Nachgeschichte des Mauerfalls und nimmt direkt Bezug auf das 30-jährige Jubiläum. Wie schon bei „Mein Opa, sein Holzbein und der große Krieg“ und „Paul und der Krieg“ setzt arsEdition hier auf Quellennähe. Leider ist die Geschichte aber weniger persönlich umgesetzt und verliert sich so im Spagat zwischen verschiedenen Ebenen.

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