Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

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Die Freude am Lernen für das Morgen

Yitskhok Rudashevskis „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“

Cover Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna
c metropol Verlag

Es gibt wenige Dinge, die so unmittelbar beeindrucken wie Egodokumente. Gleichzeitig sind manche Augenzeug*innenberichte natürlich mit großer Nachträglichkeit zu Papier gebracht. Yitskhok Rudashevskis “Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna” ist eine Mischung aus beidem – erzählt er das Jahr 1941 noch rückblickend, sind die Einträge für 1942 und 1943 zeitnah aufgeschrieben und berichten vom Schicksal der Jüdinnen und Juden im nationalsozialistisch besetzten Wilna.

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Woher kommt dieser Mut?

Sharon Camerons “Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete”

Cover "Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete"
c insel

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe dieses Buch durchgesuchtet. Und hatte die ganze Zeit einen Klumpen aus Angst und Anspannung im Bauch. Sharon Cameron erzählt in “Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete. Nach einer wahren Geschichte” von Stefania und Helena Podgórska, Max Diamant und zwölf weiteren Jüd*innen, die die nationalsozialistische Besatzung Polens auf dem Dachboden der Podgórskas überleben.

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Die letzten Zeitzeug*innen

„Um 180 Grad“ von Julia C. Werner erzählt vom Erinnern an den Holocaust

Lennard (Lenny) hat Mist gebaut und wird jetzt diszipliniert: Als Lesepate im Altenheim soll er seine Schulden bei den Eltern abarbeiten und so Respekt lernen. Daran geht ihm so einiges auf den Zeiger. Das Erwischt-Worden-Sein beim Sprühen. Dass seine Kumpels mit weniger davon kommen. Dass er im Altenheim als Held gefeiert wird, obwohl er doch gar nicht frewillig da ist. – Julia C. Werner erzählt in „Um 180 Grad“ von typischen Jugendproblemen zwischen Trotz und Selbstfindung für Menschen ab 13 Jahren. Doch dann geht die Geschichte plötzlich tiefer, denn Lennys Zuhörerin entpuppt sich als ausgesprochen sympathische und lebenskluge Frau, die das KZ überlebte.

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Ein Lobgesang des Lebensmuts

Roxane van Iperen berichtet über jüdische Frauen im niederländischen Widerstand

Cover "Ein Versteck unter Feinden"
c Hoffmann und Campe

Eigentlich ist „Ein Versteck unter Feinden“ ein Buch für Erwachsene, dennoch ist es eine geradezu perfekte Ergänzung zu „Reden ist Verrat“, das ich vor kurzem hier besprochen habe. Darum will ich es doch zumindest kurz vorstellen. Roxane van Iperen kam auf persönlichen Pfaden zu dieser Geschichte: Sie zog in ein im Wald verborgenes Haus nahe Amsterdam und fand immer mehr Details über dieses „hohe Nest“ (‘t hoge nest) heraus: Dort hatten sich im Zweiten Weltkrieg mehrere Menschen versteckt.

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Anne Frank im Comic

Das Tagebuch als Adaption und eine Biographie

Cover "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman und David Polonsky
c Fischer Verlag

Anne Frank ist sicherlich eines der berühmtesten Opfer des Holocaust. Dank ihres Tagebuchs ist es uns möglich, zumindest eine Ahnung davon zu bekommen, was es bedeutet, verfolgt zu werden. Anne Franks Aufzeichnungen sowie das Anne Frank Haus in Amsterdam regen immer wieder zu Adaptionen ihrer Geschichte an. Das Bilderbuch „Anne Franks Baum“ habe ich hier schon einmal vorgestellt. Nun soll es um zwei Comic-Bücher gehen, die sich mit Anne Frank beschäftigen: Sid Jacobsons und Ernie Colóns „Das Leben von Anne Frank“ sowie die Adaption ihres Tagebuchs als Graphic Diary von Ari Folman und David Polonsky.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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Autobiographisches Erzählen

Eva Erben schreibt über ihr Überleben der Judenverfolgung

Cover "Mich hat man vergessen"
c Gulliver / Beltz&Gelberg

Mich hat man vergessen“ ist ein dünnes Bändchen aus der Gulliver-Reihe. Das liegt daran, dass Eva Erben zunächst gar kein Buch schreiben wollte, sondern einen Vortrag für die Klasse ihres Sohnes vorbereitet hat. Sie wollte den Jugendlichen erzählen, wie sie die Judenverfolgung der Nationalsozialisten überlebt hat. Im Jugendbuch ab 12 Jahren erzählt sie ihre Geschichte noch ein wenig weiter. Überleben wird hier zum Weiterleben, trotz allem und allem zum Trotz.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Mut braucht Angst

Eine Flucht vor den Nazis für Kinder erzählt

Cover "Über die Grenze" von Maja Lunde
c Urachhaus

Selten werden auf dem deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkt historische Erzählungen aus anderer als deutscher Perspektive erzählt – „Verloren in Eis und Schnee“ war ein Beispiel (Rezension hier). Umso toller ist es nun, dass wir der Frankfurter Buchmesse mit Norwegen als Gastland sowie Maja Lundes Starstatus auch in Deutschland (Die Geschichte der Bienen) zu verdanken haben, dass ihr Kinderbuch „Über die Grenze“ für Menschen ab 9 Jahren bei Urachhaus erschienen ist.

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