Schrift, Schreiben, LESEN

„Es steht geschrieben“ von Vitali Konstantinov

Cover "Es steht geschrieben"
c Gerstenberg

Für die meisten von uns ist Lesen eine absolute Alltagspraktik. Wie dankbar wir für diesen Automatismus sein können und wie wenig selbstverständlich er ist, merken wir, wenn wir auf Reisen plötzlich vor fremden Buchstaben stehen – oder im Archiv per Sütterlin geschriebene Briefe entziffern müssen. Den Zauber und die Geschichte von Schriften hat Vitali Konstantinov in „Es steht geschrieben“ zusammengetragen und macht uns das Wunder des Schreibens dadurch bewusster.

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„Forschung ist nie zu Ende“

Ein Interview mit Birge Tetzner

Portrait der Autorin Birge Tetzner, c Barbara Schmidt
Birge Tetzer, c Barbara Schmidt

Vor ein paar Wochen habe ich ja sehr begeistert von „Fred bei den Wikingern“ berichtet. Besonders spannend fand ich, dass das Buch zunächst als Hörbuch existierte. Darum bin ich sehr froh, dass Birge Tetzner von ultramar media, die die Geschichten rund um Fred schreibt, bereit war, mit mir über ihre Arbeitsweise zu sprechen.

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Graue Vorzeit mal in bunt: „Wie man ein Mammut jagt“ erklärt die Vor- und Frühgeschichte

Cover c Seemanns Bilderbande

Im Interview mit Katharina Ebinger (hier im Blog) von Thienemann kam heraus, dass es relativ wenig Kinderbücher zur Frühgeschichte gibt. Darum habe ich mir eines der wenigen Beispiele gleich mal genauer angeschaut: Wie schon beim hier rezensierten Mittelalter-Mit-Mach-Buch hat Seemanns Bilderbande mit einem Museum, in diesem Fall dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte, kooperiert. Bernhard Heeb, Kathrin Buchmann und Silvia Nettekoven führen mit „Wie man ein Mammut jagt“ Menschen ab 8 Jahren in die Vor- und Frühgeschichte ein.

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“Ein wissenschaftlicher Text ist viel einfacher zu schreiben.”

Aline Sax über die Unterschiede ihrer Arbeit als Historikerin und als Autorin.

Portrait Aline Sax (c Koen Broos)
Aline Sax © Koen Broos

Die belgische Autorin Aline Sax ist Historikerin und schreibt in ihren Kinder- und Jugendbüchern über historische Themen. Zwei ihrer Texte habe ich hier schon besprochen: Das Mädchen und der Soldat und ihr neuestes Buch auf deutsch, Grenzgänger. Beide Texte haben mich sehr berührt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Aline bereit war, mir ein Interview zu geben, in dem es viel darum geht, wie sich wissenschaftliches und fiktionales Schreiben unterscheiden und warum wir so von Geschichte und Geschichten fasziniert sind.

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Die Mischung macht’s: „Erik der Wikingerjunge“ zwischen Fiktion und Sachbuch

Cover Erik der Wikingerjunge Schwieger und Steimann

„Wikinger“ sind in der popkulturellen Erinnerungslandschaft gefühlt omnipräsent. Kaum ein skandinavischer Ort in Küstennähe, in dem nicht Wikingertouren aller Art gebucht werden können – gerne auch mit behorntem Helm auf dem Kopf. Genau bei solchen Vorstellungen holt uns Autor Frank Schwieger ab und lädt dazu ein, unsere bisherigen Ideen von den Wikingerinnen zu hinterfragen. Mit „Erik der Wikingerjunge“ wählen Schwieger und die Illustratorin Janna Steimann den Weg zwischen Fiktion und Sachbuch und richten sich an Kinder ab 8 Jahren.

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Brodersen/Stern: Eine Erdbeere für Hitler

Cover eine Erdbeere für HitlerKinder- und Jugendliteratur über den Nationalsozialismus gibt es reichlich – mal mit mehr, mal mit weniger moralisch erhobenem Zeigefinger. „Eine Erdbeere für Hitler“ (ab 10 Jahre) wird daher sicherlich nicht das letzte Buch zu diesem Thema sein, dass ich hier rezensieren werde. Die Herangehensweisen bei der Darstellung des Nationalsozialismus und des Holocaust sind dabei vollkommen unterschiedlich. Eines der bekanntesten fiktiven Werke der letzten Jahre dürfte von „The Boy in the Striped Pyjamas“ von John Boyne sein, das ja auch verfilmt wurde. Hier wird in der Fiktion bewusst eine vollkommen naiv-kindliche Perspektive gewählt, die die Schrecken der Konzentrationslager durch die Kontrastierung von zwei Jungenleben dies- und jenseits der Grenze des Stacheldrahts umso grausamer erfahrbar werden lässt. Brodersen/Stern: Eine Erdbeere für Hitler weiterlesen

Manfred Mai: Deutsche Geschichte

Cover Manfred Mai: Deutsche GeschichteManfred Mais „Deutsche Geschichte“, die 1999 zum ersten Mal erschien und von der Presse hochgelobt wurde, ist ein durch und durch ambitioniertes Projekt. Der Autor fasst auf gut 200 Seiten kombiniert mit sehr vereinzelten Illustrationen die Geschichte Deutschlands seit den Germanen zusammen. Das entstandene Werk wird vom Verlag für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen. Manfred Mai: Deutsche Geschichte weiterlesen

Nikolaus Nützel: Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg

Cover von Nützels Mein Großvater, sein Holzbein und der Große Krieg“Was der Erste Weltkrieg mit uns zu tun hat” – Die Frage, die Nikolaus Nützel mit seinem Untertitel für dieses sehr persönlich geschriebene Sachbuch zum Ersten Weltkrieg aufwirft, zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text. In kurzen thematischen Blöcken, etwa zum Kampf auf dem Meer oder aber zu den revolutionären Umbrüchen im Kontext des Ersten Weltkrieges, stellt Nützel seinen Leser*innen ein facettenreiches und umfassendes Bild des Ersten Weltkrieges vor, das immer wieder auf mentalitätsgeschichtliche Kontinuitäten hinausläuft: So betont er die Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die Radikalisierung der Bevölkerung und die Entstehung des nationalsozialistischen Deutschlands. Nikolaus Nützel: Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg weiterlesen