Oral History als Comic

„Die Geschichte von Francine R.“

Cover "Die Geschichte von Francine R."
c avant-verlag

Boris Golzio ist entfernt mit Francine verwandt. Er steigt in “Die Geschichte von Francine R.” ein, indem er transparent erzählt, warum er diese überhaupt erzählt. Francine hatte ihn auf der Suche nach Familienmitgliedern angerufen und als er erfuhr, dass sie Mitglied der Résistance war, entschied er sich, ihre Erinnerungen aufzuzeichnen. Zunächst jedoch einfach als Oral History. Dann ließ ihn die Geschichte nicht los. Zehn Jahre später, Francine war bereits gestorben, entschied er sich, sie als Comic zu erzählen.

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Von Gut und Böse und Tod

Els Beertens „Als gäbe es einen Himmel“

Cover "Als gäbe es einen Himmel"
c Fischer Verlage

„Wo man singt, da lass dich nieder…“ Diese einfache Weisheit kennen wir wohl alle. Sie spielt an auf das Verbindende von Musik. Doch was, wenn die gemeinsame Liebe zum Klang nicht mehr genügt? Wenn überhaupt die Liebe nicht mehr reicht? Wenn der Liebste zum Nazi wird und freiwillig für die Besatzer an der Ostfront kämpfen will? Els Beerten erzählt in „Als gäbe es keinen Himmel“ vom besetzten Belgien und der Frage, was Krieg mit Menschen macht.

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Ein Lobgesang des Lebensmuts

Roxane van Iperen berichtet über jüdische Frauen im niederländischen Widerstand

Cover "Ein Versteck unter Feinden"
c Hoffmann und Campe

Eigentlich ist „Ein Versteck unter Feinden“ ein Buch für Erwachsene, dennoch ist es eine geradezu perfekte Ergänzung zu „Reden ist Verrat“, das ich vor kurzem hier besprochen habe. Darum will ich es doch zumindest kurz vorstellen. Roxane van Iperen kam auf persönlichen Pfaden zu dieser Geschichte: Sie zog in ein im Wald verborgenes Haus nahe Amsterdam und fand immer mehr Details über dieses „hohe Nest“ (‘t hoge nest) heraus: Dort hatten sich im Zweiten Weltkrieg mehrere Menschen versteckt.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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Der Preis des Widerstands

Wilma Geldorfs „Reden ist Verrat“

Cover "Reden ist Verrat"
c Gerstenberg

Gegen die Deutschen muss vorgegangen werden, daran gibt es für Freddie keinen Zweifel. Als sie und ihre Schwester Truus gefragt werden, ob sie Teil einer niederländischen Widerstandsgruppe werden wollen, sagen sie daher zu. Doch wie weit dürfen wir für dich richtige Sache gehen? Mit dieser Frage setzt sich Wilma Geldorf in „Reden ist Verrat“ auseinander. Das Jugendbuch ist ab 14 Jahren empfohlen, aus meiner Sicht ist es aber ein absoluter All-Ager!

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Das Kriegsende in der Jugendliteratur

Die Anthologie „Gestern war noch Krieg“

Cover "Gestern war noch Krieg"
c Thienemann-Esslinger

Natürlich machen sich über das Problem der fehlenden Zeitzeug*innen gerade Institutionen, die sich mit politischer Bildung beschäftigen, besonders viele Gedanken. Die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg hat nun mit Dr. Jürgen Hübner und Martin Verg die Anthologie „Gestern war noch Krieg“ herausgegeben. Geordnet nach Themen werden dabei Ausschnitte aus Jugendbüchern von prominenten Autor*innen wie Christine Nöstlinger, Uri Orlev oder Anke Bär rund um das Jahr 1945 wiedergegeben.

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Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Die Befreiung Berlins als Comic

Zur Umsetzung von Klaus Kordons „Der erste Frühling“ als Graphic Novel

Cover "Der erste Frühling" als Comic
c Carlsen

Zugegeben, dieser Comic ist schon ein wenig älter – 2007 erschien er bei Carlsen und ist auf der Verlagsseite schon gar nicht mehr zu finden. Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs aber zum 75. Mal jährt, dachte ich, dass eine Besprechung dieser Graphic Novel, die sich mit dem Kriegsende befasst, wert ist. Zumal Christoph Heuer und Gerlinde Althoff Klaus Kordons „Der erste Frühling“ wirklich meisterhaft in diese Erzählart übertragen haben.

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Jugend in Totalitarismus und Krieg

„Wo die Freiheit wächst“ erzählt von der Suche nach Freiheit im Nationalsozialismus

Cover Wo die Freiheit wächst
c arsEdition

Ein Briefroman. Und dann auch noch so ein dicker Wälzer. Doch diese Vorurteile zählen hier nichts. Jedes Wort, jeder Satz, jede Seite von „Wo die Freiheit wächst“ (ab 14 Jahren) ist lesenswert. Frank Maria Reifenberg schafft es in diesem Jugendbuch über die Edelweißpiraten, uns die Realität des Zweiten Weltkriegs so nahe zu bringen, dass sie weh tut.

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