Der ewige, ätzende Antisemitismus

Mirjam Presslers „Dunkles Gold“ erzählt vom Jüdisch-Sein in Deutschland

Cover "Dunkles Gold"
c Beltz&Gelberg

Eigentlich hasst Laura die Geschichte um den Erfurter Schatz, den ein jüdischer Bankier namens Kalman von Wiehe 1349 in seinem Haus versteckte. Zu begeistert ist ihre Mutter, eine Kunsthistorikerin, von ihrer Arbeit mit dem Schatz, zu sehr will Laura sich von eben dieser Mutter abgrenzen. Aber dann lernt Laura Alexej kennen und auf einmal wird alles anders – auf zwei Ebenen erzählt Mirjam Pressler in „Dunkles Gold“ von jüdischem Leben in Deutschland und gibt damit den Blick frei auf dauerhafte Ausgrenzung genauso wie Nicht-Wissen.

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Poesie der Einsamkeit: Gavriel Savits „Anna und der Schwalbenmann“

Cover "Anna und der Schwalbenmann"

Wie einem Kind das Grauen des Nationalsozialismus, überhaupt das Leid von Krieg und Mord, von menschlicher Grausamkeit erklären? Das heutige didaktische Problem überträgt Gavriel Savit in seinem Jugendbuch „Anna und der Schwalbenmann“ in den Text selbst. Wie einem kleinen Mädchen erklären, dass der Vater einfach verschwindet, weil die Nazis ihn als Angehörigen der intellektuellen Elite ermordet haben? Die Antwort, die dieser poetische Roman gibt, ist so bedrückend leicht wie erhaben schwer: Mit Geschichten. Gavriel Savit nimmt uns mit in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und zeigt uns fernab der großen Städte und Straßen, inmitten der Einsamkeit der Wälder und Wanderwege umso eindrücklicher, wie existenziell bedrohlich der Mensch dem Menschen werden kann, wie einsam wir alle sind und wie schwer es ist, Mensch zu bleiben, trotz allem.

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Abenteuer rund um die Leningrader Blockade: Verloren in Eis und Schnee von Davide Morosinotto

Cover "Verloren in Eis und Schnee"

Das Ende der Leningrader Blockade jährte sich gerade zum 75. Mal, in St. Petersburg wurde dem Anlass mit großer Militärparade gedacht (https://www.tagesschau.de/inland/leningrad-blockade-entschaedigung-101.html). Davon aber, wie die Belagerung der Stadt begann und die Zwillingsgeschwister Nadja und Viktor damit umgehen, handelt Davide Morosinottos Abenteuerroman “Verloren in Eis und Schnee“, der 2018 bei Thienemann erschienen ist und vom Verlag ab 12 Jahren empfohlen wird.

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Litwina/Desnitskaya: In einem alten Haus in Moskau. Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte

Angesichts des 100-jährigen Jubiläums der Februar- und Oktoberrevolution hatten 2017 Betrachtungen der sowjetischen und russischen Geschichte vor allem aber der aktuellen russischen Erinnerungskultur auch in Deutschland Hochkonjunktur (einen guten Überblick bietet Osteuropa 6-8/2017). Während dabei oftmals auf aktuelle Ausstellungen und Gedenkstätten, politische Äußerungen und gelegentlich auch Schulbücher im Fokus standen, blieb der Bereich Kinderbuch traurigerweise unterbelichtet. Dabei war in russischen Buchläden in diesem Jahr ein Kinderbuch sehr präsent, stand sogar im Museumsladen des Museums für Zeitgenössische Geschichte in Moskau, das wegen seiner Ausstellung zur Oktoberrevolution in den Fokus zahlreicher erinnerungskultureller Betrachtungen geriet. Litwina/Desnitskaya: In einem alten Haus in Moskau. Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte weiterlesen