Familiäre Vergangenheitsbewältigung

„Der Duft der Kiefern“ von Bianca Schaalburg

Cover "Der Duft der Kiefern"

Spurensuchen in der eigenen Familie liegen im Trend. Wie war meine Familie involviert? Was wussten meine Großeltern über den Holocaust? Ich habe vor einiger Zeit begeistert das Buch „Heimat“ besprochen. Nun legt Bianca Schaalburg ihre erste Graphic Novel vor. „Der Duft der Kiefern“ ist eine Familiengeschichte, die über die Nazizeit hinaus geht und auch nach erinnerungskulturellen Entwicklungen der BRD der Nachkriegszeit erzählt.

Familiäre Vergangenheitsbewältigung weiterlesen

Die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Iris Lemanczyks „Brennnessel-Haut“

Cover Brennnessel-Haut
c Horlemann

Eins meiner Themen in der mündlichen Masterprüfung war die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und ich weiß noch, dass ich bei der Recherche immer wieder dachte: Warum wusste ich das nicht? Warum haben wir da in der Schule nicht drüber gesprochen? Iris Lemanczyks Jugendbuch „Brennnessel-Haut. Eine wahre Geschichte“ liefert einen guten Anlass, das Thema aufzugreifen.

Die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus weiterlesen

Engagiertes Leben gegen Nazis

Der Comic zu Beate und Serge Klarsfeld

Cover Beate und Serge Klarsfeld
c Carlsen

Der biographische Comic „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ setzt bei der wohl bekanntesten Aktion ein, nämlich dem Moment, als Beate Klarsfeld am 7. November 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigt. Von hier aus spannen Pascal Bresson und Sylvain Dorange die Geschichte der Beziehung sowie der Arbeit der Klarsfelds aus, die maßgeblich vom gemeinsamen Kampf gegen Alt-Nazis geprägt ist, die bisher der juristischen Verfolgung entgangen waren.

Engagiertes Leben gegen Nazis weiterlesen

Das Kopf-Einziehen der Erwachsenen

„Die Kinder der Résistance“

Cover "Die Kinder der Résistance" Band 1
c bahoe books

Das nationalsozialistische Deutschland überfällt Frankreich. In einem kleinen (fiktiven) Dorf sehen die Dreizehnjährigen François und Eusèbe dabei zu, wie Fliehende durch ihre Straßen ziehen. Und wie plötzlich auch die Deutschen sie erreichen. Wie sie Denkmäler schänden und zwar einerseits so tun, als wollten sie sich gut benehmen, andererseits jedoch herablassend mit der Bevölkerung umgehen. Während die meisten Erwachsenen sich der Situation einfach ergeben, werden die Helden des Comics von Vincent Dugomier und Benoît Ers „Kinder der Résistance“. Später wird auch Lisa, deren Eltern auf der Flucht gestorben sind, Teil dieser Gruppe.

Das Kopf-Einziehen der Erwachsenen weiterlesen

Oral History als Comic

„Die Geschichte von Francine R.“

Cover "Die Geschichte von Francine R."
c avant-verlag

Boris Golzio ist entfernt mit Francine verwandt. Er steigt in „Die Geschichte von Francine R.“ ein, indem er transparent erzählt, warum er diese überhaupt erzählt. Francine hatte ihn auf der Suche nach Familienmitgliedern angerufen und als er erfuhr, dass sie Mitglied der Résistance war, entschied er sich, ihre Erinnerungen aufzuzeichnen. Zunächst jedoch einfach als Oral History. Dann ließ ihn die Geschichte nicht los. Zehn Jahre später, Francine war bereits gestorben, entschied er sich, sie als Comic zu erzählen.

Oral History als Comic weiterlesen

Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

Ein Klassiker zur deutschen Geschichte weiterlesen

Die Freude am Lernen für das Morgen

Yitskhok Rudashevskis „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“

Cover Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna
c metropol Verlag

Es gibt wenige Dinge, die so unmittelbar beeindrucken wie Egodokumente. Gleichzeitig sind manche Augenzeug*innenberichte natürlich mit großer Nachträglichkeit zu Papier gebracht. Yitskhok Rudashevskis „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“ ist eine Mischung aus beidem – erzählt er das Jahr 1941 noch rückblickend, sind die Einträge für 1942 und 1943 zeitnah aufgeschrieben und berichten vom Schicksal der Jüdinnen und Juden im nationalsozialistisch besetzten Wilna.

Die Freude am Lernen für das Morgen weiterlesen

Übersichtsartikel: Nationalsozialismus

Mit leichtem Schrecken habe ich festgestellt, dass sich in einigen Kategorien schon unheimlich viele Texte finden, vor allem natürlich im Bereich Nationalsozialismus. Darum habe ich mir überlegt, dass es gelegentlich mal einen Überblicksartikel bzw. dazu ein Update geben muss. Ich werde hier nicht alle von mir zum Thema rezensierten Bücher aufnehmen, sondern nur die, die ich ganz besonders gut fand.

Übersichtsartikel: Nationalsozialismus weiterlesen

Von Gut und Böse und Tod

Els Beertens „Als gäbe es einen Himmel“

Cover "Als gäbe es einen Himmel"
c Fischer Verlage

„Wo man singt, da lass dich nieder…“ Diese einfache Weisheit kennen wir wohl alle. Sie spielt an auf das Verbindende von Musik. Doch was, wenn die gemeinsame Liebe zum Klang nicht mehr genügt? Wenn überhaupt die Liebe nicht mehr reicht? Wenn der Liebste zum Nazi wird und freiwillig für die Besatzer an der Ostfront kämpfen will? Els Beerten erzählt in „Als gäbe es keinen Himmel“ vom besetzten Belgien und der Frage, was Krieg mit Menschen macht.

Von Gut und Böse und Tod weiterlesen

Woher kommt dieser Mut?

Sharon Camerons „Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete“

Cover "Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete"
c insel

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe dieses Buch durchgesuchtet. Und hatte die ganze Zeit einen Klumpen aus Angst und Anspannung im Bauch. Sharon Cameron erzählt in „Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete. Nach einer wahren Geschichte“ von Stefania und Helena Podgórska, Max Diamant und zwölf weiteren Jüd*innen, die die nationalsozialistische Besatzung Polens auf dem Dachboden der Podgórskas überleben.

Woher kommt dieser Mut? weiterlesen