Ungerechtigkeit und Tod konkret erzählt

„Der Traum von Olympia“ von Reinhard Kleist

Cover "Der Traum von Olympia"
c Reinhard Kleist/Carlsen

Zugegeben, „Der Traum von Olympia“ wurde schon aller Orten besprochen. Dennoch hatte ich Reinhard Kleists Nacherzählung des Lebens der Sportlerin Samia Yusuf Omar in Comic-Form bisher nicht gelesen. Es wurde also höchste Zeit und angesichts der aktuellen Entwicklungen in Moria, wurde mir immer klarer, dass ich das Buch unbedingt im Blog besprechen will, auch wenn das Thema – sagen wir mal – sehr zeitgeschichtlich ist.

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Neonazis und Auswege

„Drei Steine“ beschreibt die 1980er in Dortmund

Cover "Drei Steine"
c Nils Oskamp / panini

Nils Oskamp hat mit der Graphic Novel „Drei Steine“ ein sehr persönliches autobiographisches Comic-Buch vorgelegt, in dem er über seine eigene Jugend in Dortmund berichtet. An seiner Schule werben Mitschüler neue Mitglieder für rechte Vereinigung an. Altnazis unterrichten völkische Inhalte und der Ich-Erzähler bleibt lange vollkommen allein in seinem Widerspruch und Aufbegehren gegen die braune Ideologie.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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Die Befreiung Berlins als Comic

Zur Umsetzung von Klaus Kordons „Der erste Frühling“ als Graphic Novel

Cover "Der erste Frühling" als Comic
c Carlsen

Zugegeben, dieser Comic ist schon ein wenig älter – 2007 erschien er bei Carlsen und ist auf der Verlagsseite schon gar nicht mehr zu finden. Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs aber zum 75. Mal jährt, dachte ich, dass eine Besprechung dieser Graphic Novel, die sich mit dem Kriegsende befasst, wert ist. Zumal Christoph Heuer und Gerlinde Althoff Klaus Kordons „Der erste Frühling“ wirklich meisterhaft in diese Erzählart übertragen haben.

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So eine Bruderschaft der Vagabunden fehlt heute

Bea Davies im Interview über ihr Projekt „Der König der Vagabunden“ und das Zeichnen historischer Comics

Portrait Beatrice Davies
Bea Davies

Hier im Blog habe ich schon einige Autor*innen gesprochen und sie danach gefragt, wie sie mit dem Unterschied von Fakt und Fiktion umgehen. Beim Thema Comic und Zeichnen stellt sich diese Frage natürlich noch einmal auf eine ganz andere Weise. Darum habe ich mich riesig gefreut, dass Bea Davies bereit war, mir ein Interview zu ihrem aktuellen Projekt „Der König der Vagabunden“ zu geben. Das Comic erzählt die Lebensgeschichte von Gregor Gog, der die „Bruderschaft der Vagabunden“ gründete und die erste Straßenzeitung der Welt entwickelte.

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Jahresrückblick 2019 – und kleiner Ausblick 2020

Buch-Logo mit Weihnachtskerze
c Kira Grote

2019 geht zu Ende und ich gucke auf das erste volle Kalenderjahr bloggen zurück. Ich habe viele tolle Entdeckungen gemacht, die mich begeistert haben. Darunter fällt auf jeden Fall das Interview mit der Autorin Dorit Linke sowie ihre Bücher. Überhaupt gab es in diesem Jubiläumsjahr natürlich unheimlich viel Literatur zum Mauerfall (für Jüngere besonders toll: Hüben Drüben) zu entdecken und ich kann versprechen, dass da auch noch was nachkommt – habe einfach nicht geschafft, alles zu lesen.

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Ein Heldinnencomic.

Kate Evans erzählt das Leben Rosa Luxemburgs als Graphic Novel

Cover "Rosa. Die Graphic Novel über Rosa Luxemburg" von Kate Evans
c Dietz / Kate Evans

Schon das Cover dieser liebevoll gestalteten Graphic Novel zieht in den Bann: Rosa Luxemburg im Profil, ihr Rücken, ihre Haare Schauplatz von Gewalt und Krieg. Ein so bewegtes Leben, ein so reger Kopf, eine so faszinierende Frau, die sich mutig für ihre Ideale einsetzte. Kate Evans hat ihr mit der Comic-Biographie “Rosa” ein Denkmal gesetzt.

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Wahre Geschichte schonend erzählt: Helen Bates „Peter in Gefahr“

Cover Peter in Gefahr

Was bedeutet es, als jüdisches Kind im Budapest des Zweiten Weltkriegs aufzuwachsen? „Peter in Gefahr. Mut und Hoffnung im Zweiten Weltkrieg“ beantwortet diese Frage, ohne sie offen zu stellen. Helen Bate erzählt in diesem Kinderbuch ab 7 Jahren, das eigentlich eher eine Graphic Novel ist, aus Perspektive Peters vom Überleben des Holocausts in Verstecken. Sehr Vieles bleibt dabei Unausgesprochen – Stärke und Schwäche des Buches zugleich.

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Zwei Diktaturen, eine Graphic Novel: Nieder mit Hitler! Von Jochen Voit und Hamed Eshrat

Cover "Nieder mit Hitler"

Geschichte spannend und gut aufbereitet zu erzählen, ohne ins Reißerische zu geraten, und zugleich noch ein Vorbild in Sachen Kooperation zwischen Uni und Gedenkstätte sein? Dass das geht zeigen Jochen Voit und Hamed Eshrat mit „Nieder mit Hitler! Oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte“. Die Graphic Novel erzählt über Karl Metzners Leben im Nationalsozialismus und der DDR und Möglichkeiten und Folgen des Widerstands gegen totalitäre Regime.

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