Flucht und Freundschaft

Rüdiger Betrams „Der Pfad“

Cover "Der Pfad. Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit"
c cbj

Flucht zerreißt Familien, sie bedeutet den Verlust aller Sicherheit, egal wann und wo. Das ist einer der Gründe, warum „Der Pfad“ ein tolles, lesenswertes Jugendbuch ist. Der andere: Rüdiger Bertram erzählt von der Flucht vor der Judenverfolgung durch die Nationalsozialist*innen und damit von einem Ereignis, über das nicht oft genug gesprochen werden kann.

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Vom Fliehen, Verlieren und Ankommen

Alan Gratz‘ erzählt in „Vor uns das Meer“ drei Fluchtgeschichten

Cover "Vor uns das Meer"

Es ist eine universelle Wahrheit, die Alan Gratz uns in „Vor uns das Meer“ erzählt: Wer flieht, der macht das nicht aus Spaß oder Lust auf Luxus. Es ist ein großer Schritt, alles Bekannte, Geliebte zurückzulassen und sein Leben zu riskieren, um vielleicht ein besseres Leben zu gewinnen. Sonst aber unterscheiden sich die drei Geschichten in diesem Jugendbuch ab 12 Jahren aberr fundamental, obwohl sie eng miteinander verwoben sind.

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Flucht und Vertreibung als Teil einer Familiensaga

„Das Jahr der Wölfe“ von Willi Fährmann

Cover "Das Jahr der Wölfe"
c Arena Verlag

Beim Stöbern durch den Bücherschrank ist mir „Das Jahr der Wölfe“ in die Hände gefallen. Das Buch habe ich selbst in der Schule gelesen, irgendwann in der Mittelstufe. Der Roman erzählt vom Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem aber von der Flucht der Familie Bienmann vom Hof in Ostpreußen nach Berlin und letztlich Westfalen. Und irgendwie kam es mir passend vor, es jetzt noch einmal in die Hand zu nehmen.

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Die Befreiung Berlins als Comic

Zur Umsetzung von Klaus Kordons „Der erste Frühling“ als Graphic Novel

Cover "Der erste Frühling" als Comic
c Carlsen

Zugegeben, dieser Comic ist schon ein wenig älter – 2007 erschien er bei Carlsen und ist auf der Verlagsseite schon gar nicht mehr zu finden. Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs aber zum 75. Mal jährt, dachte ich, dass eine Besprechung dieser Graphic Novel, die sich mit dem Kriegsende befasst, wert ist. Zumal Christoph Heuer und Gerlinde Althoff Klaus Kordons „Der erste Frühling“ wirklich meisterhaft in diese Erzählart übertragen haben.

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Jugend in Totalitarismus und Krieg

„Wo die Freiheit wächst“ erzählt von der Suche nach Freiheit im Nationalsozialismus

Cover Wo die Freiheit wächst
c arsEdition

Ein Briefroman. Und dann auch noch so ein dicker Wälzer. Doch diese Vorurteile zählen hier nichts. Jedes Wort, jeder Satz, jede Seite von „Wo die Freiheit wächst“ (ab 14 Jahren) ist lesenswert. Frank Maria Reifenberg schafft es in diesem Jugendbuch über die Edelweißpiraten, uns die Realität des Zweiten Weltkriegs so nahe zu bringen, dass sie weh tut.

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Eine Frau in der Wissenschaft

Lise Meitners Leben als unaufgeregte Biographie

Cover "Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters"
c Residenz Verlag

Oft werden uns Frauen, die sich ihren Platz in der Welt erst erkämpfen müssen, genau so dargestellt: Als Kämpferinnen und mutige Pionierinnen. David Rennert und Tanja Traxler widerstehen dieser Versuchung des einfachen Schwarz-Weiß. In ihrer Biographie über Lise Meitner, die eine der Entdecker*innen der Kernspaltung war, zeigen sie eine Frau voller menschlicher Ambivalenzen. Gerade darum ist “Lise Meitner. Pionierin des Atomzeitalters” ein tolles Buch, das sich zwar nicht explizit an Jugendliche richtet, auf jeden Fall aber von diesen gelesen werden sollte.

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Mut braucht Angst

Eine Flucht vor den Nazis für Kinder erzählt

Cover "Über die Grenze" von Maja Lunde
c Urachhaus

Selten werden auf dem deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkt historische Erzählungen aus anderer als deutscher Perspektive erzählt – „Verloren in Eis und Schnee“ war ein Beispiel (Rezension hier). Umso toller ist es nun, dass wir der Frankfurter Buchmesse mit Norwegen als Gastland sowie Maja Lundes Starstatus auch in Deutschland (Die Geschichte der Bienen) zu verdanken haben, dass ihr Kinderbuch „Über die Grenze“ für Menschen ab 9 Jahren bei Urachhaus erschienen ist.

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Anderssein, Glücklichwerden: Familienleben im England des frühen 20. Jahrhunderts

Cover Rindert Kromhout Brüder für Immer Mixtvision
Cover: Brüder für immer c Mixtvision

„Adel verpflichtet“ heißt es so schön. Aber Kreativität nicht auch? Überhaupt: Familie? Wie ob und warum wir uns aus den Schatten unserer Verwandten befreien können oder wollen, darum geht es in diesen beiden großartigen Romanen von Rindert Kromhout. Der Niederländer setzt sich mit der Bloomsbury Groop, zu deren bekanntesten Mitgliedern wohl Virginia Woolf zählt, auseinander und zwar aus Perspektive der Kinder dieser berühmten, kreativen, freien Menschen. Dabei stellt er einerseits ganz zentrale Fragen, etwa danach, was Liebe oder Freiheit für jeden Einzelnen von uns bedeuten. Nebenher schildert er das Leben im frühen 20. Jahrhundert. Die zeitgeschichtlichen Verwerfungen, den Krieg.

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Zwischen Ideologie und Kriegsrealität: „Paul und der Krieg“ erzählt vom Erwachsenwerden im Zweiten Weltkrieg

Cover "Paul und der Krieg" - Collage aus Fotos von Paul Haentjes

In diesem Blog habe ich schon das unheimlich tolle „Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg“ von arsEdition vorgestellt. Ganz ähnlich wie Nikolaus Nützel sich mit der Geschichte seines Großvaters auseinandersetzte, schaut Dorothee Haentjes-Holländer in „Paul und der Krieg“ auf die Geschichte ihres Vaters und erzählt, wie Paul Haentjes den Zweiten Weltkrieg er- und überlebte. Das Buch wird von arsEdition ab 12 Jahren empfohlen und stellt einfühlsam und vielschichtig das Erwachsenwerden im Krieg dar. Gleichzeitig ist es eine Familiengeschichte – und bietet damit Chancen genauso wie Probleme.

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Die Mauer als Brücke. Aline Sax legt mit „Grenzgänger“ eine Familiensaga zum geteilten Berlin vor

Coverbild "Grenzgänger" von Aline Sax

Dass die Mauer als Brücke fungiert, stimmt natürlich nur auf Ebene des Plots. Das Bollwerk zwischen Ost- und Westberlin spaltet scharf die Leben der Familie Niemöller, wirkt wie eine offene Wunde in den Biographien der Protagonist*innen und ist der rote Faden, der die Geschichten in „Grenzgänger“ miteinander verknüpft, denn Aline Sax erzählt auf mehreren Zeitebenen für Jugendliche ab 14 Jahren vom Leben im Unrechtssystem der DDR.

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