Familiäre Vergangenheitsbewältigung

„Der Duft der Kiefern“ von Bianca Schaalburg

Cover "Der Duft der Kiefern"

Spurensuchen in der eigenen Familie liegen im Trend. Wie war meine Familie involviert? Was wussten meine Großeltern über den Holocaust? Ich habe vor einiger Zeit begeistert das Buch „Heimat“ besprochen. Nun legt Bianca Schaalburg ihre erste Graphic Novel vor. „Der Duft der Kiefern“ ist eine Familiengeschichte, die über die Nazizeit hinaus geht und auch nach erinnerungskulturellen Entwicklungen der BRD der Nachkriegszeit erzählt.

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Comics und Holocaust aus historischer Perspektive

Der Sammelband „Beyond Maus“

Cover "Beyond Maus"
c Böhlau

In diesem Blog tauchen ja immer mal wieder auch Rezensionen zu Comics auf, die sich mit der Shoa befassen, zum Beispiel die Adaption von Anne Franks Tagebuch als Graphic Novel. Als ich daher den frisch erschienenen Sammelband und von Ole Frahm, Hans-Joachim Hahn und Markus Streb herausgegebenen Sammelband zur Darstellung des Holocaust in Comics, „Beyond Maus„, entdeckte, war ich sofort sehr gespannt. Der Sammelband ist auf Englisch erschienen, die Lektüre lohnt sich aber!

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Engagiertes Leben gegen Nazis

Der Comic zu Beate und Serge Klarsfeld

Cover Beate und Serge Klarsfeld
c Carlsen

Der biographische Comic „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ setzt bei der wohl bekanntesten Aktion ein, nämlich dem Moment, als Beate Klarsfeld am 7. November 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigt. Von hier aus spannen Pascal Bresson und Sylvain Dorange die Geschichte der Beziehung sowie der Arbeit der Klarsfelds aus, die maßgeblich vom gemeinsamen Kampf gegen Alt-Nazis geprägt ist, die bisher der juristischen Verfolgung entgangen waren.

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Die Freude am Lernen für das Morgen

Yitskhok Rudashevskis „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“

Cover Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna
c metropol Verlag

Es gibt wenige Dinge, die so unmittelbar beeindrucken wie Egodokumente. Gleichzeitig sind manche Augenzeug*innenberichte natürlich mit großer Nachträglichkeit zu Papier gebracht. Yitskhok Rudashevskis „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“ ist eine Mischung aus beidem – erzählt er das Jahr 1941 noch rückblickend, sind die Einträge für 1942 und 1943 zeitnah aufgeschrieben und berichten vom Schicksal der Jüdinnen und Juden im nationalsozialistisch besetzten Wilna.

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Woher kommt dieser Mut?

Sharon Camerons „Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete“

Cover "Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete"
c insel

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe dieses Buch durchgesuchtet. Und hatte die ganze Zeit einen Klumpen aus Angst und Anspannung im Bauch. Sharon Cameron erzählt in „Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete. Nach einer wahren Geschichte“ von Stefania und Helena Podgórska, Max Diamant und zwölf weiteren Jüd*innen, die die nationalsozialistische Besatzung Polens auf dem Dachboden der Podgórskas überleben.

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Die letzten Zeitzeug*innen

„Um 180 Grad“ von Julia C. Werner erzählt vom Erinnern an den Holocaust

Lennard (Lenny) hat Mist gebaut und wird jetzt diszipliniert: Als Lesepate im Altenheim soll er seine Schulden bei den Eltern abarbeiten und so Respekt lernen. Daran geht ihm so einiges auf den Zeiger. Das Erwischt-Worden-Sein beim Sprühen. Dass seine Kumpels mit weniger davon kommen. Dass er im Altenheim als Held gefeiert wird, obwohl er doch gar nicht frewillig da ist. – Julia C. Werner erzählt in „Um 180 Grad“ von typischen Jugendproblemen zwischen Trotz und Selbstfindung für Menschen ab 13 Jahren. Doch dann geht die Geschichte plötzlich tiefer, denn Lennys Zuhörerin entpuppt sich als ausgesprochen sympathische und lebenskluge Frau, die das KZ überlebte.

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Weltgeschichte vom Urknall an und ganz kompakt

„Die Geschichte der Welt (auf 32 Seiten)“

Cover "Die Geschichte der Welt (auf 32 Seiten)"
c Laurence King Verlag

Da haben sich Anna Claybourne und Jan van der Veken nicht gerade wenig vorgenommen: „Die Geschichte der Welt (auf 32 Seiten)“ – der Titel sagt schon, was das Buch will. Und legt tatsächlich beim Urknall los. So entsteht ein extrem dichtes, großformatiges Bilderbuch für Menschen ab 10 Jahren.

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Ein Lobgesang des Lebensmuts

Roxane van Iperen berichtet über jüdische Frauen im niederländischen Widerstand

Cover "Ein Versteck unter Feinden"
c Hoffmann und Campe

Eigentlich ist „Ein Versteck unter Feinden“ ein Buch für Erwachsene, dennoch ist es eine geradezu perfekte Ergänzung zu „Reden ist Verrat“, das ich vor kurzem hier besprochen habe. Darum will ich es doch zumindest kurz vorstellen. Roxane van Iperen kam auf persönlichen Pfaden zu dieser Geschichte: Sie zog in ein im Wald verborgenes Haus nahe Amsterdam und fand immer mehr Details über dieses „hohe Nest“ (‘t hoge nest) heraus: Dort hatten sich im Zweiten Weltkrieg mehrere Menschen versteckt.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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Anne Frank im Comic

Das Tagebuch als Adaption und eine Biographie

Cover "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman und David Polonsky
c Fischer Verlag

Anne Frank ist sicherlich eines der berühmtesten Opfer des Holocaust. Dank ihres Tagebuchs ist es uns möglich, zumindest eine Ahnung davon zu bekommen, was es bedeutet, verfolgt zu werden. Anne Franks Aufzeichnungen sowie das Anne Frank Haus in Amsterdam regen immer wieder zu Adaptionen ihrer Geschichte an. Das Bilderbuch „Anne Franks Baum“ habe ich hier schon einmal vorgestellt. Nun soll es um zwei Comic-Bücher gehen, die sich mit Anne Frank beschäftigen: Sid Jacobsons und Ernie Colóns „Das Leben von Anne Frank“ sowie die Adaption ihres Tagebuchs als Graphic Diary von Ari Folman und David Polonsky.

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