Die Menschheit als liebenswertes Kuriosum

„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ von John Green

Cover "Wie hat Ihnen das Anthopozän bis jetzt gefallen?"
c Hanser

Was bedeutet das Dasein der Menschheit für diesen Planeten? Was bedeuten einzelne Erfindungen, Gedanken, Verhaltensweisen? Das Menschenzeitalter, was ist das eigentlich? John Green blickt in „Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ in Essays auf die Menschheitsgeschichte und wer John Green kennt, weiß, dass sich dabei Kurzweil und Tiefsinn aufs Beste ergänzen.

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Geschichte der Sklaverei

Zora Neale Hurstons Oral History “Barracoon”

Cover Barracoon
c Penguin

Zora Neale Hurston war Anthropologin. Ihre Sammlung “Barracoon” erschien erst postum und schildert ihre Begegnungen mit Oluale Kossola, der in den USA Cudjo Lewis gennant wurde. Er war einer der Menschen, die illegal auf dem letzten Sklaventransport über den Atlantik die Vereinigten Staaten von Amerika erreichten.

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Die „erste Graphic Novel“

Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“

Cover "Ein Vertrag mit Gott"
c Carlsen

Im Comicladen um die Ecke wurde mir dieser Sammelband wärmstens ans Herz gelegt – und wer diesen Riesenwälzer aufschlägt, erfährt schnell, warum. Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“ gilt als Begründer des Genres Graphic Novel. Und so haben wir es dieses Mal in zweierlei Hinsicht mit historischem Stoff zu tun – auf der einen Seite ist der Comic selbst ein historisches Dokument, auf der anderen Seite wird das New York der 1920er und 1930er Jahre protraitiert.

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Die Überfahrt nach Amerika als Wendung des Lebens

Avis „Salz im Haar“

Cover "Salz im Haar"
c dtv junior

Zugegeben, keine Neuerscheinung. Vielmehr ein Fund in unserem offenen Bücherschrank, mit zahlreichen Anmerkungen einer offensichtlich sehr fleißigen Schülerin und gerade deshalb gerne gelesen: „Salz im Haar“ von Avi. Das Buch 1992 auf Deutsch erschienene Buch scheint nur noch antiquarisch erhältlich zu sein, aber ich schätze, Menschen ab 12 Jahren dürften durchaus Gefallen daran finden.

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Von der Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen

„They Called Us Enemy” erzählt George Takeis Lebensgeschichte

Cover "They Called Us Enemy"
c cross cult

Dieser Comic füllt Wissenslücken. Und ist verdammt toll gemacht. In der Rahmenhandlung von “They Called Us Enemy” erzählt George Takei auf einem Diskussionsabend rückblickend über sein Leben. Und genau diese Rückblenden lesen wir direkt als Comic mit. Wir erfahren, wie er und seine Geschwister die Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen im Zweiten Weltkrieg in den USA erlebten.

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Treffen sich zwei Geschichtenverliebte

„Tru und Nelle“ von G. Neri

Cover Tru&Nelle
c Freies Geistesleben

Was tun in den ländlichen Südstaaten der 1930er Jahre? Zu schick angezogen und irgendwie fehl am Platze? Für viele hätte es wohl ein wahres Drama werden können, doch Truman Capote, Tru, hat Glück: Eines Tages taucht da ein verschrobenes Mädchen auf, das eher wie ein Junge zu sein scheint: Nelle. G. Neri erzählt in „Tru und Nelle“ die Kindheit und Freundschaft von Truman Capote und Nelle Harper Lee.

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Vom Fliehen, Verlieren und Ankommen

Alan Gratz‘ erzählt in „Vor uns das Meer“ drei Fluchtgeschichten

Cover "Vor uns das Meer"

Es ist eine universelle Wahrheit, die Alan Gratz uns in „Vor uns das Meer“ erzählt: Wer flieht, der macht das nicht aus Spaß oder Lust auf Luxus. Es ist ein großer Schritt, alles Bekannte, Geliebte zurückzulassen und sein Leben zu riskieren, um vielleicht ein besseres Leben zu gewinnen. Sonst aber unterscheiden sich die drei Geschichten in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren aberr fundamental, obwohl sie eng miteinander verwoben sind.

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Der Vietnamkrieg in den USA aus Kinderperspektive

Suzanne Collins erzählt in „Als Papa im Dschungel war“ über ihre Kindheit

Cover Als Papa im Dschungel war
c Oetinger

Suzanne Collins ist natürlich vor allem über die „Tribute von Panem“ bekannt und wahrscheinlich ist es genau dieser Bekanntheitsgrad, der die Verlage dieses eher vom Mainstream abschweifende Buch für profitabel genug halten ließ, um es zu veröffentlichen. Denn „Als Papa im Dschungel war“ erzählt nicht gerade die klassische Bilderbuchgeschichte für Vierjährige. Vielmehr wird hier berichtet, wie es sich für die Erzählerin anfühlt, als ihr Vater als Soldat im Vietnamkrieg kämpft.

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Ziviler Ungehorsam und gewaltfreier Widerstand – Vom Leben Martin Luther Kings

Cover I have a Dream. Das Leben des Martin Luther King

Martin Luther King ist sicherlich der bekannteste Bürgerrechtler der USA. Doch seine Biographie beginnt nicht mit ihm, sondern mit Barack Obama und das ist genau richtig. Denn auch wenn die Ermordung Kings gerade einmal fünfzig Jahre zurück liegt, scheinen doch Ewigkeiten zwischen Kings Tod 1968 und der Wahl Obamas zum Präsidenten der USA zu liegen. Umso wichtiger ist es, sich genau diesen Sprung bewusst zu machen. Zu fragen, wie diese Wahl überhaupt möglich wurde. Und das ist sicherlich King und seinen Mitstreiter*innen zu verdanken. Das wird – bei aller Vorsicht in Bewertungen, die Alois Prinz in seiner Biographie “I have a Dream” über King, die der Verlag Gabriel ab einem Alter von 13 Jahren empfiehlt, deutlich.

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