Eine deutsch-französische Beziehung

Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe”

Cover "Geliebte Berthe"
c Piper Verlag

Ob Erbfeind oder deutsch-französische Freundschaft: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland tauchen immer wieder im Geschichtsunterricht auf. Was genau ihr Wandel allerdings jenseits der europäischen Integration auf persönlicher Ebene bedeutet, bleibt dabei gelegentlich schwer zu fassen. In Inge Barth-Grözingers “Geliebte Berthe” wird genau das deutlich für Menschen ab 12.

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Militarismus und Männlichkeit

“Der Krieg ist ein Menschenfresser”

c Hanser

Warum sollte irgendjemand in den Krieg ziehen? Bei Ferdinand jedenfalls ist es nicht die so oft beschworene Kriegsbegeisterung, die in 1914 dazu bringt, sich freiwillig zu melden. Er ist verliebt und glaubt, dass Anni ihn nur zurücklieben kann, wenn er ein Held wird. Elisabeth Zöller hinterfragt in “Der Krieg ist ein Menschenfresser” Rollenbilder und entlarvt vor der Folie des Ersten Weltkriegs den deutschen Militarismus für Menschen ab 14 Jahren.

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Höfisches Leben im 18. Jahrhundert

„Jeanne Antoinette de Pompadour“

Cover "Jeanne Antoinette de Pompadour"
c Kindermann-Verlag

Was bedeutet es, im 18. Jahrhundert eine Frau zu sein? Was bedeutet Zugehörigkeit zum Adel, wie ist überhaupt die französische Gesellschaft gegliedert? Das erzählt Andrea Weisbrod locker-leicht in ihrer kurzen Geschichte zu „Jeanne Antoinette de Pompadour“ für Menschen ab 6 Jahren.

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Engagiertes Leben gegen Nazis

Der Comic zu Beate und Serge Klarsfeld

Cover Beate und Serge Klarsfeld
c Carlsen

Der biographische Comic „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ setzt bei der wohl bekanntesten Aktion ein, nämlich dem Moment, als Beate Klarsfeld am 7. November 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigt. Von hier aus spannen Pascal Bresson und Sylvain Dorange die Geschichte der Beziehung sowie der Arbeit der Klarsfelds aus, die maßgeblich vom gemeinsamen Kampf gegen Alt-Nazis geprägt ist, die bisher der juristischen Verfolgung entgangen waren.

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Faszination Macht

Mathieu Sapins „Comédie Française“

Cover „Comédie Française“
c Reprodukt

Was bedeutet es, wenn Kunst sich der Macht nähert? Was fasziniert so sehr an Macht? Mathieu Sapin geht in seinem Comic „Comédie Française. Reisen ins Vorzimmer der Macht“ genau diesen Fragen nach. Dabei wählt er allerdings eine spannende historische Parallele: Während er einerseits seine Beobachtungen des Werdegangs von Emmanuel Macron wiedergibt, erzählt er andererseits die Geschichte Jean Racines und dessen Arbeit für Louis XIV.

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Das Kopf-Einziehen der Erwachsenen

„Die Kinder der Résistance“

Cover "Die Kinder der Résistance" Band 1
c bahoe books

Das nationalsozialistische Deutschland überfällt Frankreich. In einem kleinen (fiktiven) Dorf sehen die Dreizehnjährigen François und Eusèbe dabei zu, wie Fliehende durch ihre Straßen ziehen. Und wie plötzlich auch die Deutschen sie erreichen. Wie sie Denkmäler schänden und zwar einerseits so tun, als wollten sie sich gut benehmen, andererseits jedoch herablassend mit der Bevölkerung umgehen. Während die meisten Erwachsenen sich der Situation einfach ergeben, werden die Helden des Comics von Vincent Dugomier und Benoît Ers „Kinder der Résistance“. Später wird auch Lisa, deren Eltern auf der Flucht gestorben sind, Teil dieser Gruppe.

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Kindheit und Krieg

Rosalie. Als mein Vater im Krieg war

Cover "Rosalie. Als mein Vater im Krieg war"
c Gerstenberg

Vorweg ein kleiner Disclaimer: Ich habe dieses Buch zuerst für die JuLit in der Rubrik Fundstücke besprochen.

Dieses kleine Bändchen von Gerstenberg hat es in sich: Ein wohldosierter Text von Timothée Fombelle, der sich sicher gut für die eigenständige Lektüre ab der zweiten Klasse eignet, und Isabelle Arsenaults stimmungsvolle Illustrationen, die sich in „Rosalie. Als mein Vater im Krieg war“ um ein kleines Mädchen und den Ersten Weltkrieg drehen. Doch nicht nur das: Rosalies Geschichte stellt große Fragen nach Eigenständigkeit und Bevormundung. Und nach dem Umgang mit Verlust, Angst und Liebe.

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Oral History als Comic

„Die Geschichte von Francine R.“

Cover "Die Geschichte von Francine R."
c avant-verlag

Boris Golzio ist entfernt mit Francine verwandt. Er steigt in “Die Geschichte von Francine R.” ein, indem er transparent erzählt, warum er diese überhaupt erzählt. Francine hatte ihn auf der Suche nach Familienmitgliedern angerufen und als er erfuhr, dass sie Mitglied der Résistance war, entschied er sich, ihre Erinnerungen aufzuzeichnen. Zunächst jedoch einfach als Oral History. Dann ließ ihn die Geschichte nicht los. Zehn Jahre später, Francine war bereits gestorben, entschied er sich, sie als Comic zu erzählen.

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Der Erste Weltkrieg jenseits der Front als Comic

„Der Krieg der Knirpse“ von Régis Hautière und Hardoc

Cover Krieg der Knirpse 1
c Panini Comics

Die Lulus sind noch jung, als der Erste Weltkrieg ausbricht. So jung, dass der Abt, der ihr Kinderheim leitet, ihnen nichts von der Bedrohung durch den Krieg erzählt hat. Als das Heim in Valencourt plötzlich geräumt werden muss, sind die vier Jungen gerade auf Streiftour durch den Wald. Ihr Fehlen wird zu spät bemerkt, die Evakuierung findet ohne sie statt. Und so beginnt der “Krieg der Knirpse“. Wir begleiten die vier, wie sie sich Jahr für Jahr durch den Ersten Weltkrieg schlagen.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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