Die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Iris Lemanczyks „Brennnessel-Haut“

Cover Brennnessel-Haut
c Horlemann

Eins meiner Themen in der mündlichen Masterprüfung war die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und ich weiß noch, dass ich bei der Recherche immer wieder dachte: Warum wusste ich das nicht? Warum haben wir da in der Schule nicht drüber gesprochen? Iris Lemanczyks Jugendbuch „Brennnessel-Haut. Eine wahre Geschichte“ liefert einen guten Anlass, das Thema aufzugreifen.

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Die „erste Graphic Novel“

Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“

Cover "Ein Vertrag mit Gott"
c Carlsen

Im Comicladen um die Ecke wurde mir dieser Sammelband wärmstens ans Herz gelegt – und wer diesen Riesenwälzer aufschlägt, erfährt schnell, warum. Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“ gilt als Begründer des Genres Graphic Novel. Und so haben wir es dieses Mal in zweierlei Hinsicht mit historischem Stoff zu tun – auf der einen Seite ist der Comic selbst ein historisches Dokument, auf der anderen Seite wird das New York der 1920er und 1930er Jahre protraitiert.

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Die Sinnlosigkeit des Tötens

Kirsten Boies „Dunkelnacht“ und die Endphasenverbrechen des Zweiten Weltkriegs

Cover "Dunkelnacht"
c Oetinger

Kirsten Boie ist dafür bekannt, dass sie alle Register des Kinder- und Jugendbuchs bedienen kann. Von locker-leicht bis schwer und tiefgründig ist alles dabei. Vor einigen Wochen hatte ich schon „Ringel, Rangel, Rosen“ zu den 1950er Jahren in Hamburg vorgestellt. Hier soll es nun um das relativ frisch erschienene „Dunkelnacht“ gehen, das für Menschen ab 15 Jahren von Endphasenverbrechen in einer bayerischen Kleinstadt erzählt.

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Ein Klassiker zur deutschen Geschichte

Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“

Cover "Die roten Matrosen"
c Gulliver

Ich habe vor einiger Zeit schon die Comic-Adaption von „Der erste Frühling“ besprochen (hier findet ihr den Text), jetzt wollte ich mich aber noch einmal der gesamten „Trilogie der Wendepunkte“ von Klaus Kordon widmen. Los geht es mit „Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter“, dann kommt „Mit dem Rücken zur Wand“ und zuletzt eben „Der erste Frühling“. Die Trilogie erzählt letztlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Berlin am Beispiel der Arbeiterfamilie Gebhardt.

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Von Gut und Böse und Tod

Els Beertens „Als gäbe es einen Himmel“

Cover "Als gäbe es einen Himmel"
c Fischer Verlage

„Wo man singt, da lass dich nieder…“ Diese einfache Weisheit kennen wir wohl alle. Sie spielt an auf das Verbindende von Musik. Doch was, wenn die gemeinsame Liebe zum Klang nicht mehr genügt? Wenn überhaupt die Liebe nicht mehr reicht? Wenn der Liebste zum Nazi wird und freiwillig für die Besatzer an der Ostfront kämpfen will? Els Beerten erzählt in „Als gäbe es keinen Himmel“ vom besetzten Belgien und der Frage, was Krieg mit Menschen macht.

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Von der Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen

„They Called Us Enemy” erzählt George Takeis Lebensgeschichte

Cover "They Called Us Enemy"
c cross cult

Dieser Comic füllt Wissenslücken. Und ist verdammt toll gemacht. In der Rahmenhandlung von „They Called Us Enemy“ erzählt George Takei auf einem Diskussionsabend rückblickend über sein Leben. Und genau diese Rückblenden lesen wir direkt als Comic mit. Wir erfahren, wie er und seine Geschwister die Inhaftierung der Japano-Amerikaner*innen im Zweiten Weltkrieg in den USA erlebten.

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Vom Suchen der eigenen Vergangenheit

Nora Krugs „Heimat“

Cover "Heimat" von Nora Krug
c Nora Krug / Penguin

Es ist ein schwerer, ein wuchtiger Band. Aber schwer und wuchtig sind auch die Fragen, mit denen Nora Krug loszieht auf eine Spurensuche. Fernab der Heimat, ausgewandert in die USA, beginnt sie sich zu fragen, was das eigentlich ist. Heimat. Und vor allem, wie sie als Deutsche sich zur deutschen Vergangenheit verhalten soll. Sie merkt, dass sie – wie so viele von uns – kaum etwas über ihre Vorfahren weiß. „Heimat“ erzählt daher die Geschichte einer akribischen Recherche. Und der großen Frage nach Schuld und Unschuld und wie wir diese weiter tragen.

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Jugend nach dem Krieg

„Der Junge aus dem Trümmerland“ von Sarah Bergmann

Cover Der Junge aus dem Trümmerland
c magellan

Was passiert, wenn Kinder mit Antisemitismus und Rassenwahnsinn aufgezogen werden? Wenn Sie von klein auf einer Ideologie ausgesetzt sind – und diese auf einmal wegbricht? Dass sie natürlich keinesfalls von jetzt auf gleich diese anerzogenen Vorstellungen verlieren, zeigt Sarah Bergmann eindringlich in „Der Junge aus dem Trümmerland“. Das Jugendbuch ab 12 Jahren spielt 1947 in Berlin, wo Paul immer noch darauf hofft, dass sein Vater aus Russland zurückkehrt.

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Die Angst, die Trauer, sie bleiben

„Das versteckte Kind“ erzählt die Schoah aus Sicht der Überlebenden

Cover "Das versteckte Kind"
c Panini Comics

Wie die Schoah im Comic erzählen? Ob überhaupt? Das Vorwort von Stephan J. Kramer, zum Zeitpunkt des Erscheinens der Graphic Novel Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirft diese großen Fragen gleich auf. Dieser Band schafft ganz sicher neue Zugänge zu diesem Thema, vielleicht auch für Menschen, die sie sonst nicht gefunden hätten. „Das versteckte Kind“ arbeitet mit großen Bildern und geringem Textanteil, vor allem aber ist da eine beruhigende Erzählstimme. Denn Dounia erzählt als Großmutter von ihren Erlebnissen der Kindheit.

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Kriegswirren, Gewissen und Grautöne

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erzählt im Comic vom Widerstand

Cover "Sterben für die Freiheit" c panini
c Panini Comics

Die Anthologie „Sterben für die Freiheit“ erschien im französischen Original in vier separaten Comic-Bänden, wird aber durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten. In vier Episoden setzt sich Claire, die 2012 ein schwarzes Notizbuch erbt, mit diesem Vermächtnis ihrer Tante auseinander und taucht dabei tief in Ereignisse der 1940er Jahre ein. Nacheinander beschäftigt sie sich mit Amy Johnson, Sophie Scholl, Berty Albrecht und Mila Racine, die jeweils auf ihre Art dem nationalsozialistischen Deutschland Widerstand leisteten.

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