Eine Welt aus den Fugen

Dorit Linkes „Wir sehen uns im Westen“

Cover "Wir sehen uns im Westen" von Dorit Linke

Das Jubiläumsjahr 2019 sorgt dafür, dass jeder Kinder- und Jugendbuchverlag, der etwas auf sich hält ein „Wendebuch“ bringt (guckt euch dazu auch mal das Interview mit der Geschichtsdidaktikerin Dr. Rox-Helmer an, hier im Blog). Neueste Geschichte für Jugendliche erzählt – „Grenzgänger“ zum Beispiel habe ich hier schon besprochen, andere Projekte aus dieser Zeit folgen noch. Es gibt aber natürlich auch Autor*innen, die sich jenseits von Trends sowieso schon mit dem Thema Ost- und Westdeutschland auseinandersetzen. Eine davon ist Dorit Linke, deren „Jenseits der blauen Grenze“ ich hier schon begeistert besprochen habe. Mit „Wir sehen uns im Westen“ hat sie nun ein kurzes und knappes Juwel zum 9. November 1989 geschaffen.

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Die Mauer als Brücke. Aline Sax legt mit „Grenzgänger“ eine Familiensaga zum geteilten Berlin vor

Coverbild "Grenzgänger" von Aline Sax

Dass die Mauer als Brücke fungiert, stimmt natürlich nur auf Ebene des Plots. Das Bollwerk zwischen Ost- und Westberlin spaltet scharf die Leben der Familie Niemöller, wirkt wie eine offene Wunde in den Biographien der Protagonist*innen und ist der rote Faden, der die Geschichten in „Grenzgänger“ miteinander verknüpft, denn Aline Sax erzählt auf mehreren Zeitebenen für Jugendliche ab 14 Jahren vom Leben im Unrechtssystem der DDR.

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Vom Ende des Abenteuers: Philip Kerrs “Friedrich, der große Detektiv”

Cover Friedrich, der große Detektiv

Der gesellschaftliche Konflikt, den Friedrich miterlebt, sitzt schon bei ihm zuhause am Küchentisch: Sein Bruder Rolf ist großer Anhänger der Nazis, sein Vater aber ist Journalist und viel in Künstlerkreisen unterwegs, die die Nationalsozialisten ablehnen. Abgesehen von den privaten Spannungen und dem Wissen, dass er manche Gegenden seines geliebten Berlins lieber meiden sollte, wenn er nicht in Straßenschlachten zwischen Kommunisten und Nazis hineingeraten will, hat Friedrich jedoch andere Sorgen: Er will Detektiv werden, genau wie sein Vorbild “Emil” aus Erich Kästners Roman. Und so zieht Philip Kerr uns in “Friedrich, der große Detektiv” nach und nach hinein in das Berlin der Machtergreifung und stellt ganz nebenher die Gewissensfragen: Was hätte Friedrich wissen und vor allen Dingen: Was hätte er tun können?

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Biographie mit Agitationsziel: Elisabeth Zöller: Verändert die Welt! Das Leben des Rudi Dutschke

Wie wird man Revolutionär*in? Diese Leitfrage stellt Elisabeth Zöller ihrer engagierten Biographie über Rudi Dutschke voran, die sich explizit an Jugendliche ab 14 Jahren richtet. Es ist die zweite Biographie aus dieser Sachbuchreihe von Hanser, die ich auf lies-geschichte.de rezensiere. Auch Karl Marx sollte schon deutlich auf die heutige Zeit bezogen werden (hier geht’s zur Rezension). Bei Rudi Dutschke liegt das nicht nur rein zeitlich noch näher, bewegte er sich doch in bundesrepublikanischen Strukturen der Umbruchsstimmung – doch was davon kann Elisabeth Zöller wirklich ins Hier und Jetzt transportieren?

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