Stalins Großer Terror im Comic

Olga Lawrentjewas „Surwilo“

Cover "Surwilo. Eine russische Familiengeschichte"
c avant Verlag

Die Enkelkinder gehen mit der Großmutter zum Pilzesammeln und die Sprache kommt auf die eigene Familiengeschichte – so gerahmt erzählt Olga Lawrentjewa in „Surwilo. Eine russische Familiengeschichte“ nicht nur die Geschichte ihrer Großmutter, sondern eine Biographie, die exemplarisch für so viele in Russland steht und die Langzeitfolgen des Stalinistischen Regimes sichtbar macht.

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Als Kind im Frohndienst

„Starkes Ding“ von Lika Nüssli

Cover "Starkes Ding"
c Edition Moderne

Starkes Ding“ ist eines dieser Bücher, die in meinem Kopf mit einigen Vorurteilen aufgeräumt haben. Zugegebenermaßen habe ich mich nie besonders intensiv mit der Schweizer Geschichte auseinandergesetzt und ich trage das übliche Klischee des Wohlstandes mit mir herum. Lika Nüssli jedoch erzählt in „Starkes Ding“ die Geschichte ihres Vaters, der als Kind auf einem anderen Hof leben und arbeiten musste, um so zur Ernährung der Familie beizutragen.

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Vom verurteilten Nationalhelden

„Der Fall Alan Turing“ als Comic

Cover "Der Fall Alan Turing"
c bahoe books

Der Untertitel setzt sofort den Ton dieser Graphic Novel: „Der Fall Alan Turing. Die Geschichte und Tragödie eines außergewöhnlichen Genies“. Schon auf den ersten Seiten zeigen und Éric Liberge und Anaud Delalande einen so genialen wie zerrissenen Mann, von Albträumen und Panik geplagt, bevor sie uns in seine Vergangenheit mitnehmen.

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Homosexualität in der Nachkriegsgeschichte

Matthias Lehmanns „Parallel“

Cover "Parallel"
c Reprodukt

Was bedeutet es, sich ein Leben lang zu verstecken? Erst vor sich selbst, dann aber vor allen anderen? Die eigenen Wünsche und Vorlieben nicht ausleben zu können? Matthias Lehmann erzählt in „Parallel“ die Lebensgeschichte Karl Klings, der sich einerseits nach einer eigenen Familie sehnt, andererseits seine Liebe zu Männern nicht aufgeben kann und will.

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Ein Comic über Widerstand in Auschwitz

„Rapport W. Freiwillig als Häftling in Auschwitz“

c Splitter Verlag

Witold Pilecki lässt sich im September 1940 unter dem Tarnnamen Thomasz Serafínski in Auschwitz einschleusen. Über ein nach und nach aufgebautes Netzwerk gelingt es ihm, Nachrichten über das Lager nach außen zu schmuggeln und den polnischen Widerstand im Konzentrationslager aufzubauen. 2000 wurde sein Rapport in Polen veröffentlich, später in vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland und Frankreich. Gaétan Nocq setzte den Rapport W nun als Comic um. Er erfuhr über Isabelle Davion von den Aufzeichnungen. Die Historikerin hat die Entstehung des Comics wissenschaftlich begleitet und zudem ein ausführliches Nachwort verfasst.

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Familiäre Vergangenheitsbewältigung

„Der Duft der Kiefern“ von Bianca Schaalburg

Cover "Der Duft der Kiefern"

Spurensuchen in der eigenen Familie liegen im Trend. Wie war meine Familie involviert? Was wussten meine Großeltern über den Holocaust? Ich habe vor einiger Zeit begeistert das Buch „Heimat“ besprochen. Nun legt Bianca Schaalburg ihre erste Graphic Novel vor. „Der Duft der Kiefern“ ist eine Familiengeschichte, die über die Nazizeit hinaus geht und auch nach erinnerungskulturellen Entwicklungen der BRD der Nachkriegszeit erzählt.

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Comics und Holocaust aus historischer Perspektive

Der Sammelband „Beyond Maus“

Cover "Beyond Maus"
c Böhlau

In diesem Blog tauchen ja immer mal wieder auch Rezensionen zu Comics auf, die sich mit der Shoa befassen, zum Beispiel die Adaption von Anne Franks Tagebuch als Graphic Novel. Als ich daher den frisch erschienenen Sammelband und von Ole Frahm, Hans-Joachim Hahn und Markus Streb herausgegebenen Sammelband zur Darstellung des Holocaust in Comics, “Beyond Maus“, entdeckte, war ich sofort sehr gespannt. Der Sammelband ist auf Englisch erschienen, die Lektüre lohnt sich aber!

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Aufständische Frauen

Rebecca Halls „Wake. The Hidden History of Women-Led Slave Revolts”

c Simon&Schuster / Martínez

Es ist ein wenig außer der Reihe, dass ich hier ein englischsprachiges Buch vorstelle, aber als ich auf Rebecca Halls „Wake“ aufmerksam wurde, konnte ich nicht widerstehen – einerseits weil das Thema unfassbar wichtig ist (und randständig mein aktuelles Forschungsprojekt berührt) und andererseits weil ich es spannend finde, wie eine Historikerin ihre Arbeit in ein Comic umsetzen und reflektieren kann.

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Faszination Macht

Mathieu Sapins „Comédie Française“

Cover „Comédie Française“
c Reprodukt

Was bedeutet es, wenn Kunst sich der Macht nähert? Was fasziniert so sehr an Macht? Mathieu Sapin geht in seinem Comic „Comédie Française. Reisen ins Vorzimmer der Macht“ genau diesen Fragen nach. Dabei wählt er allerdings eine spannende historische Parallele: Während er einerseits seine Beobachtungen des Werdegangs von Emmanuel Macron wiedergibt, erzählt er andererseits die Geschichte Jean Racines und dessen Arbeit für Louis XIV.

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Das Kopf-Einziehen der Erwachsenen

„Die Kinder der Résistance“

Cover "Die Kinder der Résistance" Band 1
c bahoe books

Das nationalsozialistische Deutschland überfällt Frankreich. In einem kleinen (fiktiven) Dorf sehen die Dreizehnjährigen François und Eusèbe dabei zu, wie Fliehende durch ihre Straßen ziehen. Und wie plötzlich auch die Deutschen sie erreichen. Wie sie Denkmäler schänden und zwar einerseits so tun, als wollten sie sich gut benehmen, andererseits jedoch herablassend mit der Bevölkerung umgehen. Während die meisten Erwachsenen sich der Situation einfach ergeben, werden die Helden des Comics von Vincent Dugomier und Benoît Ers „Kinder der Résistance“. Später wird auch Lisa, deren Eltern auf der Flucht gestorben sind, Teil dieser Gruppe.

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