Nachkriegstaumel

“Heul doch nicht, du lebst ja noch” von Kirsten Boie

Cover Heul doch nicht, du lebst ja noch
c Oetinger Verlag

Mit “Heul doch nicht, du lebst ja noch” beschäftigt sich Kirsten Boie erneut mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen unmittelbaren Folgen. Für Menschen ab 14 Jahren beschreibt sie schonungslos den Sommer 1945 in Hamburg und zeigt damit, dass ein Waffenstillstand noch lange nicht das Ende des Krieges bedeutet.

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„Der papierne Freund“

Ein Interview mit Herausgeber Wolf Kaiser über die Bedeutung von Tagebüchern für die Erinnerungskultur zum Holocaust

Cover "Der papierene Freund"
c metropol

Tagebücher spielen auf meinem Blog immer wieder eine Rolle, mal sind sie fiktiv, mal tatsächliche Quellen und ediert herausgegeben. Mit „Der papierene Freund. Holocaust-Tagebücher jüdischer Kinder und Jugendlicher“ erschien im Mai 2022 im Metropol Verlag ein Sammelband, der Auszüge unterschiedlicher Tagebücher von Kindern und Jugendlichen, die den Holocaust erlebt haben, vereint.

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Ein Hund als Lebensretter

„Die Geschichte von Bodri“ von Hédi Fried

Cover "Die Geschichte von Bodri"
c Bohem

Hédi Fried ist eine Überlebende des Holocaust. Und sie ist eine von denjenigen mutigen Mahnerinnen, die ihre Geschichte erzählen. Gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus sowie die Diskriminierung anderer Minderheiten. Hatte sie bisher eher für Erwachsene geschrieben, ist „Die Geschichte von Bodri“ nun ein Buch für Menschen ab 8 Jahren.

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Kinderrettung in Zeiten des Krieges

„Nicky und Vera“ von Peter Sís

Cover "Nicky & Vera"
c Gerstenberg

Die Willkür von Leben und Tod ist manchmal so banal wie erschütternd. In „Nicky und Vera“ wird sie besonders deutlich. Peter Sís erzählt vom jungen Nicholas Winston, der 1938 fast 700 jüdische Kinder aus Tschechien rettete. Das Bilderbuch funktioniert vor allem deshalb gut, weil Sís auf mehreren Ebenen erzählt und von Anfang an erklärt, warum er die Geschichte relevant findet. So an die Hand genommen ist „Nicky und Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder, die er rettete“ ein tolles Buch für Menschen ab 5 Jahren, um sich mit diesem Teil der Geschichte auseinanderzusetzen.

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Zeitzeuginbericht zu Schindlers Liste

„Ich überlebte“ von Rena Finder

Cover "Ich überlebte"
c Hanser

Rena Finder ist 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern von der deutschen Besatzung gezwungen wird, in das Ghetto von Krakau zu ziehen. In „Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste“ erzählt sie – aufgezeichnet von Joshua M. Greene – wie sie den Holocaust dennoch überlebte. Der eingängige Bericht wird vom Verlag für Menschen ab 12 Jahren empfohlen.

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Vom Überleben der Shoa

„Zwei von jedem“ von Rose und Rebecka Lagercrantz

Cover "Zwei von jedem"
c Moritz Verlag

Wie die Geschichte des Holocaust für Kinder erzählen? Rose Lagercrantz wählt einen sehr persönlichen Weg und einen, der auf Zukunft ausgerichtet ist, denn das Überleben erzählt sie gleich mit. “Zwei von jedem” – Die Geschichte von Eli und Luli ist an ihre eigene Familiengeschichte angelehnt und berichtet von jüdischem Leben im 20. Jahrhundert für Menschen ab 9 Jahren.

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Ein Comic über Widerstand in Auschwitz

„Rapport W. Freiwillig als Häftling in Auschwitz“

c Splitter Verlag

Witold Pilecki lässt sich im September 1940 unter dem Tarnnamen Thomasz Serafínski in Auschwitz einschleusen. Über ein nach und nach aufgebautes Netzwerk gelingt es ihm, Nachrichten über das Lager nach außen zu schmuggeln und den polnischen Widerstand im Konzentrationslager aufzubauen. 2000 wurde sein Rapport in Polen veröffentlich, später in vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland und Frankreich. Gaétan Nocq setzte den Rapport W nun als Comic um. Er erfuhr über Isabelle Davion von den Aufzeichnungen. Die Historikerin hat die Entstehung des Comics wissenschaftlich begleitet und zudem ein ausführliches Nachwort verfasst.

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Familiäre Vergangenheitsbewältigung

„Der Duft der Kiefern“ von Bianca Schaalburg

Cover "Der Duft der Kiefern"

Spurensuchen in der eigenen Familie liegen im Trend. Wie war meine Familie involviert? Was wussten meine Großeltern über den Holocaust? Ich habe vor einiger Zeit begeistert das Buch „Heimat“ besprochen. Nun legt Bianca Schaalburg ihre erste Graphic Novel vor. „Der Duft der Kiefern“ ist eine Familiengeschichte, die über die Nazizeit hinaus geht und auch nach erinnerungskulturellen Entwicklungen der BRD der Nachkriegszeit erzählt.

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Comics und Holocaust aus historischer Perspektive

Der Sammelband „Beyond Maus“

Cover "Beyond Maus"
c Böhlau

In diesem Blog tauchen ja immer mal wieder auch Rezensionen zu Comics auf, die sich mit der Shoa befassen, zum Beispiel die Adaption von Anne Franks Tagebuch als Graphic Novel. Als ich daher den frisch erschienenen Sammelband und von Ole Frahm, Hans-Joachim Hahn und Markus Streb herausgegebenen Sammelband zur Darstellung des Holocaust in Comics, “Beyond Maus“, entdeckte, war ich sofort sehr gespannt. Der Sammelband ist auf Englisch erschienen, die Lektüre lohnt sich aber!

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Engagiertes Leben gegen Nazis

Der Comic zu Beate und Serge Klarsfeld

Cover Beate und Serge Klarsfeld
c Carlsen

Der biographische Comic „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ setzt bei der wohl bekanntesten Aktion ein, nämlich dem Moment, als Beate Klarsfeld am 7. November 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigt. Von hier aus spannen Pascal Bresson und Sylvain Dorange die Geschichte der Beziehung sowie der Arbeit der Klarsfelds aus, die maßgeblich vom gemeinsamen Kampf gegen Alt-Nazis geprägt ist, die bisher der juristischen Verfolgung entgangen waren.

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